Noch eingewintert: der SUP- und Kajak-Verleih Ostufer Schliersee.
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Noch eingewintert: der SUP- und Kajak-Verleih Ostufer Schliersee. Der Betreiber möchte Toiletten und Kiosk einbauen, den bislang nur geduldeten Betrieb ganzjährig offenhalten. Dazu hat er eine Nutzungsänderung für den landwirtschaftlichen Stadel beantragt.

Antrag auf Genehmigung

Neue Wassersportbasis am Ostufer in Schliersee

Von einem vergleichsweise unscheinbaren Surfbrett-Verleih hat sich das Ostufer in Schliersee seit dem Pächterwechsel von vor zwei Jahren doch ein gutes Stück entfernt. Zeit, den Betrieb auch genehmigen zu lassen.

Schliersee – Schöne Filmchen drehen sie ganz gerne in der Schlierseer Gäste-Info. Sie sollen Lust machen auf einen Besuch in der Gemeinde. Auch den SUP- und Kajak-Verleih Ostufer Schliersee haben die Touristiker mit einem solche Beitrag gewürdigt. Zu sehen ist darin auch eine Reihe von Sitzgelegenheiten, die das Ostufer selbst als „Biergarten“ bezeichnet. Was die Gäste-Info nebenbei mit bewarb, stieß ein paar Meter weiter im Rathaus auf weniger Gegenliebe. Denn genehmigt ist die Gastronomie nicht. Und eigentlich auch der SUP-Verleih nicht. Rein rechtlich ist der Surf-Stadel, wie er seit Jahr und Tag heißt, ein landwirtschaftlicher Stadel. Das aber soll sich ändern. Der Bauausschuss hat seine grundsätzliche Zustimmung zur Nutzungsänderung des Stadels in eine Wassersportstätte mit Kiosk gegeben.

Surfbrettverleih am Ostufer jahrzehntelang nur geduldet

Vom Zustand der jahrzehntelangen Duldung des Verleihs in den Sommermonaten soll der Stadel nun also in einen genehmigten Verleih- und Schulungsbetrieb übergehen. Mitbetreiber Jan Floercken, unter anderem auch Chef des BLSV-Heims am Spitzingsee, will den Stadel deutlich aufwerten. So sollen zwei Toiletten und eine Bar eingebaut werden. Den Kioskbetrieb hatte die Gemeinde Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) zufolge im Corona-Sommer geduldet. Diesen Gastro-Betrieb möchte Floercken, der das Gelände mit seinem Erlebnisteam Schliersee seit zwei Jahren gepachtet hat (wir berichteten), im bekannten Umfang betreiben – also nicht gerade klein. Entscheidend ist Schnitzenbaumer zufolge vor allem, dass in dem Kiosk keine Speisen zubereitet werden. Sonst wäre eine entsprechende Küchenausstattung vonnöten. Unter anderem Wolfgang Mundel (CSU) ist wichtig, dass am Ostufer nichts ausufert. „Was ich nicht haben will, ist, dass da Events oder abendliche Feierlichkeiten stattfinden“, sagte er im Ausschuss. Floercken versichert: „Es ist klar, dass da keine Gastronomie entsteht.“ Ein Kiosk mit ein paar Tischen. Dabei soll’s bleiben.

SUPler scheuen auch kalte Temperaturen nicht. Deshalb: Ganzjahresbetrieb

Der Betreiber möchte mit seinen Plänen zwei Trends bedienen. Zum einen würden viele Stand-up-Paddler gerne eine morgendliche Runde auf dem See drehen, ehe sie zum Beispiele zum Wandern gehen. Folglich werden er und sein Team künftig wohl schon um 9 Uhr den Verleih öffnen. Zum anderen scheuen die Wassersportler auch kalte Temperaturen nicht. „Man glaubt gar nicht, wie viele auch im Winter paddeln“, sagt er. Heißt: die Wassersportstätte soll ein Ganzjahresbetrieb werden. Sinn habe ein Öffnen speziell im Winter natürlich nur bei schönem Wetter und tendenziell nur am Wochenende. Sein Vorhaben muss Floercken nun noch in ein Betriebskonzept gießen. Das hatte der Bauausschuss vermisst. Vor einer Genehmigung durch das Landratsamt besteht also noch Nachbesserungsbedarf.

Dem Bauausschuss Schliersee sind vor allem öffentliche Toiletten wichtig

Dem Bauausschuss ist vor allem das Thema Toiletten wichtig. Das Problem: Während der Stadel über einen Trinkwasseranschluss verfügt, fehlt eine Anbindung an den Abwasserkanal. Da der aber mehrere hundert Meter entfernt liegt, wird ein Anschluss nicht kommen. Floercken möchte dies mit einer zertifizierten Versitzgrube lösen, die regelmäßig ausgepumpt wird. Da gebe es entsprechend genormte Anlagen, die auch in Seenähe und im Landschaftsschutzgebiet erlaubt sind. Die WCs sollen für die Öffentlichkeit zugänglich sein – allerdings nur, wenn auch der Kiosk besetzt ist.

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