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Dringend sanierungsbedürftig ist die Ostergrabenbrücke an der Konrad-Dreher-Straße in Schliersee. Eine teure Baumaßnahme steht der Gemeinde damit bevor. 

„Dann bauen wir halt erst 2019.“

Ostergrabenbrücke: Gemeinderäte sehen Einsparpotenzial

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Keinen teuren Schnellschuss möchten die Schlierseer Gemeinderäte bei der Sanierung der Ostergrabenbrücke riskieren. Zur Not wollen sie die Baumaßnahme erst 2019 durchführen.

Schliersee – Zum Schnäppchenpreis ist die Ostergrabenbrücke nicht zu haben. Das ließ Michael Schütte vom Ingenieurbüro Dippold & Gerold im Schlierseer Gemeinderat immer wieder anklingen. Wie von den Ratsmitgliedern gewünscht, hatte Schütte mehrere Varianten für die Sanierung des Bauwerks im unteren Bereich der Konrad-Dreher-Straße durchgerechnet. Ein gewisses Einsparpotenzial sei da, sagte der Experte. „Für die Hälfte bekommen Sie die Brücke aber nicht.“

Die Maßnahme an sich hat der Gemeinderat in der Novembersitzung bereits beschlossen (wir berichteten). Allerdings sorgten die Kosten von rund 400 000 Euro für die vom Ingenieurbüro vorgeschlagene Ausführung mit Bohrpfählen für erschrockene Gesichter im Gremium. Rein für den Brückenbau werden netto 208 000 Euro fällig, der Rest entfällt auf den Straßenbau sowie Nebenkosten. Um zumindest den Brückenpreis zu drücken, schlugen die Gemeinderäte zwei Alternativen vor: eine Fertigteilbrücke und einen Stahlrohrdurchlass.

Letzterer sei technisch nur schwer machbar, meinte Schütte. Das Stahlrohr würde im erforderlichen Querschnitt über das Gelände hinausragen. Um es dennoch unter die Brücke zu bringen, müsste man den darunter liegenden Kanal tieferlegen. „Das wäre nicht günstiger als unsere Bohrpfahllösung“, sagte Schütte. Deshalb habe man diese Variante nicht weiterverfolgt.

Anders die Fertigteilbrücke. Hier habe man Angebote von zwei Betonfirmen eingeholt. Beide würden aber nur die Kosten für die Betonteile enthalten. Zwecks Vergleichbarkeit habe man die weiteren Leistungen nachträglich aufgeschlagen. Im Ergebnis wäre diese Lösung damit um gut 13 Prozent billiger als die Bohrpfahlausführung, sagte Schütte. Da die Statikuntersuchung noch ausstehe, könne letztere aber durchaus noch günstiger werden.

Nicht nur deshalb riet der Experte zu den Bohrpfählen. Ein weiterer Vorteil sei, dass hier der Kanal ausgespart werden könne und damit kein Eingriff in die Bachsohle notwendig sei. Ohnehin verzichten könne man auf ein aufwendiges hydrologisches Gutachten, erklärte Schütte. „Der Ostergraben ist nicht hochwassergefährdet.“

Wolfgang Schauer (PWG, Ausschussgemeinschaft) vermisste in Schüttes Aufstellung die ebenfalls im Gremium angeregte Verschiebung der Brücke, um die Verkehrsführung zu verbessern. Dies würde die Baumaßnahme eher noch verteuern, sagte der Experte. Die Brückenfläche wäre größer, und es würden noch mehr Privatgrundstücke berührt. Sinnvoll sei es trotzdem, erwiderte Gerhard Krogoll (CSU). „Das würde für den Straßenverlauf enorm viel bringen.“ Einsparpotenzial gebe es an anderer Stelle noch genug, meinte Krogoll. „Da ist noch einiges an Geld drin.“ Er empfahl, die Maßnahme vorsichtig anzugehen. Zeitdruck gebe es keinen. „Dann bauen wir halt erst 2019.“ Das, bestätigte Schütte, sei zumindest von der Brücke her kein Problem.

Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) schlug vor, erst die Statikberechnung abzuwarten. „Sonst stochern wir nur mit der Stange im Nebel herum.“ Einstimmig beauftragte der Gemeinderat die Ingenieure mit der Untersuchung und einer erneuten Kostenaufstellung – auch für die schräge Variante.

Schütte machte am Schluss zumindest ein bisschen Hoffnung, dass der Preis bei einer öffentlichen Ausschreibung doch noch stärker sinken könnte. Bei der Johannisbrücke in Miesbach sei dies mit der Firma Wadle aus Landshut der Fall gewesen. „Die waren 30 Prozent billiger.“

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