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Die dunklen Wolken über dem Schliersee passen zur Stimmung von Christoph Berauer. Der langjährige Pächter des Surfschul-Grundstücks am Ostufer muss einem neuen Konzept Platz machen.

Erlebnispädagogisches Wassersportzentrum geplant

Nach fast 35 Jahren: Surfschule am Schliersee muss neuem Konzept weichen

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Der Wind hat gedreht: Die Surfschule am Schliersee muss nach 35 Jahren einem neuen Konzept Platz machen. Betreiber Christoph Berauer fällt der Abschied schwer.

Schliersee – Als er seinen Spezl Gerd Müller 1985 mit einem „Ten-Cate-Windgleiter“ über den in der Sonne glitzernden Schliersee flitzen sah, war es um Christoph Berauer geschehen. Der Surfsport steckte noch in den Kinderschuhen, doch Berauer ging das Risiko ein. Er mietete ein Grundstück an der Seestraße, bestellte fünf Bretter – und eröffnete seine Surfschule am Schliersee.

Fast 35 Jahre später läuft das Geschäft im „Watersport Center“ immer noch, auch wenn mittlerweile die Stand Up Paddling-Boards (SUP) ihre Brüder mit den Segeln zusehends verdrängen. Berauer wäre den Weg gerne weiter gegangen, doch er muss vorerst die Segel streichen. „Mein Pachtvertrag wurde leider nicht mehr verlängert“, sagt der Inhaber der beiden Intersport-Läden in Schliersee und Holzkirchen. Das sei traurig für ihn – und seine Kinder, denen er die Schule gerne übergeben hätte. „Ich hatte viel Stammpublikum.“

Die Eigentümergemeinschaft bestätigt den Pächterwechsel auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Vertrag von Berauer sei bereits am 31. Dezember 2017 geendet. Die „lange, freundliche Zusammenarbeit“ habe die Eigentümer dazu bewogen, Berauer den Surfstadl bis Ende März kostenfrei als Lager bis zur endgültigen Räumung zur Verfügung zu stellen. Diese Frist sei nochmals bis Mittwoch, 18. April, verlängert worden. Grund für den Wechsel sei das neue Konzept, das die Erlebnisteam Schliersee GmbH für das Surfschul-Grundstück vorgelegt habe.

Die Firma hat vor, am Ostufer des Schliersees ein „erlebnispädagogisches Wassersportzentrum“ aufzubauen. Mit „Kopf, Herz und Hand“ sollen Gruppenreisende sowie Schlierseer Jugendliche und interessierte Gäste sich im Floß- und Bootsbau, in der Knotenkunde sowie im Kajak-, SUP-, Segel- und Surfsport versuchen können. Das neue Wassersportangebot soll helfen, die Attraktivität der Marktgemeinde als zertifizierte Jugendreisedestination weiter zu steigern. Ein Kiosk-Betrieb könnte das Zentrum zusätzlich aufwerten.

„Das Ostufer Schliersee soll ein Ort der Kommunikation, des Lernens und der Kooperation werden“, sagt der Destinationsbeauftragte des Vereins Reisenetz im Deutschen Fachverband für Jugendreisen und stellvertretende Vorsitzende des Schliersee Touristik Vereins, Jan Flörcken. Insbesondere der Austausch zwischen einheimischen Jugendlichen und jungen Gästen aus aller Welt werde im Mittelpunkt stehen. „Unsere Aufgabe wird es sein, gemeinsam mit unseren Partnern Erlebnisse zu schaffen, die Kinder und Jugendliche begeistern“, sagt Flörcken.

Spielerische Wissensvermittlung, das Lernen in der Natur und die Stärkung der Persönlichkeit seien nur einige der Ziele des neuen Wassersportzentrums. „Und natürlich der Spaß in der Gruppe“, sagt Flörcken. Ganz im Sinne der Eigentümer, wie Vertreterin Beatrix Seidenfus betont: „Wir freuen uns sehr über die Belebung des Standortes und insbesondere das Angebot für Schlierseer Kinder und Jugendliche.“

Der bisherige Pächter muss sich hingegen mit ganz anderen Dingen beschäftigen. 40 Surfbretter und 20 SUPs muss Berauer mangels Lagerplatz loswerden. „Die Kunden können einige Schnäppchen machen“, sagt er. Parallel sucht er nach einem neuen Grundstück. Die Voraussetzungen sind nicht leicht: Berauer braucht nicht nur einen Seezugang, sondern auch Parkplätze und eine Genehmigung der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung. Ideal wäre noch ein kleines Lagerhäuschen, meint er.

In der Zwischenzeit muss er seine Wassersportausrüstung quasi auf dem Trockenen verkaufen. Nicht optimal, meint Berauer. „Es ist immer besser, wenn man den Kunden vorher einen Test anbieten kann.“

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