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Hatte die Sympathien gleich auf seiner Seite: der Wahl-Schlierseer und ehemalige Staller aus „Hubert und Staller“, Schauspieler Helmfried von Lüttichau. 

Musikalische Lesung im Heimatmuseum

Kurios weihnachtlich: Lüttichau und Grobmeier begeistern Schliersee

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Eigenwillige Texte, eigenwillige musikalische Untermalung: So brachten Helmfried von Lüttichau und Heinz Grobmeier die Schlierseer in wahre Weihnachtsstimmung.

Schliersee – Eigenwillige Texte, eigenwillige musikalische Untermalung: Mit dieser Mischung fernab jeglicher süßlich-kitschiger „X-Mas“-Beschwörung brachten Schauspieler Helmfried von Lüttichau und der mehrfach ausgezeichnete Multiinstrumentalist Heinz Grobmeier ihr Publikum im voll besetzen Saal des Schlierseer Heimatmuseums in wahre Weihnachtsstimmung.

Damit, dass es im Vorfeld der Lesung mit dem Titel „Heiliger Abend – ABGESAGT!“ zu Irritationen gekommen sei, gestand Schauspieler und Lyriker Helmfried von Lüttichau, habe er nicht gerechnet. Schließlich ist der Wahl-Schlierseer, den man als Johannes Staller aus der TV-Serie „Hubert und Staller“ kennt, mit seinem kantigen und etwas abseitigen Humor in Schliersee nicht unbekannt. Deshalb wunderte sich Lüttichau am Sonntag vor ausverkauftem Saal ein wenig, dass doch einige der Ticketkäufer glatt gedacht hatten, die Veranstaltung würde ausfallen. Mit einem Augenzwinkern und mit einem Blick auf ein zufälliges Treffen mit einer Kollegin, die ihn doch tatsächlich mit Kollege Hubert, sprich Christian Tramitz, verwechselte („Nein, der Staller ist in Italien, und der hat auch die neue Freundin“), riet er allseits zum genauen Lesen.

Er selbst sei dahingehend geprägt von seinen „drei literarischen Hausheiligen“, Karl Valentin, Oskar Maria Graf und Robert Gernhardt. Und Lüttichau zitierte als Test auch gleich Hausheiligen Nummer eins, Karl Valentin: „Wenn die staade Zeit vorbei ist, wird’s auch wieder ruhig.“ Lüttichau hatte die Lacher und Sympathien sofort auf seiner Seite, als er viel von seiner persönlichen Perspektive aufs Weihnachtsfest an sich preisgab. Bevor er Valentins Szene vom „Christbaum-Brettl“ las, gestand er, dass er regelmäßig zu spät dran sei mit dem Christbaumkauf und dass er daher geradezu gezwungen sei, sich der sogenannten „Tierheim-Bäume“ anzunehmen, also jener übrig gebliebenen Exemplare, die hässlich und ungleichmäßig seien, zwei Spitzen oder fehlende Äste hätten – und eigentlich in ein Heim abgeschoben gehörten, gäbe es denn ein solches.

Die Valentin-Texte „Das Weihnachtsgeschenk“ und „Heilig Abend, abgesagt“ wurden ebenso eigenwillig und soundmalerisch untermalt wie die Gedichte „Der Dezember“ oder „Ohne Bleibe“ vom „Provinzschriftsteller und Bauerndichter“ Oskar Maria Graf. Dazu spielte Musiker Heinz Grobmeier nicht nur ganz klassisch die Klarinette, das Vibra-Tone und historische Instrumente wie die Doppel-Okarina und das gotische Hackbrett, sondern auch eine durch ein Holzmundstück und eine Abfluss-Saugglocke zum Saxofon umgebaute Trompete, zwei vom Sound an einen Dudelsack erinnernde Springbockhörner oder die selbst gebauten Instrumente WuWu, Shruti-Box und Aluminium-Chimes.

Besonders im zweiten Teil des Abends, als Lüttichau neben tiefgründigen Graf-Texten zeitkritische Weihnachtsgedichte von Robert Gernhardt las und Grobmeier diese mit einer avantgardistisch mittelalterlich-jazzigen Musik-Melange unterlegte, verbanden sich Text und Klang zu einer kuriosen wie wahrhaftigen Weihnachtsstimmung, die den begeisterten Applaus verdient hatte.

ak

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