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Am Flügel Richard Wagners im Haus Wahnfried spielt Burger an seinem Geburtstagabend ein Konzert – wie hier 1994 mit Sängerin Daphne Evangelatos 1994.

Ein Leben für Liszt und die Musik

Pianist und Autor Ernst Burger feiert seinen 80. Geburtstag

Ein runder Geburtstag: Autor und Pianist Ernst Burger, der zum Teil in Schliersee lebt, feiert seinen 80. Geburtstag. Zu diesem Anlass gibt er sich einfach selbst ein Konzert. 

Schliersee– Seine Bücher über Komponisten und Musiker sind echte Liebhaberstücke und haben in Fachkreisen Kultstatus, seine Franz-Liszt-Sammlung ist heute ein Museum. Nun feiert Ernst Burger, der in Schliersee und München lebt, einen runden Geburtstag: Der Pianist und Autor wird an diesem Sonntag 80 Jahre alt.

Burger gibt am Abend seines Geburtstags selbst ein Konzert, im Haus Wahnfried in Bayreuth, das das Richard-Wagner-Museum beherbergt. Mit Sopranistin Ofelia Sala spielt er Werke von Georges Bizet, Heitor Villa-Lobos, Enrique Granados und Manuel de Falla. Und zwar an einem ganz besonderen Steinway-Flügel: „Das ist schon ein Gefühl, da Liszt darauf gespielt und Wagner daran seinen ,Parsifal‘ komponiert hat“, schwärmt Burger. Franz Liszt war Richard Wagners Schwiegervater – und Ernst Burger fasziniert der Komponist schon seit der Kindheit.

Ernst Burger wird 80.

1986 schrieb Burger seine erste „Lebenschronik in Bildern und Dokumenten“ eben über Listz. „Ein Komponist, der von Anfang an unterschätzt wurde“, sagt Burger. „Er hatte viel Erfolg. Heute ist es so weit gekommen, dass viele ihn als Zugaben-Komponist einschätzen – den wahren Liszt kennen sie nicht.“ Nach dem großen Erfolg des Buchs und einem Bruch der rechten Hand verfasste Burger insgesamt sieben weitere Bücher, auch über Frédéric Chopin, Robert Schumann und den Jazz-Pianisten Erroll Garner. Einige wurden ins Englische, Französische und Italienische übersetzt, die meisten sind vergriffen. Für seine Werke wurde Burger mehrmals ausgezeichnet – unter anderem zweimal mit dem Deutschen Musikeditionspreis für Musikbücher herausragender Qualität.

Geboren wurde Burger am 26. März 1937 in München. Ab Mitte der 40er Jahre wuchs er in Altötting auf, wohin sein Vater als Lehrer versetzt worden war. Nach dem Abitur studierte Burger an der Münchner Musikhochschule und wurde Konzertpianist. 1972 heiratete er Dorothea von Maillinger, 1982 kam Sohn Felix zur Welt, der heute als erfolgreicher moderner Künstler in Rotterdam lebt. Vor gut 30 Jahren kaufte Burger seine Jugendstilvilla in Schliersee. Er hatte sich bei einem Ausflug auf den Schliersberg in die Landschaft verliebt.

Seine Verbindung nach Bayreuth verdankt Burger seiner Faszination für Liszt und dessen Werk. 1986 stellte er seine Liszt-Sammlung für eine Ausstellung zur Verfügung. Als die Stadt Bayreuth das Sterbehaus des Komponisten zum Museum machte, zog Burgers Sammlung dort dauerhaft ein.

Auch vom Klavierspielen hat Burger sich nie abhalten lassen. Nicht nach seinem Handbruch, der ihm heute keine Probleme mehr bereitet, und auch nicht nach einem Sehnenriss vor etwa sfünf Jahren. Weil er den linken Arm nicht mehr dauerhaft über der Klaviatur halten kann, hat sich der findige Pianist eine Eigenkonstruktion mit einer Schlinge gebaut. Darin kann der Pianist seinen Arm ablegen und trotzdem die Finger über die Tasten gleiten lassen.

Katrin Hager

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