Grün, aber auch ziemlich eingewachsen: der Aussichtspunkt an der Hochburg in Schliersee mit dem Karl-Haider-Denkmal. Der Fremdenverkehrsverein will die Stelle nun aufwerten – auch gärtnerisch.
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Grün, aber auch ziemlich eingewachsen: der Aussichtspunkt an der Hochburg in Schliersee mit dem Karl-Haider-Denkmal. Der Fremdenverkehrsverein will die Stelle nun aufwerten – auch gärtnerisch.

Touristik-Verein will Denkmal aufwerten

Nach Vandalismus: Hochburg in Schliersee soll blühender Aussichtshügel werden

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Ein bisschen eingewachsen ist das Karl-Haider-Denkmal an der Hochburg in Schliersee. Der Touristik-Verein will den Aussichtspunkt nun aufwerten. Gärtnerisch wie kulturell.

Schliersee – Der Bruder des Weinbergs braucht einen Haarschnitt. Nein, damit ist nicht der lange Bart an der Büste von Karl Haider auf dem gleichnamigen Denkmal auf der Hochburg in Schliersee gemeint. Vielmehr geht es um den Hügel selbst. „Wir werden immer wieder angesprochen, dass man hier mal ein bisschen ausschneiden müsste“, berichtet der Vorsitzende des Vereins Schliersee Touristik, Johannes Wegmann, der sich um das Steinrondell mit Sitzbänken und Ehrentafeln für verdiente Schlierseer kümmert. Tatsächlich würden die Stauden immer mehr wuchern und so den Ausblick auf See und Berge verstellen.

Diebstahl von Bronzetafeln noch nicht aufgeklärt

Doch mit „einfach mal ein bisschen ausschneiden“ will sich Wegmann nicht zufriedengeben. Zumal es auch am Denkmal selbst nach dem bis heute nicht aufgeklärten Diebstahl von drei der vier Bronzetafeln im März dieses Jahres noch Handlungsbedarf gibt. Wegmann, hauptberuflich als Architekt unterwegs, hat eine größere Vision für die Hochburg. Er will den gesamten Bereich im wahrsten Sinn des Wortes neu aufblühen lassen.

Dafür hat sich Wegmann professionelle Unterstützung geholt. Der Landschaftspflegeverband (LPV) um seinen Geschäftsführer Mathias Fischer und Josef Faas von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt sollen bei der Umgestaltung des Dickichts in eine Wildblumenwiese helfen. Dafür stehen laut Wegmann auch Fördergelder im Raum, da das Projekt über zwei Jahre hinweg betreut werden soll. Aktuell sei man noch auf der Suche nach einer ausführenden Gartenbaufirma, am liebsten natürlich einer ortsansässigen. Ziel ist laut Wegmann ein neuer Panoramapunkt für Schliersee – und damit ein würdiger Bruder des beliebten Weinbergs.

Denkmal soll erweitert werden - für noch lebenden Schlierseer Heimatforscher

Im Mittelpunkt soll aber auch weiterhin die Erinnerung an bekannte Schlierseer stehen. So lässt der Schliersee Touristik Verein nicht nur die gestohlenen Gedenktafeln der Komponisten Werner Bochmann und Carl Schwarz, von Heimatmuseumsgründer Alois Wolf sowie des langjährigen Fremdenverkehrsvereins-Vorsitzenden Friedl Wegmann, Johannes Wegmanns Vater, ersetzen, sondern will eine weitere Plakette hinzufügen. Der Mann, der hier verewigt werden soll, sticht aber aus den anderen heraus: Er lebt noch.

Die Rede ist von Heimatforscher Gerhard Wittig (92). Dieser ist noch heute eine beliebte Quelle für alle Geschichtsinteressierten in Schliersee, erklärt Wegmann. „Wer etwas Historisches wissen will, fragt ihn.“ Mit seinen Beiträgen zur Häuserforschung und der Schlierseer Chronik habe er ein bedeutendes Werk geschaffen. „Das“, findet Wegmann, „sollte man schon zu seinen Lebzeiten würdigen.“

Ein angemesseneres Vermächtnis soll aber auch der Namensgeber des Denkmals, Karl Haider, erhalten. Aktuell sei unter seiner Büste nur ein Zitat von ihm zu lesen, erklärt Wegmann. Künftig sollen die Besucher der Hochburg auf einer eigenen Tafel mehr über den 1902 in Schliersee verstorbenen Porträtmaler des bayerischen Königreichs erfahren können.

sg

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