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Schon wieder überholt: Das Kandidatenfoto der PWG Schliersee bedarf einer Korrektur. Anders als zunächst beabsichtigt, tritt Wolfgang Schauer (hinten 3.v.l.) doch nicht auf der Gemeinderatsliste bei der Kommunalwahl 2020 an. Bürgermeisterkandidat Michael Dürr (hinten 2.v.r.) und PWG-Vorsitzender Horst Teckhaus (r.) freuen sich dafür über einige neue Gesichter in ihren Reihen.

Wolfgang Schauer beendet kommunalpolitisches Engagement

PWG Schliersee: Amtierender Gemeinderat tritt nicht mehr an - aus Enttäuschung

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Michael Dürr wollte nicht auf die Liste, Wolfgang Schauer schon. Doch die beiden hatten ihre Rechnung ohne die Teilnehmer der Nominierungsversammlung der PWG Schliersee gemacht.

Schliersee – Michael Dürr wollte nicht auf die Liste, Wolfgang Schauer schon. Doch die beiden hatten ihre Rechnung ohne die Teilnehmer der Nominierungsversammlung der PWG Schliersee gemacht. Die nämlich drängten Dürr, als Bürgermeisterkandidat auch für den Gemeinderat zu kandidieren. Schauer wählten sie hingegen auf einen aus dessen Sicht aussichtslosen Listenplatz – und besiegelten somit seinen Abschied von der Kommunalpolitik.

Es war von vorneherein klar, dass bei der Aufstellungsversammlung im Gasthof Terofal mit Überraschungen zu rechnen ist. In der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode machten die Freien Wähler in Schliersee nicht selten mit personellen Umbrüchen auf sich aufmerksam. Im Juni 2016 erklärten Schauer und Beatrix Seidenfus ihren Austritt aus der Gemeinderatsfraktion, weil sie keine Grundlage mehr für eine Zusammenarbeit mit Dürr sahen. Wenige Monate später bröckelte es dann auch auf Seiten des Unterstützervereins. Vorsitzender Christoph Seidenfus legte sein Amt nieder.

Bei der Nominierungsversammlung standen die Zeichen nun auf Aussprache und Neuanfang, berichtet PWG-Vorsitzender Horst Teckhaus. „Es gab schon Diskussionen, aber hinterher waren wir uns alle einig.“ Auch Dürr bekräftigt, dass er sich schon in den vergangenen Monaten darum bemüht habe, „Frieden und Ruhe reinzubringen“. So sei es ihm auch wichtig gewesen, den Bruch auf Fraktionsebene nicht mit in die Kommunalwahl 2020 zu ziehen. „Ich habe Kreide gefressen, damit wir die Gräben endlich schließen können“, sagt Dürr.

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Der Vorschlag für die Kandidatenliste wirkte da wie eine Bestätigung, denn auch Schauer stand drauf. Er habe der PWG nie den Rücken gekehrt, betont der amtierende Gemeinderat auf Nachfrage. Seine Arbeit der vergangenen Jahre habe ihn dazu ermutigt, bei der Kommunalwahl nochmals anzutreten. Dass es nun doch nicht dazu kommt, begründet Schauer mit dem Abstimmungsergebnis bei der Nominierungsversammlung. Weil ihn die 35 Wahlberechtigten hier nur auf Listenplatz neun sehen wollten, machte er einen Rückzieher.

„Ich bin einfach enttäuscht, dass mein Einsatz nicht so honoriert wurde, wie ich es erwartet habe“, begründet Schauer seine Entscheidung. Also habe er die Konsequenz und damit auch den Schlussstrich unter sein kommunalpolitisches Engagement gezogen. „Das ist jetzt durch für mich“, macht Schauer klar.

Genau andersherum lief es für Dürr. Wie berichtet, wollte er als Bürgermeisterkandidat seinen Namen ganz bewusst nicht mehr auf der Gemeinderatsliste sehen – die Mitglieder aber schon. „Sie haben ihn fast bedrängt“, erzählt Teckhaus. Als Kompromiss bot Dürr an, sich auf den letzten Listenplatz setzen zu lassen. Neuen Gesichtern wie etwa dem Banker Hans Kolb an erster Stelle habe er gern den Vortritt gelassen.

Mit den nominierten Kandidaten habe man genug „hoch motivierte und sympathische“ Leute, um die Gemeindepolitik in Schliersee zu beleben und thematisch nach vorne zu bringen, betonen Dürr und Teckhaus. „Es war ein dynamischer, aber letztlich auch harmonischer Abend“, resümiert Dürr. „Ich freue mich auf die kommenden Monate.“

Die Kandidaten

der PWG Schliersee in absteigender Reihenfolge ihrer Plätze: Hans Kolb, Horst Teckhaus, Peter Musch, Kristine Rauch-Nolte, Karl Hiermeyer, Uschi Teckhaus, Pamela Kolb, Andreas Fleischer, Petra Impler, Gudrun Weitl-Maier und Michael Dürr.

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