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Immerhin sie bleiben: Skulpturen wie die von Otto Wesendonck (vorne) und Tobel (l.) zeugen von vergangenen Kulturherbst-Festivals. Heuer fällt es aus. 

Zu viele Unwägbarkeiten

Lockerungen reichen nicht: Schlierseer Kulturherbst abgesagt

Die jüngsten Lockerungen im Kulturbetrieb sind nicht genug. Deshalb ist der Schlierseer Kulturherbst abgesagt. Der Veranstalter erklärt Details.

Schliersee – Luise Kinseher wäre gekommen und Johannes Berger, und auch Gerhard Polt und Markus Eder hätten sich wieder unterhalten – vor mutmaßlich wieder mehr als 400 Zuhörern. Doch daraus wird heuer nichts: Gestern haben die Gemeinde und der Touristik-Verein den Schlierseer Kulturherbst abgesagt. Knapp 20 Termine hätte er zwischen 8. Oktober und 1. November umfasst.

50 Gäste im Bauerntheater - mit Mundschutz?

Die Unsicherheit war einfach zu groß. Diese Woche hat die Staatsregierung zwar die Beschränkungen für Kulturveranstaltungen gelockert. Aber 50 Besucher auf Abstand und mit Mundschutz bei einem Kirchenkonzert in der Sixtus-Kirche oder im Bauerntheater? Das ist ist kein Szenario, für das Johannes Wegmann Kultur organisiert. Denn diese „lebt von der Begegnung, dem Austausch“. Das würde mit den aktuellen Auflagen – und auf keiner anderen Grundlage könne er entscheiden, sagt Wegmann – nicht funktionieren.

Kulturherbst: Mit zu wenig Gästen lassen sich Gagen nicht bezahlen

Hinzu kommen wirtschaftliche Gründe. Künstler müssen bezahlt werden, und dafür braucht es genügend Zuschauer. Mit 50 zahlenden Gästen kann man einen Alfred Dorfer wohl kaum bekommen. Und weniger Gäste heißt auch: Das Interesse der Sponsoren lässt nach. Diese sind ob der aktuellen Corona-Lage ohnehin verunsichert.

Unklarheiten bestehen auch beim Ticket-Verkauf. Platzkarten sind gemeinhin vorab buchbar, also braucht es einen Saalplan. Ändern sich die Richtlinien, müsste man den Vorverkauf quasi von vorne beginnen.

Zunächst alle Termine abgesagt - vielleicht Einzelveranstaltungen

Zunächst ist also alles abgesagt, auch die Ausstellungen – eine Fotoschau zum Thema „Berge“ und ein Kunstausstellung. Wegmann findet: „Vernissagen sind da das Kernstück für jeden Künstler.“ Doch auch diese sind kaum möglich.

Vergangenes Jahr gab es einen großen Abend anlässlich 100 Jahre Markterhebung.

Ob einzelne Termine – etwa das Kirchenkonzert mit Johannes Berger – doch über die Bühne gehen, liegt laut Wegmann am jeweils verantwortlichen Veranstalter, zum Beispiel der Gäste-Info oder der Pfarrei. Wegmann selbst möchte die Pause nutzen, um zu überlegen, wie man den Kulturherbst künftig aufstellen möchte. Elf Mal hat er inzwischen stattgefunden, hat sich stetig weiterentwickelt und in den vergangenen Jahren nochmal kräftig Rückenwind erhalten. Das hat sich nach Ansicht der Verantwortlichen auch in den Übernachtungszahlen im Oktober bemerkbar gemacht. Dieser Effekt fällt heuer weg.

Kulturherbst: Absage kein finanzieller Ruin

Immerhin: Einen größeren finanziellen Schaden habe der Kulturherbst nicht davongetragen, sagt Wegmann. Die Schlierseer gießen das Programm vergleichsweise spät in seine endgültige Form und bewerben es dann. Die Absage, so der Touristik-Vereins-Vorsitzende, „tut schon weh“. 

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