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Der Feuerwehrler wurde unter anderem als Rindviech beschimpft (Symbolbild).

Und beschimpft ihn als „Rindviech, Depp, Idiot“

Mann droht Feuerwehrler: „Fass mein Auto an und ich bring dich um“

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Schliersee - Ein Feuerwehrler sperrt eine Straße ab. Was er sich dann von einem Autofahrer - und Kameraden - anhören muss, ist unglaublich. Jetzt kam es zum Prozess.

Ein Feuerwehrmann aus Schliersee sperrte beim Alt-Schlierseer-Kirchtag im August die Straße ab und wurde von einem Autofahrer übel beschimpft und bedroht. Das ließ er sich nicht gefallen und zeigte den Fahrer an. Weil der das zunächst abstritt, landete der Vorfall nun vor dem Miesbacher Amtsgericht. Dass der Autofahrer selbst Mitglied bei der Feuerwehr ist und sozusagen einen Kameraden beleidigte, konnte Richter Walter Leitner gar nicht verstehen.

So soll es sich abgespielt haben: Der 23-jährige Haushamer war mit seinem Wagen in Schliersee unterwegs. Noch bevor er die Absperrung erreichte, regte er sich über einen anderen Fahrer mit Münchner Kennzeichen auf: „Ihr Münchner fahrt wie die Arschlöcher und ihr seid Arschlöcher.“ 

Als er dann auf die Sperre traf, versuchte er, um den dort postierten Schlierseer Feuerwehrler. „Er ist mit dem Reifen an mein Schienbein und ich habe die Hand auf die Motorhaube gestützt“, erzählte der im Zeugenstand.

Da sei der Angeklagte ausgetickt, habe ihm diverse Schimpfwörter wie „Rindviech, Idiot und Depp“ an den Kopf geworfen und gedroht: „Fass mein Auto an und ich bring dich um.“ Weil er auch immer wieder Gas gab und der Feuerwehrler wieder und wieder zurückweichen musste, zeigte der ihn letztlich wegen Beleidigung bei der Polizei an. „Das wollte ich mir nicht gefallen lassen“, erklärte er. Der Angeklagte, der ohne Anwalt zur Verhandlung erschienen war, gab alles zu.

Stress mit der Freundin und in der Arbeit – da seien ihm die Sicherungen durchgebrannt. „Ich bin ja selbst Feuerwehrler und weiß, wie es ist, wenn man die Straße absperrt“, erklärte er. Bei den beiden Zeugen, dem Münchner Autofahrer und dem Schlierseer, entschuldigte er sich noch im Gerichtssaal per Handschlag. Nach einem Blick in das Vorstrafenregister schüttelte Staatsanwalt Florian Schweyer den Kopf und fragte: „Wie oft brennen denn bei Ihnen die Sicherungen durch?“ Zwei Vorstrafen nach Jugendstrafrecht hatte der Angeklagte nämlich schon, beide wegen Beleidigung und Bedrohung. Jedem passiere das doch mal, verteidigte sich der 23-Jährige.

So einfach ließ ihn Richter Leitner aber nicht davonkommen. „Da braucht es nicht viel und er geht durch die Decke“, sagte er über die bisherigen Ausraster des Angeklagten. Außerdem: „Sie haben doch gewusst, dass der Feuerwehrler da ehrenamtlich arbeitet.“

Weil aber weiter nichts passiert war und er die Taten gleich zugegeben hatte, blieb es für den Haushamer bei einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 15 Euro. Ein wenig zerknirscht versprach er: „Ich werde an mir arbeiten.“

nip

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