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Streit um Kurbeitrag in Schliersee: DAV-Bundesverband stärkt Sektion München den Rücken

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Von: Sebastian Grauvogl

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Eine Kuh liegt auf einer Almweide bei der Schönfeldalm.
Im Fokus: die Schönfeldalm im Spitzingseegebiet. © Thomas Plettenberg

Die Alpenvereinssektion München erhält Rückendeckung vom Bundesverband. Auch der DAV selbst lehnt die Kurbeitragspflicht für Hütten wie in Schliersee ab.

Spitzingsee – Müssen Hüttengäste Kurbeitrag entrichten? Die Alpenvereinssektion München sagt „Nein“ und liegt deshalb im Clinch mit der Marktgemeinde Schliersee. Wie berichtet, will die Sektion mit einer Unterschriftenaktion erreichen, dass die Zahlungen von zwei Euro pro Übernachtungen auf der Albert Link- und Schönfeldhütte mit den Wegepflegemaßnahmen verrechnet werden, die der DAV in diesen Bereichen in Eigenleistung stemmt.

Der Bundesverband des Deutschen Alpenvereins (DAV), ist in den Vorstoß aus München nicht eingebunden, berichtet Pressesprecher Thomas Bucher auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir wollen die lokale Strategie nicht beeinflussen.“ In der Position zum Thema Kurbeitrag stehe man aber hinter der Münchner Sektion und teile deren Argumentation. Grundsätzlich mache man in diesem Punkt sehr unterschiedliche Erfahrungen, erklärt Bucher.

Während Hüttengäste in Tirol per Gesetz von der Fremdenverkehrsabgabe befreit seien, komme es in Bayern auf die Satzung in der jeweiligen Gemeinde an. In Vorarlberg hingegen müssten die Hüttenwirte nicht nur das Geld einziehen und wieder abführen, sondern sogar einen komplizierten Meldebogen für jeden Gast ausfällen. Weil die Belegung auf Berghütten schnell wechsle, sitze der Wirt oft spät in der Nacht noch am Schreibtisch. „Dieser Verwaltungsaufwand ist unverhältnismäßig, weil die Hüttenwirte eh schon an der Belastungsgrenze arbeiten“, sagt Bucher.

So weit dürfe es in Bayern nicht kommen, betont der DAV-Sprecher und gibt zu bedenken, dass der Kurbeitrag bei den verhältnismäßig niedrigen Übernachtungspreisen für DAV-Mitglieder schon ein erheblicher prozentualer Aufschlag sei. Und das für Leistungen, die die meisten Hüttengäste nicht in Anspruch nehmen würden.

sg

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