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Bekommt einen neuen Wirt: Der Insel Wörth im Schliersee steht ein Pächterwechsel bevor.

Eigentümer freut sich auf ihn

Neuer Pächter für Insel im Schliersee: Das hat er vor

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Ein frischer Wind weht ab April auf der Insel Wörth im Schliersee. Zumindest vom Namen her: Der Münchner Gastronom Michael Sechehaye löst den Bayerischen Hof als Pächter ab.

Michael Sechehaye (41)

Schliersee – Das Inselabenteuer von Michael Sechehaye beginnt am 1. April. Dann wird der Münchner die Gastronomie auf der Insel Wörth im Schliersee übernehmen. Und der neue Pächter begegnet dieser Aufgabe durchaus mit Respekt. „Ich muss mich erst in die Logistik reinfinden“, sagt der 41-Jährige, der im April 2016 das Flugwerk in Feldkirchen im Osten der Landeshauptstadt übernommen hat – ein Brauhaus mit Biergarten und einer Dachterrasse für Feierlichkeiten. Auf letztere will sich Sechehaye auch auf der Insel Wörth konzentrieren, die er zunächst für fünf Jahre gepachtet hat.

Das Konzept seines Vorgängers, das Hotel Bayerischer Hof in Miesbach, wird er vorerst unverändert weiterführen. Heißt: Hochzeiten und Firmenveranstaltungen sowie der regelmäßige Sonntagsbrunch. Wenn der Betrieb dann auf festen Füßen stehe, könne man auch über eine Ausweitung der Öffnungszeiten nachdenken, erklärt Sechehaye. „Aber wenn man aufsperrt, muss man auch was einnehmen.“

Genau dies war stets das Argument des Bayerischen Hofs (wir berichteten). Trotz des wiederholten Wunsches der Gemeinde hatte sich das Hotel aus wirtschaftlichen Gründen gegen eine durchgehend öffentlich zugängliche Gastronomie auf der Insel gesträubt. Die Veranstaltungen entwickelten sich dafür zum Erfolgsmodell. 35 Hochzeiten habe man 2017 auf der Insel durchgeführt, berichtet Geschäftsführer Uwe Schulze-Clewing. „Und wir hätten auch gerne weitergemacht.“

Dass es dazu nicht gekommen ist, liegt laut Schulze-Clewing an den Verkaufsabsichten von Dietrich Sailer, der die Insel seinerzeit in Erbpacht von der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung erworben hat. Wie berichtet, versucht Sailer seit vergangenen Sommer, einen Käufer für das 5000 Quadratmeter große Areal zu finden. 3,5 Millionen Euro will er dafür haben. Der mögliche Eigentümerwechsel habe für Verunsicherung bei den Kunden gesorgt, sagt Schulze-Clewing. Gerade einmal sieben Buchungen seien für 2018 eingegangen. „Eine Hochzeit plant man heute ein Jahr im Voraus.“

Dennoch habe man Sailer das Interesse an einer Verlängerung des Vertrags bekundet – allerdings mit einer Bitte um Pachterleichterung wegen der schwierigen Situation. „Dann haben wir nichts mehr gehört“, sagt Schulze-Clewing. Doch statt der Insel hinterherzutrauern, setzt der Bayerische Hof künftig verstärkt auf seine Event-Scheune auf Gut Wallenburg in Miesbach. Einen neuen Pachtvertrag habe man erst kürzlich unterzeichnet, gibt der Hotel-Geschäftsführer bekannt.

Der Insel-Eigentümer freut sich hingegen auf seinen neuen Wirt, den er schon von seinem Flugwerk kennt. „Er ist sehr zuverlässig und bodenständig“, lobt Sailer. Weil er kürzlich das Grundstück der ehemaligen US-Tankstelle an der McGraw-Kaserne in München erworben habe, könne er sich den Traum einer eigenen Brauerei wohl auch ohne einen Verkauf der Insel Wörth verwirklichen, sagt Sailer. „Das ist jetzt nicht mehr so akut.“

Auch Sechehaye ist an einer langfristigen Partnerschaft interessiert. Und er feilt schon an den Plänen für seine „Insel im Schliersee“. Wie im Flugwerk schwört er auf bayerisch-österreichische Küche. Statt auf alte Flugzeuge will er im Schliersee auf alte Heimatfilme aus seiner Kindheit anspielen und diese mit modernen Elementen in Kontrast setzen. Größere Umbaumaßnahmen plant Sechehaye nicht. Von Küche über Kühlräume bis hin zu Personalwohnungen sei alles vorhanden, sagt er. Den Stromanschluss im Garten will er für Herbst- und Frühlingsfeste nutzen. Auch ein eigenes Insel-Weißbier ist in der Mache, verrät Sechehaye.

Am wichtigsten ist ihm aber, dass ihn die Schlierseer akzeptieren. Gewissermaßen als Brückenbauer sucht er einen „gestandenen, einheimischen Koch“. So ganz fremd sei er als „Zuagroasder“ aber nicht, betont Sechehaye. Seine Mutter komme aus Traunstein, und sein Nachname von den Hugenotten. „Wie der von Xaver Terofal.“

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