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Nicht begeistert: Günther Maier (r.) – hier mit Schriftführer Günter Volger – missfällt, dass der Waldeckersaal als Trauungszimmer für die Gemeinde dienen soll. 

Heimatmuseum Schliersee

Das Ja-Wort im Waldeckersaal? Die Museumsfreunde sagen Nein

Das Ensemble Heimatmuseum-Kindergarten in Schliersee steht kurz vor der Fertigstellung. Die Misstöne zwischen Gemeinde und Museumsverein dauern derweil an.

Schliersee – Immer besser lässt sich erkennen, wie das Gesamtensemble Heimatmuseum-Neuer Kindergarten in Schliersee wirkt. Mancher meint, der Anbau fremdelt doch deutlich. Ein Urteil darüber sollte man vielleicht erst in ein paar Monaten fällen. Wer mit dem Anbau aber definitiv fremdelt, ist der Museumsverein. Dem gefällt weder das große Fenster im Obergeschoss, durch das man vom Neu- in den Altbau schauen kann, noch ist er bestrebt, das Museum auf die neu geschaffenen Flächen auszudehnen. Mehr als täglich drei Stunden Öffnung von Dienstag bis Samstag in den vorhandenen Räumen lasse der rein ehrenamtlich geführte Museumsbetrieb einfach nicht zu, sagt Günther Maier, Vorsitzender der Museumsfreunde.

Gleich nebenan gibt‘s vermeintlichen Ärger: Naturfreunde trauern: Der schöne Baum ist weg

Die augenfälligste Auseinandersetzung mit der Gemeinde dreht sich aber weiterhin um die Nutzung des historischen Waldeckersaals. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) denkt laut darüber nach, ihn als Trauungsraum zu nutzen. Neben der unbestritten reizvollen Atmosphäre des Saals aus dem 15. Jahrhundert sprechen vor allem praktische Gründe für das Ja-Wort im Heimatmuseum. In Schliersee lassen sich pro Jahr 200 Paare trauen. Für die Verwaltung heißt das während der Saison: Ständig muss die Bestuhlung im Sitzungssaal im Rathaus geändert werden. Ein nicht unerheblicher Aufwand, selbst wenn der Sitzungs- dem Waldeckersaal in Sachen Ambiente in nichts nachsteht und zu den schönsten Trauungszimmern im Landkreis gehören dürfte.

Hochzeitsgesellschaften aber möchten Maier und die Museumsfreunde nicht im Waldeckersaal haben. „Das ist mir so zugesagt worden, und dafür geb’ ich den Schlüssel auch nicht her“, sagt der Vereins-Chef, der das Museum seit vielen Jahrzehnten betreut. Maier fürchtet einen erheblichen Mehraufwand, den die meist betagten Ehrenamtlichen zu tragen haben. Das geht schon beim Putzen los, und weil eine räumliche Trennung des Saals vom Museum nicht möglich ist, befürchtet Maier, dass die Hochzeitsgäste unkontrolliert durch die Ausstellung vagabundieren. Dieser Strauß ist noch nicht ausgefochten.

So war die Lage vor einem Jahr: Gruben und Risse: Heimatmuseum leidet unter Baustellen

Dessen ungeachtet, soll der Gemeinderat Schnitzenbaumer zufolge in seiner nächsten Sitzung nicht öffentlich über die Gebühren für die Nutzung der Räumlichkeiten im Alt- und Neubau beschließen. Neben Vereinsversammlungen kommen zum Beispiel auch kleine Kulturveranstaltungen in Frage. Gegen vereinzelte Termine solcher Art hätte auch Maier nichts einzuwenden, wie er sagt.

Es kündigt sich schon die nächste Baustelle an:Neuer Kindergarten noch nicht fertig - Gemeinde muss schon den nächsten planen

Während bezüglich der Nutzung noch nicht alles klar ist, schreitet die Fertigstellung des Ensembles voran. Diese Woche wurde der Altbau eingerüstet, damit das Dach neu gedeckt werden kann. Der Anschluss von alten zum neuen Teil hat sich als undicht erwiesen und ist derzeit mit einer Plane abgedeckt, deshalb soll es schnell gehen. Hinten sind die Bagger dem denkmalgeschützten Altbau abermals beängstigend nah zu Leibe gerückt, um die Außenanlagen für den Kindergarten fertigzustellen. Wie berichtet, hatten die Bauarbeiten für allerlei Risse in Schliersees ältestem Gebäude gesorgt – sehr zum Unmut des Museumsvereins, der sich auch beim Anlegen der neuen, deutlich breiter angelegten Zuwegung übergangen fühlt. Für den Rosengarten sei jetzt kaum mehr Platz. Und die jährlich für den Mai geplante Öffnung musste der Verein wie schon im vergangenen Jahr wegen der laufenden Bauarbeiten verschieben. Es wird wohl Juli.

Alt trifft Neu: Der Anbau ans Heimatmuseum ist fast fertig. Die Zuwegung erfolgt dank der Spende eines anonymen Gönners mit großflächigen Steinen.

Völlig zu Unrecht sieht sich der Museumsverein wegen der neuen Optik des Ensembles kritisiert. Damit habe er nichts zu tun. „Das ist reine Gemeindesache“, sagt Maier. „Sie ist Eigentümerin des Gebäudes.“

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