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Bekam der Neuhauser über den Kopf: Bierflasche.

Erst gibt's nur das Bier ins Gesicht - dann die Flasche - und dann macht er was Dummes

Neuhauser bekommt Flasche über den Kopf - und wird verurteilt

Schliersee – Zwei Betrunkene – ein Miesbacher (20) und ein Neuhauser (19) – gerieten nach dem Seefest in Schliersee aneinander. Der Neuhauser bekam einiges ab. Trotzdem musste auch er büßen.

Provokation, Bier-Angriff, Ohrfeige, Platzwunde, zerschlagene Windschutzscheibe: das Resultat eines Streits zweier junger Männer nach dem Schlierseer Seefest. Am Amtsgericht Miesbach saßen nun beide auf der Anklagebank. Während der 20-jährige Miesbacher von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte, erzählte der Neuhauser (19) seine Version, wie sich das Ganze im Juli 2015 zugetragen hatte. Mit zwei Freunden sei er Arm in Arm durch eine Gasse nahe der Vitalwelt Richtung Bahnhof gegangen. „Wir wollten mit dem Zug nach Hause fahren“, sagte er. „Da kam plötzlich einer von hinten und rempelte uns an.“ Der Rempler kam vom Miesbacher. „Anfangs dachte ich mir nichts, aber als er es ein zweites und drittes Mal gemacht hat, habe ich ihn gefragt, was das soll.“ Die Antwort: Eine Ladung Bier über den Kopf des Neuhausers.

Erst gibt's nur das Bier ins Gesicht - dann die Flasche

Die beiden gerieten in Streit. „Mehr ist vorerst nicht passiert, unsere Freunde haben uns getrennt“, meinte der Neuhauser. „Für mich war die Sache aber noch nicht erledigt.“ Der 19-Jährige ging nochmals auf den Älteren zu und wollte den Grund für dessen Aktion erfahren. Doch erst habe der sich hinter seinen Freunden versteckt, dann kam es zur ersten Handgreiflichkeit. „Eine leichte Ohrfeige“ seitens des Neuhausers, wie ein Zeuge aussagte, landete im Gesicht des Miesbachers. Der soll dann gerufen haben: „Habt Ihr das gesehen? Der hat mich geschlagen“, und schlug seine Flasche dem Neuhauser an den Kopf. Der lief nun Richtung Bahnhof. Auf dem Weg ließ er seine Wut an einem Auto aus, rammte seinen Ellenbogen in die Windschutzscheibe. Sie zerbrach. Das Auto gehörte dem Vater einer Freundin. „Den Schaden habe ich aber schon beglichen“, sagte er bei vor Gericht.

Seine Wut ließ der Neuhauser an einer Autoscheibe aus

Dennoch stand in der Anklageschrift neben der vorsätzlichen Körperverletzung auch noch die Sachbeschädigung. Da er auch schon einen Eintrag im Bundeszentralregister hat, forderte die Staatsanwältin fünf Tage soziale Dienste. Für den Miesbacher plädierte sie auf zweitägigen Kurzarrest. Er ist zwar strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten, „dennoch hat er mit der Bierflasche auf eine sensible Körperregion geschlagen und das Ganze zuvor auch provoziert“.

Max-Josef Hösl, der Anwalt des Miesbachers, hielt einen Kurzarrest für seinen Mandanten für „viel zu belastend Wenn er den Neuhauser wirklich mit der Bierflasche getroffen habe, dann aus Notwehr. Freispruch sei die einzig logische Folge, zumal die Tat mit der Bierflasche nicht wirklich nachgewiesen werden könne.

„Mein Mandant hat eine Narbe vom Schlag mit der Flasche“, sagte der Verteidiger des Neuhausers, Peter Dürr. „Woher soll die Narbe sonst kommen?“ Da die Schäden am Auto schon beglichen waren und die Ohrfeige den Miesbacher nicht verletzt hatte, forderte Dürr ebenfalls Freispruch für seinen Mandanten.

Amtsgerichtsdirektor Klaus-Jürgen Schmid sprach aber keinen der beiden frei. Der Miesbacher muss 80 Sozialstunden ableisten, der Neuhauser eine Geldauflage von 300 Euro an die Caritas Miesbach bezahlen. „Eine Notwehrsituation kann hier schon mal nicht vorliegen“, meinte Schmid in Richtung Hösl, „denn Ihr Mandant hat mit der Provokation angefangen.“

Philip Hamm

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