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Eine Insel in den Bergen: Die Obere Maxlrainer Alm unter dem Taubenstein liegt für Wanderer und Wintersportler optimal. Einen Fahrweg gibt es jedoch nicht – und deshalb liegt die geplante Erweiterung derzeit auf Eis.

Noch keine Lösung für Transportweg

Obere Maxlrainer Alm: Erweiterung in der Warteschleife

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Seit vier Jahren denkt Johanna Volpert über einen Umbau ihrer Oberen Maxlrainer Alm nach. Was ihr fehlt, ist ein Transportweg für das Baumaterial. Mehrere Varianten werden diskutiert.

Spitzingsee – Die Obere Maxlrainer Alm könnte idyllischer kaum liegen. Im Winter eine Naturschnee-Skipiste vor der Haustür, im Sommer von blühenden Almwiesen umringt: Wohl auch deshalb ist die Hütte unterhalb des Taubensteins bei Tourengehern und Wanderern gleichermaßen beliebt. Doch die Abgeschiedenheit hat ihren Preis: Es gibt keine Straße, die Belieferung ist nur per Materialseilbahn möglich.

Johanna Volpert ist Eigentümerin und Wirtin der Oberen Maxlrainer Alm

Für die Versorgung der Gäste sei das kein Problem, meint Besitzerin und Wirtin Johanna Volpert. Wohl aber, wenn statt Getränke- und Lebensmittelkisten ganze Paletten an Baumaterial zur Alm transportiert werden müssen. Und genau das stünde Volpert bevor, wenn sie den seit Jahren geplanten Umbau des auf 1500 Höhenmetern gelegenen Hauses endlich verwirklichen will.

Das Konzept stammt aus dem Jahr 2013. Eineinhalb Jahre zuvor hatte Volpert in fünfter Generation den Betrieb der Oberen Maxlrainer Alm von ihrem verstorbenen Vater übernommen. Weil der Zuspruch der Gäste stimmte, reichten Volpert und ihr Mann Henrik einen Antrag auf Vorbescheid für eine Erweiterung der Hütte im Schlierseer Rathaus ein. Der Bauausschuss stimmte zu, und auch am Landratsamt gab es laut Volpert keine Einwände gegen das Vorhaben.

Dies beinhaltet nicht nur einen 5,25 Meter langen Anbau im Norden der Hütte für Toiletten, sondern auch eine neue Alm mit gut 90 Quadratmetern Grundfläche für einen Seminar- und Frühstücksraum. Wobei neu nicht für den Baustil gilt. Gestalterisch soll sich das Gebäude nämlich an der Zeit vor 300 Jahren orientieren. „Gewissermaßen ein Abbild der alten Maxlrainer Alm“, erklärt Volpert. Verbunden werden sollen die beiden Hütten über einen modernen Glasgang. An den 44 Schlafplätzen ändert sich nichts. „Wir wollen nicht größer werden“, sagt Volpert.

Um eine große Lösung für den Transport während der Bauzeit kommt die Wirtin dennoch nicht herum. Mehrere Varianten werden derzeit geprüft. Eine Möglichkeit wäre, den hauseigenen Skilift oder die Materialseilbahn für größere Lasten zu ertüchtigen. Ein technisch schwieriges Unterfangen, meint Volpert. Die in ihren Augen im Sinne einer nachhaltigen Erschließung beste Lösung wäre ein Fahrweg zur Hütte.

Doch dazu wird es nicht kommen. Bei einem Ortstermin Mitte Oktober habe sich der Naturschutzbeirat des Landkreises gegen den beantragten Bau der Straße ausgesprochen, teilt Sophie Stadler, stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamtes, auf Nachfrage mit. Der Grund: Die Straße hätte durch das Landschaftsschutzgebiet Spitzingsee und den Schutzwald geführt. „Das Landratsamt wird dieser Empfehlung folgen“, sagt Stadler.

Da der Wunsch der Eigentümer vor dem Hintergrund des des geplanten Umbaus der Alm jedoch nachvollziehbar sei, würden derzeit unterschiedliche Optionen durchdacht. Das Landratsamt stelle gerne seine fachliche Beratung zur Verfügung. Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer habe angeboten, die Gespräche mit den Beteiligten zu moderieren. „Gemeinsam sind wir bestrebt, bald eine sowohl für die Alm- und Grundstückseigentümer, als auch für den Naturschutz sinnvolle und tragfähige Lösung zu finden“, betont Stadler.

Ein erstes Gespräch mit den Nachbarn der Oberen Maxlrainer Alm hat es bereits gegeben, berichtet Schnitzenbaumer auf Nachfrage unserer Zeitung. Es gebe „vorsichtige Signale“ für ein Entgegenkommen. Schnitzenbaumer hält beispielsweise einen Transportweg über die Skipiste und damit außerhalb des Schutzwalds für möglich. Nach Abschluss der Bauarbeiten könnte dieser als Fußweg weiter genutzt werden.

Volpert will eigentlich nur eines vermeiden: eine Hubschrauber-Baustelle. Immerhin kann die Wirtin ihren Übernachtungsgästen mittlerweile auch im Winter eine Alternative zum Fußmarsch anbieten. Ab und an lege die seit Ende 2015 im Winter stillgelegte Taubensteinbahn Sonderfahrten für größere Gruppen ein. Eine echte Erleichterung, meint Volpert. „Vor allem bei Weihnachtsfeiern.“

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