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Bleibt im Sommer ungenutzt: Der Eisplatz am Freudenberg in Schliersee wird vorerst doch nicht in eine Natursportarena umgewandelt. Der TSV Schliersee hat sich vom Förderprojekt verabschiedet. 

Verein will nun doch kein Förderprojekt mehr

Kehrtwende beim TSV Schliersee: Natursportarena liegt auf Eis

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Abpfiff für die geplante Natursportarena auf dem Eisplatz am Freudenberg: Der TSV Schliersee hat beschlossen, das Leaderprojekt für die Sommernutzung nicht weiterzuverfolgen.

Schliersee – Für Christoph Seidenfus ist es eine unerwartete Kehrtwende. Noch vor Kurzem hatten sich sowohl die Sparte Eishockey als auch der TSV Schliersee insgesamt einstimmig für das Leaderprojekt Natursportarena am Freudenberg ausgesprochen. Jetzt haben beide Vorstände einen Rückzieher gemacht. „Das ist schon erstaunlich und sehr schade“, sagt Seidenfus, der das Sommernutzungskonzept für den sanierungsbedürftigen Eisplatz maßgeblich vorangetrieben hat (wir berichteten).

TSV-Vorsitzender Stefan Führer bestätigt die Abkehr vom Förderantrag. Die Vorstands- und Ausschussmitglieder der Sparte Eishockey und des Hauptvereins hätten sich „aus lärmschutztechnischen Gründen“ gegen eine Sommernutzung entschieden. Die geplante Sanierung des Eisplatzes für den Winterbetrieb muss der Verein nun in Eigenleistung stemmen, wobei sich die Kosten für den TSV laut dem Vorsitzenden der Sparte Eishockey, Thomas Huber, nur um einen „niedrigen vierstelligen Betrag“ erhöhen würden. Leader-Zuschüsse wären hingegen nur für eine „vollumfängliche Neugestaltung mit ganzjähriger Nutzung der Arena“ bewilligt worden.

Dieses Eisen ist dem TSV aber am Ende zu heiß geworden. Mehrere ungeklärte Punkte hätten gegen das Projekt gesprochen, erklärt Huber. So hätte der Verein die Fördergelder in Höhe von gut 30 000 Euro zurückzahlen müssen, wenn er die Sommernutzung nicht mindestens zehn Jahre lang aufrechterhalten hätte. Ferner sei bis heute offen, ob die Gemeinde die erforderliche Bürgschaft hätte übernehmen dürfen. Diese Unsicherheit sei den Vorständen zu groß gewesen, sagt Huber. „Wenn es nicht geklappt hätte, wären wir in der Haftung gewesen.“

Ein möglicherweise drohender Rechtsstreit mit der Eigentümerfamilie Hofberger, die der Sommernutzung bekanntermaßen sehr kritisch gegenübersteht, hat laut Huber nicht zum Rückzug des TSV geführt. „Das war kein ausschlaggebender Punkt.“ Vielmehr seien die Gespräche über die künftige Auslegung des bis 2032 geltenden Pachtvertrags positiv gelaufen. Bei Herrn Seidenfus habe sich der Verein bereits für die geleistete Arbeit bedankt.

Der ist trotzdem enttäuscht – und will die Dinge nicht einfach so auf sich beruhen lassen. Für ihn, so Seidenfus, habe sich der TSV einschüchtern lassen, und sei letztlich aus Angst vor möglichen rechtlichen Folgen eingeknickt. Ein Fehler, meint Seidenfus. Eine Sommernutzung an Nachmittagen wäre laut Pachtvertrag ohne Probleme möglich gewesen und sei auch in der Vergangenheit so praktiziert worden. Alle anderen Fragen hätte man – wie beabsichtigt – am runden Tisch mit TSV und Gemeinde klären können.

„Das hätten wir schon hingebracht“, sagt auch Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer. Er macht keinen Hehl daraus, dass sich die Gemeinde die Natursportarena gewünscht hätte. „Das wäre eine schöne Belebung gewesen“, sagt Schnitzenbaumer. Dennoch respektiere er die Entscheidung des Vereins. Seines Wissens habe der TSV mit den Eigentümern des Eisplatzes ein „gutes Einvernehmen“ erzielt. „Das wollen wir nicht stören.“

Rechtsanwalt Walter Beck, der erst durch den Anruf unserer Zeitung von der Entscheidung des TSV erfuhr, zeigt sich erfreut. „Das hören wir sehr gerne“, sagt er. Diese Entwicklung sei nicht nur positiv für Familie Hofberger, sondern auch für Schliersee insgesamt. „Es dient der Ruhe in diesem Gebiet“, sagt Beck.

Eine Aussage, die Seidenfus nicht nachvollziehen kann. In seinen Augen „hat hier die Familie Hofberger ausschließlich ihre persönlichen Interessen im Blick und mithilfe ihres Anwalts maximalen Druck ausgeübt“. Und das gehe überhaupt nicht, meint er: „Denn Eigentum verpflichtet schließlich auch, gerade in einer Dorfgemeinschaft.“

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