Künftig wird kassiert: Auf ihren Wanderparkplätzen – hier an der Hennererstraße – verlangt die Gemeinde Schliersee künftig Geld. Die Flächen hat sie selbst angepachtet.
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Künftig wird kassiert: Auf ihren Wanderparkplätzen – hier an der Hennererstraße – verlangt die Gemeinde Schliersee künftig Geld. Die Flächen hat sie selbst angepachtet.

Gemeinde dreht an mehreren Gebührenschrauben

Mehr, länger und umfangreicher: Gemeinde Schliersee hält auf Parkplätzen die Hand auf

Schliersee – Die Gemeinde Schliersee schraubt die Parkgebühren in die Höhe und hält künftig auch auf den Wanderparkplätzen die Hand auf. Der Gemeinderat hat dies nun beschlossen.

Demzufolge werden künftig nach der gebührenfreien ersten Stunde zwei statt bislang ein Euro fällig, und der Betrag steigt pro Stunde um einen Euro statt wie bisher um 50 Cent. Mehr als zehn Euro werden pro Tag aber nicht fällig, bisher waren es maximal sechs Euro. Neu ist die Nachtgebühr für Wohnmobile auf den Parkplätzen an der Schlierach und dem Waldfestplatz. Sie beträgt 20 Euro. Die genannten Flächen werden ebenso neu bewirtschaftet wie die an der Carl-Schwarz-Straße und an der Unterleiten unweit des Strandbads. Dies hatte der Gemeinderat schon im Juli vergangenen Jahres beschlossen. Die Parkautomaten werden allerdings erst jetzt im Frühjahr aufgestellt. Das Rathaus hatte sie erst noch kaufen müssen.

Wanderparkplätze in Schliersee künftig gebührenpflichtig

Dies gilt auch die für Wanderparkplätze an Hennerer-, Aurach-, Dürnbach- und Westerbergstraße. Diese Flächen hat die Gemeinde angepachtet und bisher nichts fürs Parken verlangt. Das ändert sich nun. Wer sein Auto dort abstellt, muss aber nicht so viel zahlen wie innerorts, sondern – der Vorschlag kam von Vize-Bürgermeister Peter Sprenger (Die Schlierseer) – die bisher geltenden Staffel-Tarife, maximal also sechs Euro pro Tag. Dies ermöglicht etwa Gassigehern, eine Stunde gratis zu parken; die Verwaltung hatte nur ein Tagesticket vorgeschlagen. Dafür gilt die Gebührenpflicht auf den Wanderparkplätzen rund um die Uhr, während im Ort nur zwischen 8 und 20  Uhr (bisher 18 Uhr) gezahlt werden muss. Auch Jahreskarten für die Stellflächen im Ort gibt es: Sie kosten 120 Euro. Die Entscheidung im Gemeinderat fiel jeweils einstimmig.

Gefahr bei zu hohen Gebühren: Autofahrer riskieren Strafzettel, die kaum mehr kosten

Wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) berichtete, gab es im vorberatenden Finanzausschuss Stimmen, die auch deutlich höhere Gebühren mitgetragen hätten. Davon aber riet er ab: „Wenn ich so viel zahlen muss wie für einen Strafzettel, dann riskier ich’s vielleicht.“

Gratis-Parken für Einheimische: Das Rathaus prüft

Zudem ist die Verwaltung im Rathaus beauftragt, einen Gebühren-Nach- oder -erlass für Schlierseer zu prüfen. „Ich würde soweit gehen, Einheimische auf Wanderparkplätzen kostenlos parken zu lassen“, sagte Florian Zeindl (CSU), woraufhin Philipp Krogoll (Die Schlierseer) – auf die Autobahn-Maut anspielend – erwiderte: „Geht das überhaupt, oder werden wir dann von den Österreichern verklagt?“ Tatsächlich, sagt Schnitzenbaumer auf Anfrage, klopfe die Gemeinde das Modell auf Konformität mit der europäischen Gesetzgebung ab.

Parkster-App hat sich bewährt

Was Schliersee beibehalten wird, ist die App Parkster, die das Bezahlen per Handy erlaubt. Die hatte die Gemeinde vergangenes Jahr kurzerhand eingeführt, weil wegen der Wirecard-Insolvenz die Kartenzahlung an bestimmten Automaten nicht funktionierte (wir berichteten). Das klappt nun zwar wieder. Wie Schnitzenbaumer auf Nachfrage sagt, hat sich das System aber gut bewährt. Und da es auch in Fischbachau, Bayrischzell, am Sudelfeld und teilweise auch am Spitzingsee eingesetzt wird, bleibt es im Sinne des Komforts für die Gäste dabei.

Das Thema Parken wird auch andernorts diskutiert. Lesen Sie hier Neues Konzept gefordert: Wie teuer darf das Parken in Bad Wiessee sein? und hier Auf den Wanderparkplätzen: Bayrischzell schraubt an den Parkgebühren

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