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Die Mauern wachsen in die Höhe: Der Rohbau für den neuen Kindergarten neben dem Heimatmuseum in Schliersee nimmt langsam aber sicher Formen an.

Neubau wächst, Planungen schreiten voran

Kinderbetreuung in Schliersee: Fortschritte an allen Ecken

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Die Container kommen pünktlich. Kommende Woche wird das Übergangsdomizil für die neue Schlierseer Kindergartengruppe aufgebaut. In Neuhaus nehmen dafür die Planungen Fahrt auf.

Schliersee – Alles Gute kommt von oben. Eine Redensart, die bei Weitem nicht immer zutrifft. Im Fall des Schlierseer Kindergartens passt sie perfekt. Schon kommende Woche wird ein Kran vier Container auf das Grundstück an der Lautererstraße herablassen. Das Übergangsdomizil für die neue Gruppe, die wegen der Verzögerungen beim Neubau neben dem Heimatmuseum vorerst hier unterkommen wird, steht damit rechtzeitig vor Beginn des Kindergartenjahrs bereit.

Bis zur Fertigstellung im März 2018 des Neubaus wird die neue Schlierseer Kindergartengruppe in Containern untergebracht. Die Holzkonstruktion für den Unterbau hat der Bauhof in den vergangenen Tagen angefertigt.

Den Untergrund für die Module hat der Bauhof bereits vorbereitet. Eine Holzkonstruktion, die wegen des leicht abschüssigen Geländes notwendig wurde, wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer erklärt. 60 Quadratmeter Nutzfläche werden hier entstehen. Genug Platz für einen Gruppenraum mit Spiel- und Aufenthaltsbereich sowie eine Garderobe. Toiletten und Küche fehlen den Containern zwar. Durch die Nähe zum Hauptgebäude sei das aber kein Problem, erklärt Schnitzenbaumer.

Wie berichtet, hatte die Gemeinde auch mit einem Standort auf dem Nachbargrundstück geliebäugelt. Dies hätte unter anderem den Charme gehabt, dass die Kinder und das Personal aufgrund der Nähe trockenen Fußes in den Turnraum wechseln hätten können. „Die Grundeigentümer wären auch bereit gewesen und hätten uns die Fläche zur Verfügung gestellt“, betont Schnitzenbaumer. Dass es letztlich doch nicht dazu kam, liegt an der Zufahrtsstraße. Die bestehe nur aus einer Asphaltschicht ohne Unterbau und wäre bei der Anlieferung der Container möglicherweise beschädigt worden – mit entsprechenden Kosten für die Gemeinde. Durch den Standort auf dem Kindergartengelände könne der Kran nun auf der Bundesstraße bleiben.

Alles wie geplant läuft hingegen beim Neubau. Mittlerweile stehen schon die Mauern für den Rohbau des Erdgeschoss, berichtet der Bürgermeister. „Es geht flott dahin.“ In der vorletzten Augustwoche würden dann die Vorbereitungen für die Zimmerarbeiten für den ersten Stock und den Dachstuhl erfolgen. Schnitzenbaumer ist zuversichtlich, dass der geplante Bezugstermin im März eingehalten wird.

Noch in der Planungsphase steckt hingegen die Einrichtung eines neuen Krippenraums im Souterrain des katholischen Kindergartens St. Josef in Neuhaus. Wie berichtet, ist dieser seit 2015 wegen eines Wasserschadens nicht nutzbar. Auch die Kindergartenkinder, die derzeit im Pfarrzentrum betreut werden, dürfen sich auf ein neues Zuhause im geplanten Anbau freuen. Um Fördergelder für das Vorhaben beantragen zu können, müsse man aber zuerst eine Kostenberechnung vorlegen, erklärt Schnitzenbaumer. Und dafür wiederum musste das Erzbischöfliche Ordinariat München seinen Segen geben.

Bei einem Treffen im Pfarrhaus wurden nun die entscheidenden Pflöcke eingeschlagen. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, berichtet Diakon Alois Winderl. Der Zeitplan steht weitgehend fest. Die Ausschreibung zur Beauftragung der Fachplaner für die Kostenberechnung könne in Kürze starten. „Wir haben uns auf eine Entwurfsvariante geeinigt“, sagt Winderl. Der Baubeginn für den Krippenraum soll im Februar 2018 erfolgen, pünktlich zum Beginn des Kindergartenjahrs im September 2018 soll die neue Gruppe einziehen können. Eine Zwischenlösung ist laut Winderl nicht mehr notwendig. „Die betroffenen Eltern haben selbst Ersatz gefunden“, erklärt Winderl.

Nicht ganz so groß ist der Leidensdruck für den Kindergarten. Die Kleinen seien eigentlich ganz zufrieden mit ihren Räumen im Pfarrzentrum. Doch für das Personal sei diese Lösung auf Dauer nicht tragbar. Den Ernst der Lage, so Winderl, habe nun auch das Ordinariat begriffen. Im Mai oder Juni sei der Spatenstich für den Anbau geplant, bezugsfertig sollen die neuen Räume zu Weihnachten 2018 sein.

Dass es nun doch so schnell geht, liegt auch am Einsatz der Pfarrei. „Ich habe klar gemacht, dass ich meine Glaubwürdigkeit bei den Eltern nicht mehr länger aufs Spiel setzen werde“, betont der Diakon. Mit diesem Pfund habe er beim Ordinariat gewuchert. Auch der Elternbeirat habe einen Brief verfasst. Dass dies alles nun Früchte trägt, freut Winderl umso mehr: „Da ist mir echt ein großer Stein vom Herzen gefallen.“

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