Obere Maxlrainer Alm im Rotwandgebiet
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Der Eigentümer will die Obere Maxlrainer Alm erweitern.

Pläne hoch über dem Spitzingsee

Maxlrainer Alm: Bauausschuss Schliersee befürwortet Neubau

Nach längerem Hin und Her haben die Umbaupläne für die Obere Maxlrainer Alm nun den Schlierseer Bauausschuss passiert und gehen ans Landratsamt. Am Ziel ist Eigentümer Matthias Schmidlin damit noch nicht.

Schliersee – Ein weiteres Mal hatten Architekt Johannes Wegmann und Matthias Schmidlin ein wenig Hand an die Planung für die Obere Maxlrainer Alm auf 1500 Meter Höhe gelegt. Wie berichtet, soll der oberirdische Teil der Pistenraupenhalle abgerissen werden, das Nebengebäude ebenso. Als Ersatz soll es einen Neubau geben – ein Seminarstadel mit 23,75 mal 14,50 Meter Grundfläche mit Keller, Erd- und Dachgeschoss rechtwinklig zur bestehenden Alm, auf der es Anfang 2020 brannte.

Insgesamt 69 Gästebetten soll es am Ende geben, dazu vier Personalzimmer, eine Betreiberwohnung und eben einen Seminarraum. Der Altbestand soll um elf Meter verlängert und aufgestockt werden, die Gastronomie für externe Gäste bis längstens 21.30 Uhr geöffnet sein. In dem als „Gesamtkonzept“ titulierten Katalog sind 16 Stellplätze genannt, etwa an der Talstation der Taubensteinbahn, am Seeweg in Spitzingsee und am sogenannten Saumhäusl. In der Sitzungsvorlage sind sie allerdings mit dem Vermerk „rechtliche Sicherung nicht nachgewiesen“ versehen. Ein „Gesamtkonzept“ war es, was der Bauausschuss in seiner Februarsitzung haben wollte. Nicht jeder bewertete das nun Vorgelegte als solches.

„Hausaufgaben nicht gemacht“

Astrid Leitner (CSU) etwa sagte, Schmidlin „legt immer wieder was vor, hat aber die Hausaufgaben nicht gemacht“. Gerhard Waas (Grüne) stieß ins selbe Horn. „Ich will wissen, wie der touristische Verkehr gelenkt wird.“ Hier macht ihm vor allem die Almwirtschaft Kopfzerbrechen, mit der die touristische Nutzung nicht in Konflikt geraten dürfe. Dritter im Kritiker-Bunde war Horst Teckhaus (PWG), der den Begriff Stadel für „verharmlosend“ hält.

So soll es werden: Die bestehende Alm (l.) soll verlängert und aufgestockt und um einen Neubau ergänzt werden. Das gesamte Areal soll grüner werden, in der Mitte ein Löschwasserteich entstehen.

Wegmann versuchte erklärend einzuschreiten, verwies darauf, dass zwei Nebengebäude wegkommen und nur eins neu gebaut wird, und dass Schmidlin an einem Wegekonzept zur Besucherlenkung arbeitet – unter Einbeziehung unter anderem der Unteren Naturschutzbehörde und des Alpenvereins.

Umbau wäre „deutliche Aufwertung“

Zuvor hatte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) gesagt, er könne „bei den Gebäudlichkeiten jetzt guten Gewissens dabei sein“, und erinnerte daran, dass es sich „nicht um eine kleine Alm, sondern um einen Wirtschaftsbetrieb“ handle. Dass der im aktuellen Zustand einen regelrechten Schandfleck darstellt, daran besteht wenig Zweifel. Das Vorhaben, so Schnitzenbaumer, bedeute eine „deutliche Aufwertung“. Letztlich sah das die Mehrheit im Bauausschuss so. Der Bauantrag wurde mit 4:3 Stimmen befürwortet und geht nun ans Landratsamt. Dort liegen bereits die Pläne für die Erweiterung des Altbestands, dem der Bauausschuss im März zustimmte.

Dort werden Schmidlin und Wegmann sicher noch einiges zu klären haben. Neben den Stellplätzen wird die Behörde sicher auch ein Auge auf das Ausmaß der Erweiterung werfen. Wegmann ist zuversichtlich, dass er, Schmidlin und das neu hinzugekommene Büro für Landschaftsarchitektur Schelle Heyse Behr aus Bad Endorf die fraglichen Themen „in Ruhe abarbeiten“ können. Wobei Schnitzenbaumer in der Sitzung darauf pochte: „Wir müssen weiterhin eingebunden sein.“

Der Status Quo: Besonders die Pistenraupenhalle (oben) ist dem Bauausschuss ein Dorn im Auge. Sie soll oberirdisch abgetragen werden. Auch das Nebengebäude kommt weg.

Abermals bekräftigt Schmidlin auf Anfrage, das von Beton geprägte Areal grüner gestalten zu wollen. So soll die versiegelte Fläche aufgebrochen werden, damit Grün sprießen kann. „Mir ist wichtig, wie die Ökobilanz aussieht“, sagt er.

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dak

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