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Opfer der Tiefbaumaßnahmen: Das Wurzelwerk der Linde an der Perfallstraße wurde beschädigt, die Untere Naturschutzbehörde empfahl die Fällung.

An der Lauterer-/Perfallstraße in Schliersee

Naturfreunde trauern: Der  schöne Baum ist weg

Der Hilferuf kam zu spät. Mittels eines anonymen Briefs wollten Schlierseer Naturfreunde eine Linde retten. Doch die ist bereits weg. Wie es jetzt weitergeht.

Schliersee – Müssen Bäume weichen, sind Kritiker nicht weit. So auch bei der Linde, die in Schliersee an der Einmündung Perfall-/Lautererstraße stand. Eine „kleine Gruppe von Naturfreunden“ hat davon Wind bekommen, dass der Baum gefällt werden soll, und wollte dies verhindern, indem sie den Fall öffentlich macht. Zu spät. Der Baum ist bereits weg.

Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) erklärt auf Anfrage Folgendes: Bei den Umgestaltungsarbeiten an der Lautererstraße neben dem neuen Kindergarten (wir berichteten) – namentlich bei den Kanalarbeiten – sei das Wurzelwerk des Baumes beschädigt worden. Das sei nicht zu vermeiden. „Da kann man nicht außenrum graben.“ Ein hinzugezogener Fachmann von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt empfahl dann das Entfernen des Baumes. Aber: Es wird nachgepflanzt, kündigt der Bürgermeister an. Allerdings keine Linde. Der extrem langlebige Baum mit seinen kräftigen Wurzeln verträgt sich schlecht mit nebenan liegenden Straßen oder Gehwegen.

Lesen Sie auch: Baustelle am Schlierseer Heimatmuseum: Lautererstraße gesperrt

Nicht richtig ist – so Schnitzenbaumer weiter – die Behauptung der anonymen Naturschützer, dass der Baum einem Parkplatz weichen muss. Womöglich entsteht zwar ein Stellplatz. Dies sei aber nicht der weichenden Linde geschuldet, sondern dem Versetzen der dortigen Litfaßsäule. Diese würde den Blick zum See beeinträchtigen und soll deshalb einen neuen Platz bekommen, sagt Schnitzenbaumer. Bekanntlich will die Gemeinde den Bereich rund ums Heimatmuseum mit Kindergarten sowie alter Schule neu gestalten.

In ihrem Schreiben befassen sich die „Naturfreunde“ – sie wollen wegen „befürchteter Repressalien“ anonym bleiben – allerdings weit intensiver als mit der Linde und ihrer Fällung mit dem neuen Kindergarten im Anbau des Heimatmuseums. An dem üben sie – wenig fundierte – Kritik. 

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