Denn der Weihnachtszauber mit seinen Märkten wie am Terofal (Bild links) findet heuer nicht statt. Doch Schliersee hat sich einen coronagerechten Ersatz einfallen lassen.
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Denn der Weihnachtszauber mit seinen Märkten wie am Terofal (Bild links) findet heuer nicht statt. Doch Schliersee hat sich einen coronagerechten Ersatz einfallen lassen.

Helligkeit in den Advent bringen:

Lichter statt Buden: „Schliersee leuchtet“ ersetzt Weihnachtszauber

„Schliersee leuchtet“ soll mehr sein als ein Lückenfüller für den abgesagten Weihnachtszauber. Den gesamten Dezember über erstrahlen markante Punkte im Gemeindegebiet.

Schliersee – Franz Schnitzenbaumer möchte nicht falsch verstanden werden. „Wir möchten keine amerikanischen Lichterverhältnisse“, betont der Schlierseer Bürgermeister in seiner von weihnachtlicher Musik hinterlegten Videobotschaft. Vielmehr wünsche sich die Gemeinde eine „dezente Weihnachtsbeleuchtung in Schliersee“. So werden alle Bürger dazu aufgerufen, ihre Häuser und Gärten in ein adventliches Licht zu tauchen.

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Ganz in Rot getaucht war das Schlierseer Bauerntheater bei der „Night of Light“, mit der die Veranstaltungsbranche im Juni auf die dramatischen Folgen der Corona-Pandemie hingewiesen hat. Bei „Schliersee leuchtet“ im Dezember sollen noch weitere Gebäude im Ort festlich beleuchtet werden.

Lichter statt Buden: „Schliersee leuchtet“ ersetzt Weihnachtszauber

Die Gemeinde geht mit gutem Beispiel voran. Unter dem Motto „Schliersee leuchtet“ werden diverse markante Punkte den gesamten Dezember über festlich illuminert. Ob Rathaus, St. Sixtus, die Ludwigsbüste auf dem Weinberg oder das Bauerntheater: Überall gibt es strahlende Akzente zu bewundern, immer von Einbruch der Dunkelheit bis 22 Uhr. Auch die anderen Ortsteile werden einbezogen. In Neuhaus leuchtet der Kurpark, am Spitzingsee die Kirche St. Bernhard. Optischer Höhepunkt soll aber ein acht Meter hoher Christbaum auf dem Kirchbichl werden. An jeder Stelle also, auf der beim Kulturherbst immer das „rote K“ die Blicke auf sich zieht.

Die Idee zu „Schliersee leuchtet“ haben Kuramtsleiter Mathias Schrön, Gemeindegärtner Reiner Pertl und der Geschäftsführer der Schlierseer Veranstaltungstechnikfirma Laut und Hell, Florian Penzberger, entwickelt. Entstanden ist das Projekt gewissermaßen aus der Not heraus. Nach langem Abwarten habe man sich doch entschieden, den Schlierseer Weihnachtszauber mit seinen verschiedenen Märkten heuer wegen Corona komplett abzusagen, berichtet Schrön. „Alles andere hat in der jetzigen Zeit einfach keinen Sinn.“ Irgendwo verstreut ein paar Hütterl aufzustellen, wäre kein würdiger Ersatz gewesen. „Damit hätte der Weihnachtszauber seinen Charakter verloren“, sagt Schrön.

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Mit „Schliersee leuchtet“ habe man stattdessen eine Möglichkeit gefunden, in dieser dunklen Zeit ein Zeichen des Lichts zu setzen. Und dabei auch mit Laut und Hell eine einheimischen Firma aus der von der Pandemie stark gebeutelten Veranstaltungsbranche zu unterstützen. Besonders freut Schrön, dass die Bürger einbezogen werden. Da keiner sagen könne, ob im Dezember wieder Tourismus möglich sei, könne es gut sein, „dass wir das allein für die Einheimischen machen“.

Die bedanken sich bereits mit Spenden. Fünf bis sechs Christbäume, allesamt aus Schlierseer Gärten, sollen bei „Schliersee leuchtet“ glanzvolle Weihnachtsstimmung verbreiten. Mit rund acht Metern seien diese noch mal größer als in den Jahren zuvor, berichtet Schrön stolz.

Der Kuramtsleiter schließt sich an den Aufruf des Bürgermeisters für die Beleuchtung privater Anwesen im Dezember an. Aber auch Schrön appelliert an die Bürger, es nicht zu übertreiben. Kitsch aus Übersee soll bei „Schliersee leuchtet“ außen vor bleiben, betont der Kuramtsleiter und ergänzt schmunzelnd: „Bitte auch keine herumkrabbelnden Weihnachtsmänner.“

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