Gefährliche Stoffe von Warnecke und Böhm

Im Überschwemmungsgebiet: Lackfirma will neue Tanks bauen

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Heikle Stoffe lagert die Lackfirma Warnecke und Böhm in Schliersee. Nun will das Unternehmen neue Tanks dafür bauen - im Überschwemmungsgebiet.

Schliersee – Wo wassergefährdende und entzündbare Stoffe lagern, ist Vorsicht angesagt. Besonders dann, wenn dies in einem Überschwemmungsgebiet geschieht. Dass die Firma Warnecke & Böhm diesen Pflichten nachkommt, daran zweifelte im Schlierseer Bauausschuss niemand. Einstimmig befürwortete das Gremium nun den Antrag des Lackherstellers an der Westerbergstraße, in einer bisher anderweitig genutzten Halle ein Löschmitteltanklager einzurichten.

Insgesamt zehn doppelwandige Tanks sollen dabei auf zwei Etagen aufgestellt werden, erklärte Bauamtsleiterin Birgit Kienast. Sechs davon sollen 5000 Liter, zwei 7000 Liter und jeweils einer 10 000 und 13 000 Liter wassergefährdende und (wenn auch nur schwer) entzündbare Stoffe fassen. Die Tanks würden technisch laufend auf Lecks und Überfüllung überwacht sowie durch detonations- und flammendurchschlagsichere Armaturen geschützt.

Was nach einem potenziell heiklen Vorhaben klingt, ist tatsächlich eine Investition in die Betriebssicherheit. Laut Auskunft von Warnecke & Böhm würden die neuen Lagermöglichkeiten bestehende Erdtanks aus den 1970er-Jahren ersetzen, berichtete Kienast. Gleichzeitig würden sich die Mengen gegenüber der bisherigen Genehmigung um gut die Hälfte reduzieren. „Wegen Änderungen im Betriebsablauf“, erklärte Kienast. Architektonisch werde sich an der Lagerhalle durch die Umnutzung nichts verändern.

Ob das Vorhaben genehmigungsfähig ist, müssten die Immissionsschutz-Fachstellen klären. Weil das Grundstück im Überschwemmungsgebiet des Breiten- und Laubenbachs sowie im Landschaftsschutzgebiet liegt, würden auch das Wasserwirtschaftsamt und die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt am Verfahren beteiligt.

Aus Sicht der Gemeinde spreche jedenfalls nichts gegen die Pläne der Firma, meinte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU). „Tanks waren ohnehin schon da, so werden sie noch sicherer.“ Auch Gerhard Weitl (SPD) begrüßte das Vorhaben. „Das ist vorausschauend und verantwortungsvoll.“

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