Rotwandgebirge: Mountainbiker verprügelt Naturschutzbeauftragten (Symbolfoto)
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Rotwandgebirge: Mountainbiker verprügelt Naturschutzbeauftragten (Symbolfoto)

Ausflügler-Ärger

Am Spitzingsee: Mountainbiker rastet aus - er verprügelt Naturschutz-Beauftragten

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Ein Mountainbiker hat am Sonntag am Spitzingsee einen Naturschutzbeauftragten des Landratsamtes im Rotwandgebirge verprügelt. Die Polizei sucht Zeugen.

  • Ein Mountainbiker ist am Spitzingsee ausgerastet.
  • Er prügelte auf einen Naturschutzbeauftragten ein.
  • Die Polizei sucht nun nach Zeugen des Vorfalls.
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So berichtet der Gebietsbetreuer vom Angriff

Update von 17.48 Uhr: Spitzingsee – Als Florian Bossert am Sonntag in der Nähe des Rotwandhauses zwei Mountainbiker auf das Radlverbot an dieser Stelle hinweist, ahnt er nicht, dass das Gespräch gleich eskalieren wird. Der 35-jährige Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge hat an diesem Tag bereits über 100 Menschen das richtige Verhalten am Berg erklärt. Seit seinem Amtsantritt vor knapp einem Jahr waren es Tausende. Fast immer ist er auf Verständnis gestoßen. Wenige haben ihn ignoriert. Aggressiv geworden ist niemand. Bis jetzt.

Der Tatort: Florian Bossert (grünes T-Shirt) bei einer Müllsammel-Aktion mit Jugendlichen und den Rangern (h.v.l.) Horst Jenicek und Fränze Stein im vergangenen Jahr am Rotwandhaus. Das Schild verrät: Radfahren verboten. Ganz in der Nähe wurde Bossert nun angegriffen, als er einen Mountainbiker darauf hinwies.

Bossert sieht die zwei Radler gegen 13.30 Uhr. Sie fahren auf dem schmalen, teils felsigen, teils grasigen Steig Richtung Pfanngraben. Er weiß: Begegnen Biker dort Wanderern, wird es eng. Gerade am Sonntag, wo bei Sonnenschein viele Menschen unterwegs sind, droht Streit.

Bossert will dem vorbeugen, indem er auf Regeln hinweist. Das ist seine Aufgabe als Gebietsbetreuer: Er zwingt nicht, er straft nicht. Er erklärt. Er will durch Aufklärung Verständnis fördern und Konflikte vermeiden.

Am Spitzingsee: Naturschutz-Gebietsbetreuer weist auf Regeln hin - Mountainbiker: „Dieses Verbot stört mich nicht“

Beim ersten der beiden Mountainbiker funktioniert das. Bossert, durch seine Gebietsbetreuer-Kleidung deutlich als Behörden-Mitarbeiter erkennbar, fragt, ob die beiden Radfahren-Verboten-Schilder am Anfang des Wegs sichtbar genug aufgestellt sind. Ein einfacher, deeskalierender Einstieg. Der Mountainbiker, laut Polizei rund 65 Jahre mit leicht hervortretendem Bauch und blauem T-Shirt, verneint. Bossert erklärt, warum Fahren hier verboten ist. Der Mann fragt, ob schieben okay sei. Bossert stimmt zu. Problem gelöst, alles wie immer.

Doch dann brennen dem zweiten Mountainbiker die Sicherungen durch. Er unterbricht das Gespräch und ruft auf Bairisch: „Dieses Verbot stört mich nicht.“

Bis zu diesem Zeitpunkt liegen zwischen den beiden Radlern und Bossert, etwas tiefer am Berg, rund sieben Meter. Jetzt fährt der zweite Radler – ebenfalls rund 65 Jahre, aber mit auffallender Boxernase und kräftiger Statur – direkt auf Bossert zu. Der kann nicht ausweichen. „Ich hätte ins steile Gelände springen müssen.“ Also hält er die Hände schützend vor den Oberkörper.

Am Spitzingsee: Mountainbiker rastet aus - und schlägt Naturschützer mit Faust auf die Brust

Der Mountainbiker springt vor Bossert vom Rad, als der Lenker schon Bosserts Brust berührt. Er greift mit einem Arm die rechte Hand des Gebietsbetreuers und dreht sie um. Mit dem anderen schlägt er ihm die Faust auf die Brust. „Dann hat er mich nach hinten umgeworfen.“

Bosserts Rucksack dämpft den Sturz. Doch der Gebietsbetreuer ist von der plötzlichen Attacke so überrascht, dass er sich kaum abfängt. Er fällt auf die linke Seite, prellt sich Rücken, Hüfte und Beine. Er verdreht sich das Knie, schürft sich den Unterarm und die Hände auf. „Ich konnte überhaupt nicht damit rechnen. Es war ein Gespräch wie die meisten – keine Diskussion, keine Beleidigungen. Plötzlich stand er mir gegenüber“, berichtet er.

Bossert liegt am Boden und ruft um Hilfe. Der Angreifer baut sich drohend über ihm auf. Da kommt eine Gruppe Wanderer herangerannt. Sie rufen: „Hallo, was ist denn da los?“ Der Angreifer und sein Begleiter fliehen auf ihren Mountainbikes ins Tal – abseits der erlaubten Wege.

Als Bossert mit unserer Zeitung über den Vorfall spricht, ist dieser zwei Tage her. Die Prellungen schmerzen, noch ist er krankgeschrieben. Aber er weiß: Sie werden heilen. „Psychisch ist es schwerer.“ Die Gespräche mit Menschen sind Bosserts Kernaufgabe. „Ich hoffe, ich kann das wieder angstfrei machen.“

Nach Vorfall am Spitzingsee: Zeugen gesucht

Wer Angaben zum Vorfall machen kann, möge sich unter 0 80 25 / 29 90 bei der Miesbacher Polizei melden.

Update von 13.32 Uhr: Das Opfer der Attacke ist Florian Bossert, der Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge. Das bestätigte nun das Landratsamt. 

Originalmeldung von 10.21 Uhr: Naturschutzbeauftragter verprügelt

Spitzingsee- Ein Mountainbiker hat am Sonntag einen Naturschutzbeauftragten des Landratsamtes im Rotwandgebirge geschlagen, als dieser ihn über den Naturschutz aufklären wollte. Erst eine nahende Wandergruppe konnte den 65-jährigen Angreifer verjagen. Sein 35-jähriges Opfer erlitt Prellungen und Schürfwunden.

Rotwandgebirge am Schliersee: Mountainbiker verprügelt Naturschutzbeauftragten

Laut Polizei ereignete sich der Vorfall gegen 13.30 Uhr. Der Naturschutzbeauftragte, an seiner Bekleidung deutlich als Mitarbeiter des Landratsamts zu erkennen, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über hundert Menschen auf das richtige Verhalten im Berg angesprochen. Alle hatten friedlich reagiert. Bis jetzt.

Der 65-jährige Mountainbiker und sein Begleiter fuhren im Bereich des Pfannengrabens völlig unbeeindruckt von den Verordnungen des Landschaftsschutzgebietes. Als ihn der Naturschutzbeauftragte auf das richtige Verhalten ansprach, schlug der Mountainbiker plötzlich auf ihn ein und stieß ihn zu Boden. Dann baute er sich bedrohlich über den am Boden liegenden Naturschutzbeauftragten auf.

Es ist nicht das erste Mal, dass es in der Region Miesbach Ärger mit den Mountainbikern gibt. Im Mai wurde ein Mountainbiker von einem Landwirt verfolgt. Als er vor einem Biergarten um Hilfe rief, wurde es richtig übel.

Video: Bauer verfolgt Mountainbiker am Taubenberg

Video

Der Naturschutzbeauftragte zog sich mehrere Prellungen und Schürfwunden zu. Erst als eine ankommende Wandergruppe auf die Situation aufmerksam wurde und sich bemerkbar machte, ließ der Angreifer von seinem Opfer ab und floh mit seinem Begleiter talwärts.

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Mountainbiker am Schliersee schlägt zu: So sah der Täter aus

Das Opfer beschreibt den Täter wie folgt: männlich, ca. 65-jahre alt, ca. 1,75 m groß, kräftige Statur mit hervortretenden Bauch, markante Boxernase, sonnengebräunter Teint, ohne Bart; der Mountainbiker sprach mit bayerischem Dialekt. Am auffälligsten waren sein blaugrauer Helm und sein grellorangenes T-Shirt.

Sein Begleiter war auch männlich, ebenfalls ca. 65 Jahre, ebenfalls mit hervortretenden Bauch. Dieser Mann trug ein blaues T-Shirt, eine schwarze Fahrradhose, einen grauen Rucksack, einen blaugrauen Helm und war unterwegs mit einem schwarz-gelben E-Bike der Marke HaiBike.

Nach Attacke durch Mountainbiker: Die Polizei sucht Zeugen

Die Polizeiinspektion Miesbach bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wer kann sachdienliche Hinweise zur Person des Täters oder dessen Begleiter machen? Es ist davon auszugehen, dass die Mountainbiker den Pfannengraben an der Forststraße Valepp in Richtung Rottach-Egern oder Spitzingsee verlassen haben. Hinweise bitte telefonisch an die Polizeiinspektion Miesbach unter 08025/2990.

Nicht immer sind jedoch die Mountainbiker die Rowdies. Ein unbekannter Wanderer soll im MAi am Schliersee einem Mountainbiker einen Faustschlag verpasst haben. Die Polizei suchte mit einem Foto nach dem Mann. Jetzt stellte dich der Wanderer - und widerspricht.

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