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Auf dem Premiumweg zur Bodenschneid: Das Deutsche Wanderinstitut hat den Weg am Spitzing jetzt zertifiziert.

Zertifizierung

Jetzt hat auch Schliersee einen Premiumwanderweg

Der Landkreis hat einen zweiten Premiumwanderweg. Das Deutsche Wanderinstitut hat den „Alpiner Premiumweg Spitzing Panorama“ zertifiziert. 

Schliersee – Das Thema war doch etwas in Vergessenheit geraten, ist jetzt aber in Schliersee wieder aufgetaucht: Premiumwanderwege. Als ein solcher ist jetzt ein Rundkurs am Spitzingsee zertifiziert worden. Die Touristiker hoffen, damit ein zahlungsfähiges Klientel in die Region zu locken.

Andere Regionen, etwa das Berchtesgadener Land und der Chiemgau, setzen schon länger und intensiv auf das Prädikat, das das Deutsche Wanderinstitut nach recht strengen Kriterien vergibt. Im Kreis Miesbach gab es bislang nur einen Premiumwanderweg: die „Leitzachtaler Bergblicke“ in Fischbachau. Eingeweiht wurde er vor genau vier Jahren. Von vier weiteren zertifizierten Routen war damals die Rede. Jetzt ist immerhin die zweite da. Sie nennt sich „Alpiner Premiumweg Spitzing Panorama“ und beginnt am Suttenstein, etwa ein Kilometer nördlich des Stümpflings, oder auch an der Oberen Firstalm. Passiert wird unter anderem das Bodenschneidhaus und die Brecherspitz, deren doch anspruchsvoller Gipfel aber nicht Teil des Weges ist. In dieser Form war die Tour bislang noch nicht ausgewiesen. Sie ist bereits beschildert, eine Einweihung will die Gäste-Info Schliersee aber erst zu Beginn der Wandersaison im Frühjahr ansetzen. Jetzt wäre die Zielgruppe im Gebirge fehl am Platze.

Denn mit dem Zertifikat spricht das Wanderinstitut weniger ein Klientel an, das Abenteurer sucht, sondern Menschen, „die vorher alles wissen wollen, weil sie orts-unkundig sind“, wie Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) im Hauptausschuss sagte. Wegbeschreibung mit Höhenprofil, Ansprüche an Kondition und Ausrüstung des Wanderers und einiges mehr sind auf der Homepage des Wanderinstituts zu finden – und auch an einer entsprechenden Tafel vor Ort. Hier ist auch eine entsprechende Beschilderung zwingend notwendig. Zentrales Kriterium ist die sogenannte „Unverirrbarkeit“, dass der Wanderer also immer sicher sein kann, auf dem richtigen Weg zu sein.

Das alles gibt es auch anderswo, das Wanderinstitut klopft den Weg aber auch auf Abwechslung, Beschaffenheit und Infrastruktur und weiteres mehr (34 Hauptkriterien) ab und will so eine „Garantie für eindrucksvolles Wandererlebnis“ geben. Das Siegel gilt für drei Jahre, dann steht eine Rezertifizierung an. Heißt auch: Der Weg muss in Schuss gehalten werden.

Schnitzenbaumer wies noch darauf hin, dass mit der Zertifizierung das kommunale Tourismusunternehmen Alpenregion Tegernsee Schliersee beauftragt war – dies mit Blick auf die immer noch bestehenden Unkenrufe, Schliersee gehe gerne Sonderwege. „Die Zusammenarbeit mit der ATS ist gut und wichtig“, bekräftigte der Bürgermeister.

Lesen Sie auch:  Weitwanderweg von Fischbachau über Bayrischzell auf der Zielgerade

Beim Tourismusverband war Holger Wernet für die Zertifizierung zuständig. Seit 2016 hatte er das Projekt vorangetrieben, sprach mit Bergbahnbetreibern, Staatsforsten, dem Alpenverein nötig und den Gastronomen am Weg. Während andernorts für die Zertifizierung viel Geld in die Hand genommen wird, musste sich Wernet vor allem um die Beschilderung kümmern. Bezüglich des Weges selbst habe das Credo „so natürlich wie möglich“ gelautet. Bis zur Eröffnung im Mai oder Juni müsse noch an der Internetpräsenz des Weges gearbeitet und Flyer gedruckt werden. Die Wanderer sollen mit Infos über Natur und Geologie versorgt werden. Auch den Hinweis auf die Wettergefahren im Gebirge will Wernet noch deutlicher gestalten.

Andernorts ist man weniger begeistert von dem Konzept: Stadtwanderweg findet in Tegernsee keine Mehrheit

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