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Die Bergwachten Hausham und Schliersee trainierten bei einer Übung im Februar 2015 für den Ernstfall.

Jahresrückblick der Bergwacht Schliersee

Lebensretter in der Höhe

Schliersee - Zu insgesamt 264 Einsätzen wurde die Bergwacht Schliersee gerufen. Freuen durften sich die Mitglieder über zwei neue Fahrzeuge.

Das Jahr 2015 der Bergwacht Schliersee war geprägt von Höhen und Tiefen: nervenaufreibende Einsätze, neue Fahrzeuge und der Todesfall eines langjährigen Mitglieds. „Wir werden sein Andenken bewahren“, sagt Bereitschaftsleiter Günter Riedl über den im Alter von 88 Jahren gestorbenen Ludwig Pschierl, den alle Wiggerl nannten.

57 Jahre war er als aktives Mitglied bei den Bergwachten Schliersee und Bayrischzell tätig, als er bereits zwei Wochen vor Heiligabend 2014 verstarb. Seither ereigneten sich 264 Einsätze, zu der die Schlierseer Bergwacht gerufen wurde. Insgesamt 119 Skifahrer, 30 Snowboarder, fünf Skitourengeher, fünf Winter-, vier Schneeschuhwanderer und 66 verunglückte Wanderer sowie zahlreiche Rodler und Bergradler befreite die Bergwacht aus einer misslichen Lage.

Mit Sicherheit eine der einschneidendsten Rettungsaktionen war die Bergung einer 60-jährigen Unterfränkin, die im Juli bei einer Wanderung auf dem Weg zur Brecherspitz 150 Meter in die Tiefe gestürzt war. Zwei junge Bergwanderer seilten sich hinab, leisteten Erste Hilfe und alarmierten die Rettungsleitstelle. Die schickte sofort einen Hubschrauber. Den Rettern bot sich ein schreckliches Bild: Die Frau erlitt einen offenen Unterschenkel- und einen Oberschenkelbruch sowie schwere Wirbelsäulen- und Kopfverletzungen.

Glück im Unglück für einen Radler

Erst nach einer Zwischenbehandlung auf der Besenreiser-Hütte war ein Weitertransport in die Unfallklinik in Murnau möglich. „Die Frau hat glücklicherweise überlebt, und ihr geht es besser“, teilt Riedl mit. Dennoch ein unschönes Déjà-vu für die Bergwachtler: Erst zwei Jahre zuvor war eine Frau an gleicher Stelle tödlich verunglückt.

Glück im Unglück hatte zudem ein 19-jähriger Radler aus Neuhaus, der auf Höhe der Probstalm unterwegs war. Dort spannte ein Landwirt ein Seil über die Forststraße, um das Ausbrechen seiner Kühe beim Weideabtrieb zu verhindern. Der junge Radler kam mit hoher Geschwindigkeit bergabwärts angebraust und übersah das Seil. Die Folge: Es löste sich an einer Seite und wickelte sich unglücklich um den Hals des Gestürzten. Als die Bergretter an der Unfallstelle eintrafen, stellten sie fest, dass der Mann kurzzeitig ohnmächtig war sowie über Sehstörungen klagte.

Fernab der vielen Einsätze blieben den Bergwachtlern auch andere Erinnerungen im Gedächtnis – beispielsweise die Fahrzeugweihe. Im Juni ersetzten ein VW Amarok und ein Skoda Yeti die in die Jahre gekommenen Vorgänger Suzuki Jimny und Toyota Land Cruiser als Gelände- beziehungsweise Einsatzleiterfahrzeug.

Für ihr langjähriges Engagement bei der Bergwacht bekamen Harald Loher (40 Jahre), Stephan Friedl (25), Stefan Zauner (50), Peter Altenburg (40), Josef Lidschreiber (50) und Gerhard Klotzsche (40) Urkunden verliehen.

Von Philip Hamm

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