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Ist bald so sehr Geschichte wie sein ehemaliger Hausherr: Der vor einem Jahr gestorbene Jodler Peppi und seine Wirtschaft.

Für zwei Wohnhäuser mit Carport

Kult-Gaststätte vom Jodler-Peppi soll abgerissen werden

Ein Jahr ist es her, da der Jodler Peppi im Alter von 84 Jahren starb. Nun wird auch die nach ihm benannte Gaststätte weichen. Der Gemeinderat hat nichts dagegen.

Schliersee – Hier haben unzählige Touristen unvergessliche Abende zugebracht: In seiner urigen Wirtsstube an der Perfallstraße in Schliersee griff Johann „Peppi“ Eckmair wann immer es ging zu seiner Quetschn und spielte für seine Gäste auf – gerne auch bis spät in die Nacht. 40 Jahre lang, bis zu seinem Tod, betrieb das Schlierseer Original die Wirtschaft. Er selbst hatte es zu weltweiter Bekanntheit gebracht, war zehn Jahre in den USA, trat dort sogar mit Louis Armstrong auf, und jodelte nach seiner Rückkehr in allen beliebten Sendungen der Republik. Mit ihm ist eine der bekanntesten Schlierseer Stimmen verstummt, und als nächstes wird wohl sein verwaistes Lokal weichen, dem ohne den Namensgeber ohnehin die Seele fehlen würde.

Dem Schlierseer Rathaus liegt der Antrag auf Abriss des Wohnhauses mit angeschlossener Gaststube vor, und der Gemeinderat hat die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplans angepackt. Entstehen sollen zwei Einfamilienhäuser mit Carports dazwischen.

Die überbaute Fläche würde sich gegenüber dem Bestand nicht großartig ändern, und das Maß der baulichen Nutzung läge auch nicht allzu sehr über dem der Nachbarn, auch wenn es sich um das am intensivsten genutzte Grundstück in dem Wohngebiet handelt. Bauchschmerzen bereitet dem Gemeinderat die Gebäudehöhe. Beantragt waren 6,35 Meter, wie in der Gestaltungssatzung erlaubt. Doch im Bereich der Perfallstraße besteht ein Problem. Er ist seit einem Jahr festgesetztes Überschwemmungsgebiet, und da gelten bei Bauvorhaben strenge Regeln. So darf der Fußboden des Erdgeschosses beim Erreichen eines Hochwassers der Meldestufe 4 noch nicht überflutet sein. Für das betreffende Vorhaben bedeutet dies: Das Erdgeschoss beginnt circa einen Meter über dem Niveau der Perfallstraße, und von diesem Niveau aus bemisst sich auch die Wandhöhe. Im bestehenden Bebauungsplan ist eine maximale Wandhöhe von sechs Metern vorgesehen. Insgesamt würden die Dächer (Unterkante Pfette) der Häuser also sieben Meter über dem Straßenniveau beginnen.

Gemeinderat Wolfgang Schauer (PWG/Ausschussgemeinschaft) erschien dies zu hoch. „Das wird eine richtige Säule.“ Er beantragte eine Reduzierung auf 5,50 Meter. Er fand jedoch nur sechs Mitstreiter für sein Anliegen. Ähnlich waren die Mehrheitsverhältnisse beim Gesamtbeschluss. Die Bebauungsplanänderung geht nun ins weitere Verfahren.

Max Leitner (Die Schlierseer) fragte noch, wie die Änderung der Nutzung zu werten sei. Geschäftsleiter Jörn Alkofer antwortete, dass der Betrieb der Gaststätte in dem Wohngebiet sowieso nur eine Ausnahme gewesen sei. Die urige Wirtsstube mit den unzähligen Erinnerungsstücken an der Wand gehört seit dem Tod des Jodler Peppi der Vergangenheit an. Nun folgt das Gebäude.

dak

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