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Gut eingelebt, aber bereit für den Umzug: Die seit September 2018 bestehende Krippengruppe in Neuhaus residiert noch im Pfarrzentrum. Im Herbst soll es in die eigentliche Heimat ins Kindergartengebäude gehen. Dann steigt die Zahl der Betreuungsplätze auf 15.

„Es bleibt spannend“

Kinderbetreuung in Schliersee: Schon wieder alles übervoll

Kinderbetreuung in Schliersee – ein Dauerbrenner. Ein Jahr nach der Eröffnung des neuen Kindergartens am Heimatmuseum ist wieder alles voll. Und: Krippenplätze sind mal wieder knapp.

Schliersee/Neuhaus – Ab und zu braucht man auch Glück. Wäre da nicht die private Initiative für einen Waldkindergarten, Schliersee würde schon heuer erneut vor einem beträchtlichen Betreuungsengpass bei den Kindergartenkindern stehen. Nach Ende der Anmeldefrist besteht eine Warteliste mit 13 Kindern, drei in Schliersee (bei fünf Gruppen), zehn in Neuhaus (bei zwei Gruppen). Die Eröffnung des Waldkindergartens in Schliersee mit bis zu 18 Plätzen im September wird das Defizit wohl abmildern. Nach Angaben von Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) sieht es gut aus für die neue Einrichtung.

Wie es zuletzt im Gemeinderat hieß, macht auch Schliersee der vom Kultusministerium geschaffene Einschulungskorridor zu schaffen. Der erlaubt es leichter als bisher, Kinder ein Jahr länger in den Kindergarten statt in die Schule zu schicken. „Das erschwert die Planung enorm“, sagte Kämmerin Heidi Riesenthal. Dass der Effekt auf Schliersee durchschlägt, würden die Einschulungszahlen zeigen. Zuletzt gab es stets drei erste Klassen. Nächstes Schuljahr wohl nur noch zwei.

Bei den Krippen sieht es eher schlechter als besser aus. Die Warteliste in der Kleinkindgruppe im Kindergarten Regenbogen umfasst laut Rathausverwaltung zwölf Kinder, in Neuhaus sind es zehn. Besserung ist auch hier in Sicht, aber nur in Neuhaus. Dort finden gerade umfangreiche Bauarbeiten statt. Im Untergeschoss des Kindergartens, der seit Jahren wegen eines Wasserschadens nicht nutzbar war, werden gerade die neuen Räume für eine Krippe eingerichtet. „Die Vorfreude ist groß“, sagt Leiterin Michaela Rauscher, die die Einrichtung seit ihrer Eröffnung im September 2018 leitet. Derzeit ist diese noch im wenige Meter entfernten Pfarrheim untergebracht. „Wir haben uns gut eingelebt.“ 14 Kinder werden dort betreut. Sie teilen sich zehn Plätze. Im neuen Domizil werden es 15 Plätze sein. Das notwendige Personal ist bereits gesichert. Frühere Auszubildende der Einrichtung haben sich für eine Rückkehr entschieden.

Da es in Neuhaus auch die private Krippe „Die Dachse“ mit freien Plätzen gibt, scheint der Bedarf in dem Ortsteil gedeckt. Rätselraten herrscht derweil bei der Verwaltung,wie die Ankündigung aus Miesbach zu verstehen ist, bei den Dachsen zehn Plätze zu reservieren. Riesenthal hält ein Vorgehen für kaum möglich.

Bauarbeiten laufen: Der Kindergarten in Neuhaus wird im Kellergeschoss saniert und nach Osten erweitert. Im Herbst soll alles fertig sein.

Neben der Sanierung der Kellerräume ist am Neuhauser Kindergarten auch eine Erweiterung im Gange. „Die Bauarbeiten gehen voll voran“, sagt Diakon Alois Winderl. Im Herbst soll alles fertig sein, auch wenn es zum Start des Kindergartenjahrs am 1. September wohl nicht klappen wird – insbesondere für den Kindergarten. Die rote Gruppe, die seit dem Wasserschaden vor vier Jahren im Pfarrzentrum residiert, wird auf ihre Rückkehr ins Stammgebäude wohl etwas warten müssen.

Lesen Sie auch: Museums-Anbau für Kindergarten in Schliersee eingeweiht - architektonischer Wurf

Der weitere Umgang mit dem Thema Betreuungsplatzmangel wurde im Gemeinderat nicht weiter thematisiert. Einzig Jürgen Höltschl (CSU) mahnte angesichts des „immer schlimmer“ werdenden Zuzugs, die Situation im Blick zu behalten. Klar ist, räumt auch Riesenthal ein: „Es bleibt spannend.“ Schon in den vergangenen Jahren hat es viele Unwägbarkeiten gegeben beim Thema Kinderbetreuung in Schliersee.

Daniel Krehl

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