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Philipp Lahms Firma Sixtus verlässt Hausham.

Philipp Lahms Firma

„Wurzeln und Identität aufgegeben“: Miesbacher Bürgermeister haben klare Meinung zu Sixtus

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Weder in Schliersee, noch in Fischbachau hat sich Sixtus angesiedelt. Dennoch haben die Bürgermeister eine klare Meinung zum Abschied des Unternehmens aus dem Landkreis.

Schliersee/Fischbachau– Ja, Sixtus hat Spuren hinterlassen in Schliersee und Fischbachau. Das merkt man spätestens, wenn man die beiden Bürgermeister auf das Thema anspricht. Sowohl Franz Schnitzenbaumer, wie auch Josef Lechner haben sich monatelang für eine Ansiedlung der geplanten Erlebniswelt des Körperpflegemittelproduzenten stark gemacht. Am Ende standen bekanntlich beide mit leeren Händen da. In Schliersee ließen die Bürger das Vorhaben an der Seestraße platzen, in Fischbachau zog das Unternehmen selbst die Handbremse, weil die Kosten für das Großprojekt in Aurach offenbar zu hoch ausgefallen wären.

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Seit Kurzem ist nun klar, dass Sixtus dem gesamten Landkreis einen Korb gibt und Ende des Jahres von Hausham nach Bad Aibling zieht (wir berichteten). Eine Nachricht, die auch Schnitzenbaumer und Lechner mit Bedauern aufgenommen haben, wie unsere Nachfrage ergeben hat.

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„Riesen-Verlust für den ganzen Landkreis“

Ganz überraschend kam die Entscheidung für den Schlierseer Rathauschef nicht. „Ich habe schon geahnt, dass da was im Busch ist“, sagt Schnitzenbaumer. Dass sich die Gerüchte bewahrheiten werden, habe aber auch er erst aus der Zeitung erfahren. Der Wegzug von Sixtus sei ein „Riesen-Verlust für den ganzen Landkreis“, findet der Bürgermeister. Nicht nur wegen der Arbeitsplätze (jeder wohnortnahe Job weniger sei ein Pendler mehr), sondern auch wegen der einst so engen Verbundenheit des Unternehmens zur Region. „Ich fürchte, dass die bald nicht mehr so gegeben ist“, meint Schnitzenbaumer.

Wie lange währt die Partnerschaft noch? Die Zukunft von Sixtus als Hauptsponsor des Alpentriathlons oder des Schliersee Lauf & Walk (im Bild) ist offen.

Zu spüren bekommen könnte Schliersee dies bei Veranstaltungen wie dem Lauf & Walk, dem internationalen Tenniscup oder dem Alpentriathlon. Man müsse sich darauf einstellen, dass Sixtus hier über kurz oder lang nicht mehr als Hauptsponsor auftrete, warnt der Bürgermeister. Zumindest der Triathlon sei seines Wissens für heuer aber gesichert. Mit dem Nein beim Bürgerentscheid im Oktober 2016 will Schnitzenbaumer das Schicksal von Sixtus nicht mehr verknüpfen. Niemand könne sagen, wie es nach einer Ansiedlung an der Seestraße mit dem Unternehmen weitergegangen wäre. „Das wäre Spekulation“, sagt der Bürgermeister. 

Frage man ihn nach seiner persönlichen Meinung, sei er nach wie vor überzeugt, dass das Projekt eine „gute Sache für Schliersee“ geworden wäre, weil Sixtus hier viel sichtbarer gewesen wäre. Dennoch will Schnitzenbaumer dieses Fass nicht mehr aufmachen. „Als Demokraten haben wir das Ergebnis des Bürgerentscheids akzeptiert. Alles andere wäre unfair.“

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„Es gibt seine Wurzeln und Identität auf“

Längst abgehakt hat auch der Fischbachauer Rathauschef das Thema Sixtus. Es habe sich schon Anfang 2018 gezeigt, dass sich das Unternehmen für eine „Kostenstrategie“ entschieden habe, so Lechner. Die hätte aber nicht zu den Zielsetzungen der Gemeinde Fischbachau gepasst. „Ab diesem Zeitpunkt waren sie für uns kein Thema mehr.“ Dass die Firma Ende des Jahres sogar den Landkreis verlässt, hält Lechner für „bedauerlich“. Der Landkreis verliere damit einen Traditionsbetrieb. Viel schlimmer seien aber die Folgen für Sixtus selbst. „Es gibt seine Wurzeln und Identität auf“, sagt Lechner.

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Rein betriebswirtschaftlich wäre der nächste logische Schritt, auch die Produktion in ein Billigland auszulagern und nur noch ein Verkaufsbüro zu unterhalten, mutmaßt der Bürgermeister. Dies sei in seinen Augen für ein Markenunternehmen aber fatal. Lechners Fazit fällt entsprechend deutlich aus: „Schade für den Landkreis, sehr schade für Sixtus.“

sg

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