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Wieder offen: Der beliebte Parkplatz zwischen Schnapperwirt und Bootsverleih in Fischhausen steht ab sofort wieder der Allgemeinheit zur Verfügung. Nur ein Teilbereich (hinten) ist dem Autohaus Pusl als neuem Pächter vorbehalten.

Gute Nachricht für Badegäste in Fischhausen

Parkplatz-Streit in Schliersee: Autohaus pachtet Fläche - und öffnet sie für alle

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Der gesperrte Parkplatz in Fischhausen ist wieder auf. Autohaus-Chef Klaus Pusl hat die Fläche kurzerhand selbst gepachtet - und stellt sie allen zur Verfügung.

Fischhausen – Das Hick-Hack um den Parkplatz zwischen Schnapperwirt und Bootsverleih in Fischhausen wurde Klaus Pusl irgendwann zu bunt. Also suchte der Inhaber des benachbarten Autohauses selbst das Gespräch mit Eigentümer Franz Leitner, um die zwischenzeitlich gesperrte Fläche wieder für die Autos zu öffnen. Mit Erfolg: Pusl einigte sich mit Leitner auf eine neue Regelung. Fortan pachtet das Autohaus den Parkplatz an der B 307, nicht mehr die Gemeinde. Die wiederum will Pusl aber auch noch ins Boot holen.

Wie berichtet, hatte Leitner die gekieste Fläche gesperrt, weil sie zunehmend für private Dinge zweckentfremdet wurde. Besonders Camper, die ihre Wohnmobile über Nacht auf dem Platz abgestellt haben, nervten den Eigentümer. Auch die Mitarbeiter des Autohauses Pusl hätten die Stellplätze gern genutzt.

Der Chef bestätigt das, sieht sich aber zu unrecht als Buhmann dargestellt. So habe er der Gemeinde als Pächter angeboten, einen Teil der ohnehin günstigen Kosten zu übernehmen. Da habe man aber abgewunken. Also erklärte sich Pusl stattdessen bereit, die Fläche im Winter vom Schnee zu befreien. Als er im Herbst 2018 von den Problemen erfuhr, hoffte Pusl noch, die Gemeinde würde mit Leitner über den Winter eine neuen Regelung finden. Daraus wurde bekanntlich nichts. Da wurde es Pusl zu bunt. „Mich hat es gedrückt, ich wollte nicht mehr länger warten“, sagt der Autohaus-Inhaber. Die Parkplatznot in Fischhausen sei gerade bei schönem Wetter wie in diesen Tagen groß.

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Also suchte Pusl selbst das Gespräch zum Eigentümer. Prompt einigte man sich auf einen Betrag. Noch vor der Vertragsunterzeichnung entfernte der neue Pächter Absperrband und Stacheldraht und gab den Parkplatz wieder frei. Lediglich 20 der 70 Stellplätze zwackte er für sein Autohaus ab. Den Rest stellte er – vorerst unentgeltlich – der Öffentlichkeit zur Verfügung. Um die ungeliebten Dauerparker wie Wohnmobile auszuschließen, wies er – noch mit provisorischen Schildern – ein nächtliches Halteverbot aus.

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Bald soll aus dem Provisorium eine fixe und für alle Beteiligten gute Lösung werden. Pusl kündigt an, mit der Gemeinde über eine Unterpacht zu sprechen. „Am Wochenende brauche ich die Stellplätze ja nicht.“ Die Ausflügler und Badegäste dafür umso mehr. Und selbst für die Wohnmobilfahrer hat Pusl ein Herz. Irgendwo müssten schließlich auch sie ihre Fahrzeuge abstellen können. Der Autohaus-Chef hofft, dass sich auch dafür bald eine geeignete Fläche findet. Er sagt: „Wenn wir in Schliersee mehr an einem Strang ziehen, dann kommen wir uns nicht ins Gehege.“ 

sg

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