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Sie ist in Schliersee daheim: Theresa Wagner, Studentin, 27 Jahre alt.

UNSERE NEUE SERIE: MEIN DORF

Serie "Mein Dorf": Schliersee fehlt "eine gscheide Boazn"

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München - "Mein Dorf" ist unsere neue Serie. Hier beantworten Oberbayern jede Woche Fragen zu ihrer Heimat. Den Auftakt macht Theresa Wagner (27) aus Schliersee (Landkreis Miesbach). 

Theresa Wagner ist nach einigen längeren Aufenthalten in Freiburg und Bozen in Südtirol in ihren Heimatort Schliersee (Landkreis Miesbach) zurückgekehrt. Die 27-Jährige studiert Soziale Arbeit.

Münchner Merkur: Was ist das Schönste in Schliersee? 

Wagner: Das Schönste ist, wenn man in die Apotheke oder in das Buchgeschäft geht, und die Leut’ wissen, wer man ist und dich mit dem Namen ansprechen. Jeder kennt dort jeden. Das finde ich nicht schlimm, weil ich kein Thema beim Dorfratsch bin.

MM: Was ist in Schliersee der wichtigste Tag im Jahr? 

Wagner: Ich würde mal sagen, das Seefest, das drei Tage dauert. Da machen die Leute – egal ob alt oder jung – Party. Und das auch wenn es regnet, weil’s einfach Tradition ist.

MM: Was fehlt Ihrer Meinung nach im Ort? 

Wagner: A gscheide Boazn. Die alte wurde abgerissen, weil man Parkplätze gebraucht hat. Wir trauern ihr aber immer noch nach. Es gibt deshalb auch jedes Jahr einen Gedenktag. Heuer haben wir zehnjähriges Abriss-Jubiläum gefeiert. Außerdem hat die Nachbargemeinde Hausham eine solche Kneipe. Die sind uns also was voraus.

MM: Was sollte man essen, wenn man nach Schliersee kommt? 

Wagner: Besonders gut schmeckt ein Kaiserschmarrn auf der Gindelalm. Gerade nach dem Aufstieg hat man sich den verdient. Und dann gibt’s da noch die Brezn beim Bäcker Zanger. Die sind zwar klein, aber saugut. Man muss dafür früh aufstehen, sonst steht man lang in der Schlange.

MM: Welche Tipps haben Sie für Zuagroaste? Was ist wichtig, wenn man in den Ort zieht? Was muss man können?

Wagner: Mein Tipp ist, keine Extrawürst’ zu wollen. Man sollte anpassungsfähig sein, das heißt, nicht einen auf Highlife machen, sondern sich dem Schliersee-Rhythmus anpassen. Bei uns geht man einfach gern ins Bauerntheater oder hockt gern zusammen. Außerdem darf ein Zuagroaster nicht empfindlich sein – er muss schlagfertig sein.

MM: Was zeichnet einen Original-Schlierseer aus? Wie tickt er? 

Wagner: Der Ur-Schlierseer spielt Theater und Zither, jodelt, trinkt gern Bier und Wein, ist brutal gesellig und gehört dem Trachtenverein oder dem Skiclub an. Der Stammtisch ist hier fester Bestandteil im Wochenplan. Außerdem hat der Schlierseer einen guten Humor, ist aber manchmal auch ein bisschen zwider. Und seit Neuestem gehen die Frauen im neuen Fitnessstudio zum Yoga-Kurs – zum Ratschen.

MM: Was ist Ihr Lieblingsplatzerl? 

Wagner: Der Weinberg. Der gehört zu meiner Kindheit dazu. Dort steht ein richtig schöner Baum, auf dem wir immer herumgekraxelt sind oder uns versteckt haben. Außerdem steht dort eine wunderschöne Kapelle und man sieht über den ganzen Schliersee.

Fakten über Schliersee im Landkreis Miesbach

  • Bürgermeister: Franz Schnitzenbaumer, CSU 
  • Einwohner: 6500 
  • Besucher: 130.000 Übernachtungsgäste und fast eine Million Tagesgäste im Jahr 

Geschichte: Im Jahr 779 gründeten fünf Brüder ein Kloster – sie nannten es „Slyrse“. 

- Schlierseer Berühmtheiten: Ski-Star Markus Wasmeier und sein Museum, Kabarettist Gerhard Polt, das Bauerntheater (seit 1892, das älteste seiner Art), die Whisky-Destillerie Slyrs

Unsere Serie "Mein Dorf": Machen Sie mit!

Wollen Sie mitmachen? Wenn auch Sie Ihr Dorf oder Ihre Stadt vorstellen möchten, schreiben Sie uns an blickpunkt@merkur.de oder an Münchner Merkur, Im Blickpunkt, Paul-Heyse-Straße 2-4, 80336 München. 

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