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Ärger um Investition von Manuel Neuer: Forsthaus Valepp „entkernt“? - Verein startet Petition

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Reden über Pläne: Pachtbewerber, Gemeinde, Staatsforsten und Behörden kamen nun beim Forsthaus Valepp zusammen, um das Konzept zu besprechen.
Reden über Pläne: Pachtbewerber, Gemeinde, Staatsforsten und Behörden kamen nun beim Forsthaus Valepp zusammen, um das Konzept zu besprechen. © thomas plettenberg

Bei einem Ortstermin am Forsthaus Valepp haben sich Pachtbewerber und Behörden ausgetauscht. Dabei gab es auch kritische Töne.

Spitzingsee – Seit Fußballstar Manuel Neuer als potenzieller Mitinvestor beim Forsthaus Valepp bekannt ist, erhält das Thema viel überregionale Aufmerksamkeit. Nun hat sein Geschäftspartner Johannes Rabl (u.a. Leeberghof Tegernsee) bei einem Ortstermin Vertretern des Gemeinderats Schliersee, der Bayerischen Staatsforsten als Eigentümer-Vertreter und des Denkmalschutzes seine Ideen erläutert. Wie berichtet, möchte er ein traditionelles Berggasthaus betreiben und strebt ein naturverträgliches Konzept an.

Forsthaus Valepp: Argwohn wegen nicht näher bezeichnetem Gastro-Raum

Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) zufolge sahen verschiedene Teilnehmer ein zweigeschossiges Gebäude, das Rabl für Küche, Essensausgabe und Personalwohnungen bauen möchte kritisch. Auch ein Carport/Lager, das zu einem Gastro-Raum erweitert werden soll, weckte Argwohn. „Wir haben uns gefragt, was da drin passieren soll“, so Schnitzenbaumer. Dies müsse Rabl in einem Nutzungskonzept darlegen, das Bestandteil der Baugenehmigung sein soll. Auch über den Verkehr werde zu sprechen sein. Bezüglich des neuen Gebäudes habe Rabl Alternativen angekündigt. Die für März geplante Behandlung im Bauausschuss verschiebe sich daher.

Investition von Manuel Neuer am Forsthaus Valepp: Verein zum Schutz der Bergwelt äußert sich

Wie berichtet, ist zum Forsthaus eine Petition an den Landtag anhängig. In dieser waren Behauptungen enthalten, die so gar nicht zu dem passten, was Rabl und die Bayerischen Staatsforsten bisher als Konzept vorstellten. Auf Anfrage konkretisiert der Verein zum Schutz der Bergwelt (VzSB) schriftlich, wie seine Angaben zu verstehen sind. Dass das Fosthaus „offensichtlich völlig entkernt“ wurde, stehe im Exposé der Staatsforsten selbst, auch Bildbelegen fänden sich darin. Das ist beides richtig, wobei die Bilder zeigen, dass nicht in dem Sinne entkernt wurde, als das Hand ans Mauerwerk gelegt wurde. Der Eindruck, es würden nur noch die vier Außenwände stehen, wie ihn mancher bei der Lektüre der Petition gewinnt, wäre somit falsch.

Ärger um Forsthaus Valepp: Änderung der Verkehrsregelung erscheint „zumindest möglich“

Ebenfalls überrascht waren die Beteiligten, dass die Petenten von einer Diskussion um die Öffnung der gesperrten Straße vom Spitzingsee her schrieben. Auch hier zitiert der VzSB das Exposé. Darin steht unter anderem: „Schneeräumung auf den asphaltierten Straße vom Spitzingsee und Rottach-Egern ist grundsätzlich möglich.“ Für den Petenten zeigt dies „für jedermann nachvollziehbar, dass auf beiden Seiten ein Fahrverkehr bzw. Änderungen desselben zumindest für möglich gehalten werden, und das entgegen der bisherigen Praxis auch im Winter“.

Vermutung: Klappt‘s nicht mit dem bescheidenen Konzept, kommt doch was Exklusiveres

Zum unterstellten „Nobelrestaurant für ein exklusives Publikum“ erklärt der Verein: „Diese Aussage formuliert unser Ziel, eine solche Entwicklung zu verhindern.“ Mit großer Sorge verfolge man die Entwicklungen hin zu einer „Erlebnisgastronomie“ im Alpenraum. Eine Vergabe im Erbbaurecht bedeute ein privatwirtschaftliches Investment, das sich letztlich auch lohnen müsse. „Das wird sich nur mit einem Betriebskonzept realisieren lassen, das entsprechende Gewinne abwirft.“ Sollte sich eine traditionelle Nutzung nicht rechnen, würde sich „der Druck in Richtung einer gewinnträchtigeren Betriebsform massiv erhöhen“, schreibt der Verein. Daher der Vorschlag, dass eine nicht-gewinnorientierte Einrichtung, etwa eine Stiftung, das Haus unterhält und gegebenenfalls verpachtet.

Mit ihrer Eingabe hätten die Vereine immerhin schon erreicht, dass eine öffentliche Diskussion ins Rollen gekommen ist. „Dies hat schon jetzt zur besseren Transparenz der Abläufe beigetragen, was wir als einen ersten Erfolg betrachten.“ Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Miesbach lesen Sie immer aktuell bei uns.

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