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Abschied: Christoph Baudisch, Leiter des Forstbetriebs Schliersee, geht zurück nach Regensburg. 

„Am Schliersee war es traumhaft schön“

Nach zweieinhalb Jahren: Forstbetriebsleiter Baudisch verlässt Schliersee

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Christoph Baudisch wechselte von Regensburg nach Schliersee: als Forstbetriebsleiter. Vor seiner Rückkehr in die Oberpfalz hat der 44-Jährige noch einmal auf seine Amtszeit zurückgeblickt. 

Zweieinhalb Jahre hat Christoph Baudisch als Leiter des Forstbetriebs in Schliersee verbracht – gemessen an der Lebenserwartung seiner Schützlinge gerade mal ein Wimpernschlag. Heute leistet der 44-Jährige seinen letzten Arbeitstag. Ein Rückblick.

Herr Baudisch, als Sie ihr Amt in Schliersee angetreten haben, wo lagen die größten Herausforderungen?

Ich habe vorher in der Zentrale der Bayerischen Staatsforsten in Regensburg gearbeitet und war relativ weit weg vom Wald. In Schliersee bin ich zum ersten Mal so richtig in die Praxis gekommen. Da gehörten das Führen eines Betriebs sowie waldbauliche und personelle Aspekte dazu. Alles hat seinen Reiz, aber Schliersee war traumhaft schön: Wegen der Gegend und der Menschen, die ich hier kennengelernt habe.

Stichwort Menschen. Gab es Schwierigkeiten mit Privatwaldbesitzern und Jägern?

Wir als Forstbetrieb Schliersee bewirtschaften nur Flächen des Freistaats Bayern. Aber wir pflegen einen kollegialen Umgang zu den benachbarten Waldbesitzern und haben eine enge Verbindung zu den Waldbesitzervereinigungen. Die Jagd ist ein ganz eigenes Thema, das wir im Großen und Ganzen ordentlich hinbekommen haben. Es gab keine größeren Probleme. Dass es da individuell unterschiedliche Interessen gibt, ist ganz normal: Alle Mitarbeiter des Forstbetriebs schauen immer nach unten auf den Boden. Kommt die Verjüngung des Waldes so, wie wir uns das vorstellen, dann ist die Jagd in Ordnung. Jäger haben oftmals andere Interessen, das muss man verstehen – dann kann man das Gespräch suchen. Man muss miteinander reden, nicht übereinander.

Sind Sie mit dem Waldumbau vorangekommen?

Zweieinhalb Jahre sind im Wald eine sehr überschaubare Zeitspanne. Wir Förster rechnen da eher in Jahrzehnten oder sogar mit 100 Jahren. Wir haben alles für den Waldumbau getan. Außerdem sind wir in der Schutzwaldsanierung tätig und bauen die Wälder hin zu klimatoleranten Wäldern um. Heißt ein höherer Tannenanteil.

Und ein geringerer Fichtenanteil...

Wir verdienen unser Geld mit der Fichte beziehungsweise mit Nadelholz. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass auch nachfolgende Generationen mit dem Wald ihren Lebensunterhalt verdienen können. Mittelfristig wird der Fichtenanteil aber zugunsten der Tanne etwas zurückgehen.

Der Bergwald macht einen Großteil Ihres Zuständigkeitsbereichs aus. Wo liegen die spezifischen Herausforderungen?

Wir bewirtschaften knapp 34 000 Hektar Fläche, davon ungefähr 28 000 im Gebirge. Die Bewirtschaftung des Bergwalds ist anspruchsvoll. Wir können das Holz zumeist nur mit der Seilbahn bringen, was höhere Kosten nach sich zieht. Zudem sind das Bauen von Steigen, die Pflanzung und Holzernte am Steilhang körperlich sehr anstrengende Arbeiten.

Jüngst setzte es Kritik vom Verein wildes Bayern wegen Hiebsmaßnahmen zur Vogelbrutzeit. Berechtigterweise?

Unser Revierleiter ist ein sehr erfahrener und umsichtiger Kollege, der bei Hiebsmaßnahmen im Wald sehr genau darauf achtet, dass die vorkommenden Rauhfußhühner nicht beeinträchtigt werden. Da haben wir uns nichts vorzuwerfen, deswegen kann ich die Kritik nicht ganz nachvollziehen. Wir haben von der Kritik auch nur über das Landratsamt erfahren, bei uns hat sich der Verein nicht gemeldet.

Worauf sind Sie rückblickend besonders stolz?

In erster Linie darauf, dass wir in den vergangenen zweieinhalb Jahren gute Arbeit geleistet haben. Die Kolleginnen und Kollegen am Forstbetrieb haben ihren Teil dazu beigetragen, dafür bedanke ich mich herzlich bei allen.

Was würden Sie rückblickend anders machen?

Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Allerdings gibt es Projekte, bei denen man sich fragt, warum das so lange dauert. Das Forsthaus Valepp wieder auf Vordermann zu bringen, da wäre ich gerne weitergekommen. Da soll wieder eine Gastronomie mit Zimmern rein. Es gibt schon einen Architekten und einen Pächter. Eine Eröffnung nach der Schneeschmelze 2019 ist realistisch.

Was können Sie über Ihren Nachfolger erzählen?

Jörg Meyer war bislang Leiter des Vorstandsbüros an der Unternehmenszentrale – da hat er mich quasi beerbt. Wir kennen uns und pflegen einen kollegialen und sehr guten Umgang. Wir reden offen über alle anstehenden Arbeiten, das ist das Wichtige, wenn man einen so großen Betrieb übergibt.

Welchen Ratschlag würden Sie Ihrem Nachfolger geben?

Erstmal würde ich ihn bitten, gut auf die Mannschaft vom Forstbetrieb aufzupassen – das ist mir ein großes Anliegen. Einen Ratschlag will ich nicht geben, das muss jeder individuell machen.

Sie wechseln morgen zurück nach Regensburg. Der Traumberuf?

Traumhaft schön war’s am Schliersee. Ich werde mich in Zukunft in unserer Unternehmenszentrale im Bereich Personal vorrangig um Aus- und Fortbildung kümmern. Das Thema Mitarbeiter liegt mir am Herzen.

Gab es die Möglichkeit, in Schliersee zu bleiben?

Es war von vorneherein klar, dass ich hier nur für eine bestimmte Zeit bleibe. Dennoch fällt mir der Abschied aus Schliersee jetzt sehr schwer. Vom familiären Aspekt her ist es künftig natürlich einfacher, da meine Familie in Regensburg lebt. So schön wie in Schliersee wird’s wahrscheinlich nicht mehr werden.

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