Wasser aus dem Tal für Hütten am Berg: Die Schwarzenkopfhütte (l.) der Bereitschaftspolizei Bayern bekommt mitsamt der dazugehörigen Jubiläumshütte und weiterer Häuser im Bereich der Schönfeldalm einen neuen Wasseranschluss. Rund 2,4 Millionen Euro kostet die Maßnahme.
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Wasser aus dem Tal für Hütten am Berg: Die Schwarzenkopfhütte (l.) der Bereitschaftspolizei Bayern bekommt mitsamt der dazugehörigen Jubiläumshütte und weiterer Häuser im Bereich der Schönfeldalm einen neuen Wasseranschluss. Rund 2,4 Millionen Euro kostet die Maßnahme.

Millionen für besseres Wasser in den Bergen

Eine gute Stange Geld hat der Freistaat ehedem in die Wasserversorgung der Schwarzenkopfhütte gesteckt. Doch die Probleme mit der Wasserqualität ließen einfach nicht nach. Nun werden diese und weitere Hütten an die gemeindliche Versorgung angeschlossen. Was einen Millionenbetrag kostet.

Schliersee – Die Schönfeldalm unterhalb des Taubensteins ist eigentlich gut erschlossen. Dort stehen diverse Hütten: neben der Schwarzenkopfhütte mit Jubiläumshütte ist dies zum Beispiel die Schönfeldhütte des Alpenvereins und etwas weiter unterhalb im Süden die Untere Maxlraineralm und das ehemalige Berggasthaus Igler. Die meisten eint ein Problem: Menge und Qualität des Trinkwassers. Bislang wird das wertvolle Nass aus Quellen gewonnen. Doch deren Schüttung lässt nach, was sich negativ auf die Güte des Trinkwassers niederschlägt. Für die Hütten der Bereitschaftspolizei hatte das zuständige Staatliche Bauamt Rosenheim vor ein paar Jahren neue Rohrleitungen verlegt und einen neuen Wasserspeicher gebaut. Damit nicht genug: „Nur durch eine aufwendige und kostenintensive Aufbereitung und Chlorung des Trinkwassers seit 2017 ist ein Gebrauch möglich“, heißt es seitens des Bauamts auf Anfrage. Doch auch damit war es nicht getan. Vor zwei Jahren konstatierte eine Masterarbeit „erhebliche qualitative und quantitative Beeinträchtigungen der Wasserversorgung“, so die Behörde weiter. Somit blieb nur der Anschluss an die gemeindliche Trinkwasserversorgung. Diese wird seit 2018 über ein Sonderförderprogramm des Freistaats Bayern gefördert. Es geht um Berghütten, die über 1000 Meter Höhe liegen. Das Programm läuft heuer aus, weshalb zumindest der Förderantrag noch in diesem Jahr gestellt werden muss. Für die Umsetzung bleiben dann drei Jahre Zeit. Diese Umsetzung läuft über die Gemeinde Schliersee, weshalb die Maßnahme auch über den Gemeinde-Haushalt läuft, dessen Volumen in die Höhe treibt, ohne dass die Gemeinde selbst etwas zahlen muss. Denn die 25 Prozent, die nicht vom Freistaat kommen, müssen die Nutznießer der Maßnahme bezahlen.

Die Gesamtkosten sind beträchtlich. Mit 2,44 Millionen Euro bezifferte sich Richard Steiner vom beauftragten Ingenieurbüro Infra aus Rosenheim. Vom Tal wird eine fast zwei Kilometer lange Wasserleitung die Taubensteinabfahrt entlang nach oben führen. Dort werden weitere 1,3 Kilometer Leitung verlegt. Hinzu kommt ein Hochbehälter an der Schönfeldhütte. Immerhin sind die zuletzt verlegten Leitungen zu den Ausbildungseinrichtungen der Polizei weiterverwendbar. „Die müssen wir nur auf den Stand der Technik bringen“, sagte Steiner, als er das Projekt im Gemeinderat vorstellte. Anders sieht es mit dem Wasserbehälter aus, wie der Ingenieur auf Anfrage von Pius Kieninger (CSU) sagte. Die Anlage entspreche nicht dem Stand der Technik, sagte Steiner.

Trotz wiederholter Anfrage ist des dem Bauamt in den vergangenen zwei Monaten nicht gelungen, die Kosten für Rohrleitungs- und Behälterbau 2015/16 zu eruieren und mitzuteilen. Vorläufig bleibt unklar, wie viel Geld bei der von Steiner erkennbar nicht sehr hoch geschätzten Maßnahme verbaut wurde, ohne dass die Qualität der Wasserversorgungs besser wurde.

Neben den genannten Häusern sollen auch drei Hütten der Staatsforsten ans Trinkwasser angeschlossen werden. Ein Teil der Gesamtkosten entfällt auch auf noch fehlenden Anschlüsse an die Wasserentsorgung. Aktuell, so sagt Steiner auf Anfrage, wird die Ausschreibung vorbereitet. Die Fertigstellung ist für das kommende Jahr geplant.

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