Wanderer auf dem Gipfel der Brecherspitz am Spitzingsee.
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Verlangt Schwindelfreiheit und Trittsicherheit: Der Steig über den Grat der Brecherspitz ist anspruchsvoll. Wer ihn bewältigt, wird aber – schönes Wetter vorausgesetzt – mit einer traumhaften Aussicht belohnt.

Steig wird verlegt

Nach tödlichen Abstürzen: Weg zur Brecherspitz am Spitzingsee soll sicherer werden

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Durchbruch am Westgrat: Das unfallträchtige Teilstück auf dem Wanderweg zur Brecherspitz am Spitzingsee wird technisch gesichert. Der alpine Charakter soll aber erhalten bleiben.

  • Auf dem Westgrat der Brecherspitz haben sich bereits mehrere tödliche Abstürze ereignet.
  • Jetzt soll das gefährliche Teilstück des Wegs technisch gesichert werden.
  • Gemeinde und Forstbetrieb Schliersee haben die Planung übernommen.

Spitzingsee – Die einen fürchteten weitere Abstürze, die anderen eine komplette Entschärfung eines eigentlich alpinen Steigs: Die Idee der Sicherung eines Teilstücks am Westgrat der Brecherspitz hat wiederholt zu Diskussionen in Schliersee geführt. Jetzt scheint der Durchbruch geschafft: durch einen Kompromiss, mit dem beide Seiten leben können.

Neuer Weg weiter oben am Grat

Wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, wird der beschilderte Wanderweg künftig an der kritischen Stelle vorbeigeführt. Dadurch werde zwar die Strecke selbst etwas felsiger und dadurch anspruchsvoller, allerdings verlaufe sie weiter oben am Grat und somit in größerem Abstand zum gefährlichen Abhang, an dem sich in den vergangenen Jahren bereits fünf tödliche Abstürze ereignet haben (wir berichteten). Seilversicherungen sollen den Bergsteigern aber den Marsch über den Grat erleichtern.

„Im Grunde geht es nur darum, die Leute weg von der Kante zu bekommen“, erklärt Schnitzenbaumer. Eine hundertprozentige Sicherung könne und wolle man nicht anbieten. „Es wird weiter ein freies, alpines Gelände bleiben“, betont der Rathauschef. Unter diesen Voraussetzungen könne auch die Alpenvereinssektion Schliersee, die der Maßnahme zunächst skeptisch gegenüber gestanden war (wir berichteten), damit leben.

Forstbetriebsleiter: „Berge sollen Berge bleiben“

Und auch der Forstbetrieb Schliersee als betroffener Grundeigentümer unterstützt die Vorgehensweise, bestätigt Leiter Jörg Meyer. „Ziel muss eine effiziente Lösung sein“, sagt Meyer. Heißt: so viel Sicherheit wie nötig, aber auch so wenig Eingriff in die Natur wie möglich. Mit einer Stahlbrücke hätte er ein Problem gehabt, meint Meyer. „Berge sollen Berge bleiben.“ Mit der jetzt vorgesehenen Variante sei dies aber garantiert.

Lesen Sie auch: Bergunfall an der Brecherspitze: Familienvater stürzt 100 Meter in den Tod

Fertigstellung bis zum Frühjahr 2021

Wie das in der Praxis aussehen kann, das wollen die Beteiligten in den kommenden Wochen bei einem Ortstermin an der Brecherspitz besprechen. Bis zum Beginn der neuen Wandersaison im Frühjahr 2021 soll die Umsetzung erfolgt sein, sagt Schnitzenbaumer. Meyer sichert dabei schon mal die Unterstützung des Staatsforsts zu. „Unsere Forstarbeiter sind erfahren am Berg“, sagt er. Die Gemeinde wird sich laut Bürgermeister ebenfalls aktiv einbringen: mit Arbeitsleistung und Material. Ein Beispiel, das erneut zeige, dass die Kritik des DAV München, die Gemeinde würde die Wegesanierung allein dem Alpenverein überlassen, nicht gerechtfertigt sei, betont Schnitzenbaumer.

Auch PWG-Gemeinderat Karl Hiermeyer, der die Sicherung des Brecherspitzwegs wiederholt angemahnt hatte, zeigt sich zufrieden mit der Vorgehensweise. „Ich finde die Lösung gut“, sagt Hiermeyer. Der Idee, den Steig auf den Grat zu verlegen, zollt er Respekt. „Ich wäre nicht draufgekommen, obwohl ich selbst den Grat immer als Weg genutzt habe.“

sg

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