1 von 8
2 von 8
3 von 8
Festakt 100 Jahre Bergrettung in Schliersee 
4 von 8
Festakt 100 Jahre Bergrettung in Schliersee - Landtagspräsidentin Ilse Aigner (M.) mit Ehrenbereitschaftsleiter Horst Hornfeck und seiner Frau Helga.
5 von 8
Festakt 100 Jahre Bergrettung in Schliersee 
6 von 8
Festakt 100 Jahre Bergrettung in Schliersee 
7 von 8
Tag der offenen Tür bei der Bergwachtbereitschaft Schliersee
8 von 8
Tag der offenen Tür bei der Bergwachtbereitschaft Schliersee

Festakt und Tag der offenen Tür

100 Jahre Bergrettung am Schliersee: Ein Fest der Kameradschaft

Seit 100 Jahren gibt es eine organisierte Bergrettung in Schliersee - ein guter Grund zu feiern. Die Bergwacht-Bereitschaft tat das am Wochenende mit einem Festakt und einem Tag der Offenen Tür. 

Schliersee – Seit 100 Jahren gibt es eine organisierte Bergrettung in Schliersee, die ehrenamtlich und unermüdlich in Not geratenen Bergsteigern und Skifahrern in den umliegenden Bergen hilft. Dieses Jubiläum feierte die Bergwacht Schliersee am Freitag bei einem Festakt mit Mitgliedern, Freunden und prominenten Gästen. 

Mit einem „Grüß Gott, liebe Kameradinnen und Kameraden“ begrüßte die Präsidentin des bayerischen Landtags, Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner, die Gäste im Schlierseer Bauerntheater. Dass sie die Bergwachtler als Kameraden bezeichnet, hat seinen Grund: Sie selbst war von 2001 bis 2009 Landesvorsitzende der Wasserwachten in Bayern –oder, wie sie scherzhaft sagte, der „Pfützensanis“. Und die sind wie die Bergwacht ein Verband des Roten Kreuzes. Schon der Slogan „Gemeinsam sind wir stark“ beschreibe laut Aigner, dass Kameradschaft bei den Rettungsverbänden großgeschrieben werde. Die Mitglieder der Bergwacht verkörperten auch wichtige gesellschaftliche Werte wie Solidarität, Heimatverbundenheit und Vertrauen.

Auch Landrat Wolfgang Rzehak lobte die „mutigen Frauen und Männer“ und die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis, etwa heuer im Januar, als die Hilfe der Bergwacht beim Katastrophenfall aufgrund heftiger Schneefälle dringend benötigt wurde. „In der heutigen Welt wird oft die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt“, sagte Rzehak. „Bei den Bergwachtlern ist dieser wahrlich erfüllt, denn etwas Sinnvolleres, als anderen Menschen zu helfen, gibt es nicht.“ Deshalb dankte er den Einsatzkräften für ihren Dienst an der Gemeinschaft.

Ehrung für Bergwacht-Urgestein Horst Hornfeck

Ein Dienst, den Ehrenamtliche im Raum Schliersee seit über 100 Jahren leisten. 1919 gründete August Finsterlin offiziell den Schlierseer „Gebirgsunfalldienst“, der nach dem Zweiten Weltkrieg in die Bergwacht im Bayerischen Roten Kreuz überging. Zu den Gründungsvätern zählte neben Finsterlin auch Leopold Cole-Tiz. Die Leidenschaft fürs Engagement am Berg scheint er vererbt zu haben: Cole-Tiz’ Enkel ist Ehrenbereitschaftsleiter Horst Hornfeck, der jahrzehntelang als Einsatzleiter fungierte, in verantwortlicher Position die Bereitschaft mitgestaltete und von 1989 bis 2001 leitete. Dafür bekam er schon einmal das Ehrenzeichen der Bergwachten. Beim Festabend nun ehrte ihn Bereitschaftsleiter Marcus Taubenberger für sein 60 Jahre währendes Engagement für die Bergwacht. „Er hat immer geholfen, wo er kann“, lobte Taubenberger.

Im Laufe der Zeit habe sich in der Bergrettung ein großer Wandel vollzogen, der Anspruch auf die Ehrenamtlichen sei gestiegen, erläuterte Taubenberger. Die Zahl der Einsätze im Raum Schliersee und Bayrischzell hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt, die Ehrenamtlichen kommen an ihre Grenzen. Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer führt das auf Tourismus und steigendes Freizeitbedürfnis der Bewohner des Großraums München zurück. „Das sind Leute, die wenig Bezug zu den Bergen haben und sich deswegen der Gegebenheiten und Gefahren nicht bewusst sind“, meinte Schnitzenbaumer. Hier sei es wichtig, Aufklärungsarbeit zu leisten. Den Herausforderungen begegnen die Bergwachtler so, wie sie es immer schon getan haben: Sie packen es an.

Am Sonntag konnten die Besucher bei einem Tag der offenen Tür zum Jubiläum an der Bergrettungswache an vielen Stationen und bei Vorführungen einen Blick hinter die Kulissen und in die Historie werfen. Und bei Speis und Trank die Kameradschaft mit den ehrenamtlichen Rettungskräften zelebrieren. 

Lesen Sie auch: 

Instagram-Hotspot am Königssee: Was Menschen hier tun, ist lebensgefährlich

Trotz steigender Einsatzzahlen: DAV registriert historischen Tiefstand bei Bergunfalltoten

Valerie Haberle

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

Hausham
Rauch in Garage: Steuerung von Solaranlage löst Brand in Hausham aus
Starke Rauchentwicklung in einer Garage hat zu einem größeren Feuerwehreinsatz in Hausham geführt. Ursache war wohl die Steuerung einer Solaranlage.
Rauch in Garage: Steuerung von Solaranlage löst Brand in Hausham aus
Schwerer Unfall auf A8: Die Bilder
Ein schwerer Unfall mit mehreren Fahrzeugen hat sich auf der A8 Höhe Irschenberg ereignet. Die Bilder.
Schwerer Unfall auf A8: Die Bilder
Hausham
300 Haushamer begrüßen ihr neues Rathaus – Ehrengäste loben
Rund 300 Haushamer Bürger nahmen am Samstag an der Einweihung ihres neuen Rathauses teil. Zahlreiche Ehrengäste waren gekommen, um ihnen dazu zu gratulieren.
300 Haushamer begrüßen ihr neues Rathaus – Ehrengäste loben
Traumhafter Auftakt: Reichersdorf erlebt Leonhardi bei Bilderbuchwetter
Es war ein Auftakt nach Maß: Die erste Leonhardifahrt des Landkreises in Reichersdorf in diesem Jahr geriet dank des Wetters zu einer Bilderbuch-Veranstaltung. 
Traumhafter Auftakt: Reichersdorf erlebt Leonhardi bei Bilderbuchwetter