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Gehört dazu: Wagen mit Blasmusik. 
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Nachbau und Original: Die Leonhardikapelle.
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Kunstvoll: Die Rösser wurden aufwendig geschmückt.
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Feldgottesdienst: Pfarrer Hans Sinseder zelebrierte die Leonhardimesse.
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Leonhardifahrt in Schliersee

Weitaus mehr als das Klischee-Bayern

Hier ist zwar das Bilderbuch-Bayern zu sehen, mit Klischees wollen die Teilnehmer der Leonhardi-Fahrt in Schliersee  aber nichts zu tun haben.

Schliersee – Ein beeindruckendes Schauspiel bot auch in diesem Jahr die Schlierseer Leonhardi-Wallfahrt. Zahllose Zuschauer hatte die Traditions-Veranstaltung angelockt, sowohl aus der Region als auch aus der Landeshauptstadt – der zu erwartende Stau am Ortseingang musste also in die Anreise einkalkuliert werden. Ganze Scharen von Menschen hatten sich im Ort selbst entlang der eigens gesperrten Bundesstraße versammelt, als sich Punkt 9 Uhr der prachtvolle Zug in der Schlierseer Ortsmitte Richtung Fischhausen in Bewegung setzte, begleitet vom feierlichen Glockengeläut der Sixtus-Kirche.

Die malerische Bergkulisse war zwar größtenteils vom Nebel verdeckt, als die Pferde unter herbstlich bunten Bäumen am Seeufer entlang schritten; dennoch kamen die aufwendig geschmückten Rösser und Wagen sowie die festlichen Trachten bestens zur Geltung: Die Zweier- und Vierergespanne, teils mit glockenbesetztem Kummet, deren Geläut weithin zu hören war; die blumengeschmückten und bemalten Truhenwagen mit Bildern der Jahreszeiten, des Heiligen Leonhard oder auch von König Ludwig II., die herausgeputzten Schalkfrauen und die Einzelreiter mit ihren gestriegelten Rössern. Immer wieder hielt der Zug zwischenzeitlich, um neue Gespanne sich einreihen zu lassen – insgesamt waren es schließlich über 50 Wagen, die in Fischhausen an der St.-Leonhard-Kirche eintrafen, wo Pfarrer Hans Sinseder den Ankommenden den Segen spendete und anschließend den Gottesdienst unter freiem Himmel zelebrierte.

„Es ist schön, dass auch Auswärtige Interesse zeigen“, findet Ulrike Rieder, deren Familie mit drei Generationen vertreten war. „So können wir den Leuten zeigen, dass wir Bayern auch anders können, als das die verbreiteten Klischees zeigen.“ Der Truhenwagen der Familie wurde 2006 gezimmert, das Fahrgestell ist allerdings schon bedeutend älter: Es stammt aus dem Jahr 1939. Die kunstvollen Schnitzereien habe ihr Mann Georg von einem historischen Wagen aus dem Tölzer Museum abgepaust. Anfangs hätte der Wagen noch unbemalt teilgenommen, dann folgte auch diese Verzierung. Auf den Bildern sind der Großvater und der Vater mit ihren Gespannen abgebildet sowie der zweite Festwagen der Rieders: „Das ist ein Schauwagen mit einer Statue des Heiligen Leonhard aus dem 17. Jahrhundert.“ Um dessen großen Metallreif mit Blumen und Grün zu schmücken, brauchten vier Frauen fast einen Tag, erzählt Rieder.

Welchen Aufwand die Teilnahme mit sich bringt, weiß auch Christian Feldmer: „Die Pferde müssen vorher vom Hufschmied neu beschlagen werden, man muss die Geschirre putzen und die Pferde einspannen, schon eine Woche vorher, damit dann bei der Fahrt im Gespann alles klappt und sie richtig gehen.“ Am Wallfahrtstag selbst seien sie schon um 3.30 Uhr im Stall gestanden und hätten die Pferde eingefüttert, die ein paar Stunden fressen müssten, bevor es dann zur Wallfahrt geht.  

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