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Nachtarocken im Gemeinderat

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Obere Maxlrainer Alm im Rotwandgebiet
ad900c96-6ebd-49ea-b133-ccb9c7510c4f.jpg © THOMAS PLETTENBERG

In zwei Etappen hat der Schlierseer Bauausschuss Sanierung und Erweiterung der Oberen Maxlrainer Alm zugestimmt. Gesprächsbedarf gibt es aber weiterhin. Im Gemeinderat machte zum Beispiel Gerhard Waas (Grüne) seinem Ärger Luft.

Immer wieder wurden Mathias Schmidlin und Architekt Johannes Wegmann im Bauausschuss Schliersee vorstellig und stellten neue Pläne für die Obere Maxlrainer Alm vor. Viele Monate ging das so, bis heuer eine knappe Mehrheit erst die Erweiterung der bestehenden Alm und später Abriss der Pistenraupenhalle (außer Keller) sowie Abriss und Neubau des Nebengebäudes zugestimmt. Damit alles gut? Mitnichten.

Waas zürnt: „Ein bissl alternative Fakten“

Gerhard Waas (Grüne) und Horst Teckhaus (PWG) sahen noch Gesprächsbedarf und forderten einen Sachstandsbericht im Gemeinderat. Ein Vorwurf richtete sich an Wegmann. Der habe sich die Zustimmung gewissermaßen ermogelt zu haben. „Ein bissl alternative Fakten“ habe der Planer aufgetischt, rügte Waas. Im Speziellen ging es um die Frage der Zuwegung. Waas hatte immer wieder auf die Almwirtschaft verwiesen, die auf keinen Fall Leidtragender sein dürfe. Es müsse klar geregelt sein, wie die Gäste zum Wirtshaus kommen und wie wieder weg – speziell von der Taubensteinbahn aus. Wegmann hatte daraufhin (Juli-Sitzung) von einem Wegekonzept gesprochen, Untere Naturschutzbehörde und der Deutsche Alpenverein seien involviert.

Umbau- und Erweiterungspläne: Die bestehende Maxlrainer Alm (l.) soll verlängert und erhöht und um einen Neubau ergänzt werden. Der Bauausschuss hat seine Zustimmung erteilt. Mancher Gemeinderat wähnt sich aber nur unzureichend informiert. grafik: Architekturbüro Wegmann
Umbau- und Erweiterungspläne: Die bestehende Maxlrainer Alm (l.) soll verlängert und erhöht und um einen Neubau ergänzt werden. Der Bauausschuss hat seine Zustimmung erteilt. Mancher Gemeinderat wähnt sich aber nur unzureichend informiert. grafik: Architekturbüro Wegmann © Architekturbüro Wegmann

Auch Leitner sauer: „Von Anfang an nicht richtig informiert worden“

Waas hat daraufhin bei der örtlichen Sektion nachgefragt und als Auskunft bekommen, dort gebe es keinen DAV-Wanderweg und dahingehend werde sich der Alpenverein Sektion auch nicht engagieren. Das Verhältnis von Bauwerber zu anderen Betroffenen, zum Beispiel auch Grundeigentümer, Almbauer und Staatsforsten, sei „nicht so positiv wie es dargestellt wurde“, so Waas. Der hatte sich am Tag vor der Sitzung mit Wegmann ausgesprochen, womöglich wäre die öffentliche Kritik sonst harscher ausgefallen. Sein Fazit: „Wir müssen in zukunft besser aufpassen.“ Schützenhilfe gab’s von Astrid Leitner (CSU). „Wir sind von Anfang an nicht richtig informiert worden. Zu den Parkplätzen haben wir bis heute noch nichts schwarz auf weiß.“

Wegmann verteidigt sich: „Ich überleg‘ mir schon, was ich sage“

Wegmann verteidigte sich in der Sitzung und zählte auf, was auf dem 1500 Meter hoch gelegenen Gelände alles bessern wird. Dazu gehöre selbstverständlich auch das Thema Besucherlenkung. Derzeit würden die Wanderer kreuz und quer über die Almflächen gehen. Bei seinen Einlassungen gemogelt zu haben, bestritt der Planer. Seit 25 Jahren sei er im Geschäft, „ich überle’ mir schon, was ich sage“. Das Einzige, was er sich vorwerfen könne, sei, dass er Forstbetriebsleiter Jörg Meyer nicht auf den jüngsten Planungsstand gebracht habe, bevor die Abstimmung im Ausschuss anstand. Waas’ Eindruck, es habe bereits ein Gespräch mit mit allen stattgefunden, habe er sicher nicht erweckt.

Weiteres Verfahren liegt beim Landratsamt

Letztlich finde eine Beteiligung sowieso statt. Das Landratsamt klopfe den Bauantrag auf diverse Dinge ab. Dazu gehören unter anderem auch die Stellplatzfrage und Naturschutzbelange. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) erklärte, die protokollierten Wortbeiträge ans Landratsamt weiterzugeben. Bereits im Juli hatte er hinsichtlich des weiteren Fortschritts erklärt: „Wir müssen da eingebunden sein.“

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