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Die letzten Meter bis zur Hütte: Traumhafte Bedingungen finden Schneeschuhwanderer und Tourengeher derzeit im tief verschneiten Taubensteingebiet oberhalb des Spitzingsees vor. 

„Natürlich auf Tour“

Neue Kampagne: DAV fordert Schneesportler zu Rücksicht auf

Spitzingsee - Tourengehen und Schneeschuhwandern boomen. Die neue DAV-Kampagne „Natürlich auf Tour“, die jetzt am Taubenstein präsentiert wurde, soll die Sportler zur Rücksicht auf die Natur bewegen.

Nur im Sommer gondeln die kleinen grünen Kabinen noch zum Taubenstein hinauf. Trotzdem ist der Parkplatz an diesem empfindlich kalten Morgen gut gefüllt. Die vom Alpenverein München & Oberland rekrutierte Gruppe aus Experten und Journalisten, die sich die Kampagne „Natürlich auf Tour“ des Deutschen Alpenvereins (DAV) in der Praxis anschauen wollen, macht dabei nur den kleineren Teil aus. Der Taubenstein ist offenbar auch ohne liftmäßige Erschließung attraktiv. Oder vielleicht gerade deswegen?

Auf jeden Fall trage er im Spitzinggebiet zu einem entspannten Verhältnis zwischen Pistenfans und Tourengehern bei, erklären die Experten, während sich die Teilnehmer ihre Schneeschuhe anziehen und sich Müsliriegel für unterwegs in die Taschen stecken. Jene, die lieber aus eigener Kraft nach oben kommen wollen, seien hier nicht auf den Rand der präparierten Pisten angewiesen. Bei guten Bedingungen gäbe es hier Tage, an denen bis zu 1000 Tourengeher unterwegs sind, erklärt Manfred Scheuermann vom DAV Ressort Natur- und Umweltschutz. Doch auch das Schneeschuhwandern boomt. Allein beim DAV gibt es mehr als 220.000 aktive Sportler. Vor zehn Jahren waren es noch 70.000.

Obwohl die Berge aus Sicht des DAV genug Platz für Wintersportler und Wildtiere gleichermaßen bieten, setzt das Miteinander aus Mensch und Natur ein gewisses Maß an Vernunft und notfalls auch Zurückhaltung voraus. Nach 20 Jahren hat der DAV deshalb sein Programm „Skibergsteigen umweltfreundlich“ ergänzt, zeitgemäß aufbereitet und in die Kampagne „Natürlich auf Tour“ überführt. Dazu gehört nicht nur die seit 2014 sukzessiv erneuerte Beschilderung,  sondern auch eine moderne Aufbereitung wie etwa auf dem Online-Portal www.alpenvereinaktiv.com.

Wer sich daheim die kostenlose App aufs Smartphone lädt, kann unterwegs auch offline alle relevanten Daten zur ausgesuchten Tour abrufen. Auch eine Navigationsfunktion ist integriert. Ein vom GPS errechneter blauer Punkt zeigt die aktuelle Position an. Viel wichtiger sind jedoch das Höhenprofil und die stets aktuell eingespielten Daten zur Lawinensituation.

„So einen Tag gibt es alle fünf Jahre einmal“, schwärmt Bergführer Thomas Listle über die traumhaften Bedingungen mit Pulverschnee, Sonnenschein und Lawinenwarnstufe eins. Das heißt, dass nur in wenigen, extremen Steilhängen und bei großer Zusatzbelastung mit einer Lawinenauslösung zu rechnen ist. Entsprechend dicht ist das Zopfmuster der Skispuren an Lochgraben und Rauhkopf. Dennoch gehört auch bei geringer Gefahr die Lawinenausrüstung dazu, schärfen die Bergführer ihren Gruppen ein: Das unter der Jacke getragene Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), sowie Sonde und Klappspaten zum Orten und Ausgraben im Rucksack. „Im Notfall kommt es auf jede Minute an“, erklärt Listle.

Obwohl der glitzernde Schnee ein Traum ist, ist er noch nicht allzu tief. Das sei gut für die Schongebiete, meinen die Experten und zeigen hinauf zum Kessel unterhalb des Jägerkamms. Noch liegt zu wenig Schnee zum Fahren abseits der Piste. Wie die Karte an der Rauhkopfalm zeigt, gibt es am Benzing und unterhalb der Wilden Fräulein Schutzgebiete für Birkhühner und Gämsen, sogenannte Trittsteine. Doch viele Sportler halten sich nicht an die Bitte, anderswo ihre Spuren zu ziehen. Trotzdem will der DAV keine Verbote, sondern setzt auf Vernunft.

Um die Sportler besser zu sensibilisieren, wird es am 18. Februar wieder einen Aktionstag geben, bei dem unter anderem Marco Müller, der örtliche Gebietsbetreuer, unterwegs ist und die Sportler anspricht.

Heidi Siefert

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