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Leader und Kulturvision wollen Landkreis krisensicherer machen

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Von: Christian Masengarb

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Viel diskutiert: Bei der Akteurswerkstatt im Schlierseer Bauerntheater haben unter anderem (v.l.) Weyarns Ex-Bürgermeister Michael Pelzer, Risiko-Forscher Rainer Sachs, Kulturvision-Vorsitzende Monika Ziegler, Leader-Manager Simon Kortus und Landrat Olaf von Löwis Lösungen gesucht, die den Landkreis für künftige Krisen widerstandsfähiger aufstellen.
Viel diskutiert: Bei der Akteurswerkstatt im Schlierseer Bauerntheater haben unter anderem (v.l.) Weyarns Ex-Bürgermeister Michael Pelzer, Risiko-Forscher Rainer Sachs, Kulturvision-Vorsitzende Monika Ziegler, Leader-Manager Simon Kortus und Landrat Olaf von Löwis Lösungen gesucht, die den Landkreis für künftige Krisen widerstandsfähiger aufstellen. © Thomas Plettenberg

Leader-Manager Simon Kortus und Kulturvision-Vorsitzende Monika Ziegler haben Politiker, Touristiker und Bürger zum Ideenaustausch geladen. Das Ziel: Ein zukunftssicherer Landkreis.

Landkreis – Mit einem Beispiel verdeutlicht Leader-Manager Simon Kortus die Lösungen, mit denen die Teilnehmer der Akteurswerkstatt „Unser Landkreis Miesbach 2030“ im Schlierseer Bauerntheater die Gegend auf künftige Herausforderungen vorbereiten wollen: Otterfings Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) habe in einer Diskussionsrunde zur Bürgerbeteiligung festgestellt, wie viele Kommunen inzwischen Arbeitskreise und Bürgerforen gegründet haben, etwa zur Elektromobilität. Oft machten diese die gleiche Arbeit aber doppelt, weil jeder alle Themen von Grund auf angehe. Falkenhahn habe eine digitale Plattform vorgeschlagen, auf denen Arbeitskreise ihre Ergebnisse vorstellen, damit andere Kommunen direkt an die Vorarbeit anknüpfen. Kontaktdaten dazu, fertig ist der digitale Ideen- und Vernetzungsmarktplatz. Weil Kortus ein Computerprogramm dafür kannte, stand das Grundgerüst. Bald soll der Gute-Ideen-Service Landkreis-Bürgern helfen, Herausforderungen schneller und einfacher zu meistern.

Leader und Kulturvision wollen Landkreis krisensicherer machen

Mit Ansätzen wie diesem wollen die Teilnehmer der von der Lokalen Leader-Aktionsgruppe (LAG) und Kulturvision veranstalteten Akteurswerkstatt den Landkreis widerstandsfähiger aufstellen. Politiker wie Landrat Olaf von Löwis (CSU), Gmunds Bürgermeister Alfons Besel (FWG) und Miesbachs Zweite Bürgermeisterin Astrid Güldner (Grüne) sowie zahlreiche Kreisräte besprachen mit Naturschützern, Unternehmern, Touristikern und engagierten Bürgern Lösungen, die keiner alleine hätte finden können. „Je mehr Leute sich Gedanken machen, umso besser wird das Ergebnis“, sagt Kortus. „Davon bin ich überzeugt.“

Hintergrund des Projekts ist eine Förderung des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Dieses hatte sechs Themen festgelegt, anhand derer sich ländliche Landkreise zukunftssicher aufstellen, und suchte Regionen, die die theoretischen Vorgaben mit Leben füllen. Der Landkreis erhielt als Leader-Region den Zuschlag, sich mit Resilienz, also Widerstandsfähigkeit gegen Krisen, zu beschäftigen: Ziele festlegen, Erfüllung prüfen, Blockaden lösen. Weil der Verein Kulturvision um Vorsitzende Monika Ziegler ähnliche Themen anging, beschlossen beide, gemeinsame Sache zu machen. Landrat Löwis unterstützte die Idee.

Seit Februar 2021 haben Teilnehmer in Ideenwerkstätten und Diskussionsrunden Herausforderungen festgelegt, die der Landkreis angehen muss. Neu sind die dabei gefundenen Ziele nicht: Ernährungskreisläufe vor Ort sichern, Strom selbst produzieren, weniger fossile Brennstoffe einführen und so weiter. Doch da liegt das Problem, sagt Kortus. „Alle wissen, was zu tun ist. Die Frage lautet: ,Wie setzen wir es tatsächlich um?‘“

Akteurswerkstatt soll gute Ideen Wirklichkeit werden lassen

Die Akteurswerkstatt brachte nun Menschen zusammen, die genau das tun wollen. Wie können sie voneinander profitieren? Wo fehlt eine Finanzierung? Wo Partner, um ein Projekt umzusetzen? Im Bauerntheater sollten gute Ansätze den letzten Baustein finden, der sie Wirklichkeit werden lässt.

Wie gut das geklappt hat, kann Kortus nicht abschließend sagen. Die LAG werte die Ergebnisse über die nächsten Wochen aus. Die Diskussionen hätten ihn aber überzeugt, ein erster Blick auf die Ergebnisse ebenso.

Die Ergebnisse werden in die Bewerbung der LAG für die Verlängerung als Leader-Region Mitte Juli einfließen und im Anschluss – Zuschlag vorausgesetzt – bei der Vergabe der Fördermittel angewandt, sagt Kortus. Leader könne Bewerbern zeigen, wie sie den Zielen noch besser entsprechen und so mehr Förderung für ihre Projekte erhalten.

Um die Erkenntnisse auch in Projekte zu tragen, auf die Leader der Einfluss fehlt, will Kortus sie den Kreisräten als Grundlage künftiger Entscheidungen bereitstellen. Im Idealfall, sagt er, beschließen die Räte die Ergebnisse als bindende Ziele für den Landkreis.

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