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Gegner: Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) und Herausforderer Michael Dürr.

Die Neuauflage eines giftigen Duells

Kommunalwahl 2020 in Schliersee: Dürr tritt wieder an

In Schliersee wird die Kommunalwahl 2020 wieder spannend. Michael Dürr (PWG) hat angekündigt, wieder gegen Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) antreten zu wollen.

Schliersee - Ein ungewöhnlicher Weg, eine Kandidatur bekannt zu geben. Als „Erklärung“ zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend hat Michael Dürr (PWG) seine Absicht, bei der Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr anzutreten, öffentlich gemacht. Die Nominierung steht natürlich noch aus, gilt aber als Formsache.

In Schliersee zeichnen sich die Fronten damit früher ab als in anderen Gemeinden. Denn Amtsinhaber Franz Schnitzenbaumer macht seit Langem keinen Hehl aus seiner Bereitschaft, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Und zuletzt hat der CSU-Ortsverband beziehungsweise dessen Vorsitzender Sepp Ottys bekräftigt, diese Kandidatur zu unterstützen.

Der Wettbewerb aus dem Jahr 2012 findet damit eine Neuauflage. Ob wie damals ein dritter Kandidat auftaucht, ist derweil noch ungewiss. Am ehesten könnte ein solcher noch aus den Reihen der Grünen kommen. Die SPD, für die vor gut sechs Jahren Uwe Schupp ins Rennen gegangen war, scheint nicht gewillt, eine erneute Schlappe zu riskieren. Die fiel im November 2012 herb aus. Lediglich 5,62 Prozent erhielt Schupp.

Ortsvorsitzender Ernst Höltschl findet, die Kandidatur eines SPDlers gegen den Amtsinhaber Schnitzenbaumer „hat wenig Sinn“. Die Genossen wollen sich darauf konzentrieren, mehr als die zwei Mandate zu erringen, die man aktuell innehat. „Unter dem Bürgermeister Kaspar Hirtreiter hatten wir acht Gemeinderäte“, erinnert sich Höltschl. Lang ist’s her. Hirtreiters Amtszeit endete 1984.

Dürr hat weniger Manschetten vor einem zweiten Duell mit Schnitzenbaumer. In seinem kurzen Statement räumte er ein. „Damals habe ich gesagt: ,Ich bin bereit.‘ Das war vielleicht etwas vorschnell.“ Jetzt habe er sechs Jahre Zeit gehabt zu lernen. Dürr sitzt seit der Kommunalwahl 2014 im Gemeinderat und hat sich dort bekanntlich nicht nur Freunde gemacht. Aus der PWG-Fraktion verabschiedeten sich Beatrix Seidenfus und Wolfgang Schauer, auch mit dem Fördervereins-Vorsitzenden Christoph Seidenfus kam es zum Zerwürfnis. Den Freien Wählern Schliersee (PWG) sitzt inzwischen Dürr selbst vor. Vertreter ist Horst Teckhaus, der die Gemeindepolitik ähnlich kritisch begleitet wie Dürr.

Aus den Reihen der ehemaligen PWGler (bis 2014) wird es keinen Bürgermeisterkandidaten geben. Das ist zumindest für Florian Guggenbichler klar, der als einer der fünf „Die Schlierseer“ im Gemeinderat sitzt.

Bleiben die Grünen. Die sind unschlüssig. „Noch ist nichts entschieden“, sagt zum Beispiel Ortsvorsitzender Georg Kammholz. Gemeinderat Gerhard Waas macht sich derweil über Wahlarithmetik Gedanken. Ein eigener Bürgermeisterkandidat zieht gemeinhin auch die Liste der Gemeinderats-Kandidaten mit nach oben. Die Grünen sind entschlossen, ihre Zahl der Mandate weiter zu steigern. Aktuell sind es drei.

Wer glaubt, für Schnitzenbaumer wird der Wiedereinzug ins Rathaus ein Spaziergang, sollte vorsichtig sein. Wahlen in Schliersee bergen gerne Überraschungen. Auch Schnitzenbaumer hatte einst einen Amtsinhaber (Toni Scherer) übertrumpft. Bei der Gemeinderatswahl 2014 erlitt die CSU für sie selbst unerklärliche Verluste, und der Bürgerentscheid zur Ansiedlung der Firma Sixtus brachte auch nicht das zunächst erwartete Ergebnis. Die schärfsten – und letztlich siegreichen – Kritiker tummelten sich damals in oder zumindest in der politischen Nähe der PWG.

dak


Die Serie

Wie es ein Jahr vor der Kommunalwahl in den einzelnen Kommunen aussieht, welche Herausforderer die Fraktionen ins Rennen schicken wollen und welche Namen gehandelt werden, beleuchten wir in dieser Serie.

Lesen Sie dazu auch unseren Auftaktbericht. Dort finden Sie weitere Links zum Thema Kommunalwahl 2020 in den übrigen Städten und Gemeinden.

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