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Ganz schön gut bestückt: Diese sieben Häuser bedienen hauptsächlich die Jugend.

Die Voraussetzungen sind da - Strategie absolutes Novum im Tourismus

Pilotprojekt: Schliersee will Top-Reiseziel für Jugendliche werden

Schliersee - Schliersee hat die Jugend für sich entdeckt. Die Gemeine will eine der beiden ersten zertifizierten Jugendreise-Destinationen in Deutschland werden. Das ist der Plan:

Bei den öffentlichen Diskussionen über die touristische Ausrichtung Schliersees war diese Zielgruppe eigentlich nie Thema: Kinder und Jugendliche, die in Gruppen unterwegs sind. Das soll sich nun ändern. Die Gemeinde möchte sich vom Deutschen Fachverband für Jugendreisen als Jugendreise-Destination zertifizieren lassen. 

Der Gemeinderat hat nun sein Okay gegeben. Bedeutet: In einem einjährigen Prozess wird der Fachverband zusammen mit den Touristikern vor Ort das Angebot für Jugendliche durchleuchten und verbessern. Im November soll dann die Verleihung des Qualitäts-Siegels beim ersten Deutschen Jugendkongress in Schliersee über die Bühne gehen. Neben der Marktgemeinde bewirbt sich auch das Arberland als Region (24 Gemeinden).

Ganz schön gut bestückt: Diese sieben Häuser bedienen hauptsächlich die Jugend.

Schliersee ist damit Pilotgemeinde. Qualitätssiegel gibt es in verschiedenen Ausprägungen nur für einzelne Häuser – nicht für ganze Destinationen. Solche Häuser hat Schliersee eine ganze Reihe. Ganze sieben zählt Jan Floercken, Leiter der BLSV-Hauses BergSee, auf (siehe Grafik). Auf ihn geht die Initiative zur Zertifizierung zurück. Floercken sitzt selbst im Qualitätsausschuss der Fachverbands für Jugendreisen.

Mit der Jugend als Zielgruppe hatte sich Schliersee bislang kaum befasst. Dabei ist der Anteil an Übernachtungen nicht zu unterschätzen. Je nachdem, ob man die Erwachsenen, zum Beispiel Begleitpersonen oder Seminarteilnehmer, mitzählt, steuern die Häuser für Jugendgruppen zwischen 20 und 25 Prozent der jährlichen Übernachtungen in Schliersee bei. Ein bislang quasi vergessenes Viertel.

Die Qualität des jugendrelevanten Angebots optimieren und unter anderem über den Fachverband aktiv zu kommunizieren, lautet das Ziel. Das Angebot müsse über Übernachtungen mit Vollpension hinausgehen. „Gruppen erwarten eine gutes pädagogisches Programm“, sagt Floercken. Dazu zählt auch das Thema Freizeitbeschäftigung, womit auch Leitungsanbieter außerhalb der Vermieter gefragt sind. Das reicht von Bergbahnen über Skiverleihe bis hin zu Vereinen. Hier könnte zum Beispiel der TSV Schliersee, der das Eisstadion am Freudenberg zu einer Ganzjahres-Sportarena machen möchte eine Rolle spielen. „Durchdeklinieren bis auf die die Ebene der Leistungsanbieter“, nennt das die Gäste-Info Schliersee.

Über das Gesamtpaket lässt sich das Ziel erreichen, pro Übernachtung mehr Umsatz zu erzielen. Stimmt neben der Qualität des Hauses auch das Programm drum herum, darf auch der Preis höher sein. Dass Jugendliche vor Ort viel Geld ausgeben, ist hingegen kaum zu erwarten.

dak

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