Plan für die Stolzenbergstraße mit Biohotel, Naturhäuser am Teich und Gästehaus.
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Der Plan für die Stolzenbergstraße: Biohotel (l.), Naturhäuser am Teich und Gästehaus (r.).

Anwältin dämpft Bedenken im Gemeinderat

Nun also doch: Plan für Vitalresort in Schliersee geht ins Verfahren

Investoren oder Planer haben‘s in Schliersee auch mal schwer. Aktuell versucht der Projektplaner Wolf-Dieter Roetzer aus Stuttgart seine Vision vom Vitalresort in Neuhaus umzusetzen. Jetzt ist er einen Schritt weitergekommen.

Damit es vorwärts geht, hat sich Rotzer nun juristischen Beistand geholt – nicht die eigene Kanzlei, sondern die der Gemeinde. Am Ende startete der Gemeinderat das Bebauungsplan-Verfahren – seine bisherige Haltung aufgebend, wonach erst Investor und Betreiber feststehen sollen.

Kein Betreiber zum jetzigen Planungsstand? „Völlig normal“, sagt die Anwältin

Der Entwurf des Durchführungsvertrags liegt vor. In diesem verpflichtet sich der Vorhabensträger das Projekt so umzusetzen wie geplant. Schliersee hätte aber gerne schon jetzt gewusst, wer später der Betreiber des Resorts sein wird, und machte vom fertig unterschriebenen Durchführungsvertrag den Start des Verfahrens abhängig. Das, so ließ Edna Gerod von der Kanzlei Döring und Spieß, den Gemeinderat wissen, ist nicht nur unüblich, sondern auch nicht praktikabel. Normalerweise werde das Vertragswerk nach der letzten Auslegung und vor dem Satzungsbeschluss unterschrieben. Denn: Durch die Einwände der Bürger und der Träger öffentlicher Belange könnten sich Änderungen ergeben, die im Durchführungsvertrag abgebildet werden müssen. Zudem sagte Gerold: „Es ist durchaus üblich, dass der Betreiber zu Beginn nicht feststeht.“ Über den Durchführungsvertrag könne man diesen sowieso nicht konkret festlegen. Mittels einer Rechtsnachfolgeklausel könne aber geregelt werden, dass für einen Investor dieselben Pflichten gelten wie für den Projektplaner. Und: Vorstellbar wäre auch, die Baufreigabe ans Vorhandensein eines Betreibers zu knüpfen.

Bedenken der Gemeinde: Betreiber will anderes Konzept, und die Planung ist für die Katz

Im Gemeinderat hatte es merklich für Irritationen gesorgt, dass der Projektplaner Roetzer und sein Büro Planquadrat nicht zugleich als Investor auftreten. Das hatten manche in Schliersee zu Beginn ganz anders verstanden. Wie berichtet, befürchtet zum Beispiel Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU), dass ein Betreiber das Konzept ändern möchte und die ganze Planung damit für die Katz’ ist. Roetzer, der als Gast zur Sitzung gekommen war, bekräftigte derweil: „Ich werde mein Konzept nicht für einen Investor anpassen.“ Dass er einen Geldgeber findet, daran hat er keinen Zweifel. Aber zunächst brauche er Planungssicherheit.

Gattin des Planers bekräftigt: „ich zieh‘ mich da nicht raus.“

Sibylle Strack-Zimmermann (Grüne) kritisierte, dass es zunächst hieß, „dass die Frau des Projektentwicklers da mit rein geht, und jetzt ist nicht mal klar, wer das überhaupt machen wird. Ich finde es sehr ärgerlich, da ist uns was vorgegaukelt worden.“ Die genannte Ursula Roetzer kann den Vorwurf nicht nachvollziehen. Sie verfolge weiterhin das Ziel, im Gesundhaus auf dem Areal eine Naturheilpraxis zu betreiben, sagt sie gegenüber unserer Zeitung. „Ich zieh’ mich da nicht raus.“ Vielmehr solle ihr Lebensmittelpunkt künftig in Schliersee liegen.

Plan für das Großprojekt in Schliersee geht ins Verfahren

Letztlich waren es wohl die Ausführungen von Anwältin Gerold, die die Mehrheit des Gemeinderats (15:4) bewogen haben, den Plan ins Verfahren zu schicken. Er wird nun ausgelegt. Schon jetzt allerdings bestehen deutlich erkennbar Bedenken und Einwände der Nachbarn hinsichtlich der Größe des Vorhabens. Wie berichtet, möchte Roetzer auf dem 12 220-Quadratmeter-Areal an der Stolzenbergstraße ein Resort mit Gästehaus (45 Zimmer), Biohotel (42), Naturhäusern (acht Ferienwohnungen), Gesundhaus für Anwendungen und Wohngebäude für Mitarbeiter errichten.

Ein anderes Projekt, das stockt: Erweiterung der Maxlrainer Alm: Nur, wenn’s wirklich schön wird und auch hier gestaltet sich‘s schwierig: Rewe-Neubau in Schliersee: Es knirscht im Kreis der Planer

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