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Zufrieden mit dem Porzellan: Michael Wörfel, Vorsitzender des Skiclub Schliersee, ist glücklich mit dem neuen Geschirr und Besteck auf dem Waldfest. 

Vorsitzender Michael Wörfel im Interview

Plastikverzicht beim Waldfest: Skiclub Schliersee zieht Bilanz

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Porzellan statt Plastik: Mit dieser Aktion hat der Skiclub Schliersee auf dem Waldfest ein deutliches Zeichen gesetzt. Und so fällt die Bilanz aus.

Schliersee„Pfiade Plastik“: In etwa so könnte man das inoffizielle Motto des Schlierseer Waldfests 2019 bezeichnen. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat auf Antrag von Ursula Bommer (Die Schliersseer) kürzlich einen Verzicht auf Plastikgeschirr und -besteck bei Outdoor-Festivitäten ab 2020 beschlossen. Der Skiclub ist bei seinem Waldfest am vergangenen Wochenende mit gutem Beispiel vorangegangen und hat das Einweggeschirr bereits heuer von den Biertischen und aus den Verkaufsstandln verbannt. Wie sich die Entscheidung in der Praxis bewährt hat, verrät SC-Vorsitzender Michael Wörfel im Interview mit unserer Zeitung.

Herr Wörfel, wie viele Scherben mussten Sie auf dem Waldfestplatz zusammenklauben?

Michael Wörfel: Überraschend wenige. Von 1000 Tellern sind gerade einmal zehn kaputtgegangen. Eine ziemlich gute Quote, wie ich finde. Zumal wir ja auch kein Mehrwegplastik, sondern wirklich echtes Porzellan für unser Geschirr eingesetzt haben. Umso schöner ist es, wenn die Leute auch entsprechend sorgsam damit umgehen.

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Für Sie ein Zeichen der Wertschätzung Ihres Vorstoßes?

Michael Wörfel: Durchaus. Wir haben tatsächlich viele positive Rückmeldungen von den Gästen bekommen. Die haben nicht nur unseren Beitrag für den Umweltschutz gelobt, sondern auch den besseren Geschmack des Essens, wenn es auf Porzellan serviert wird. Das hat uns natürlich ganz besonders gefreut. Es zeigt uns, dass sich der Mehraufwand gelohnt hat.

Plastikverzicht beim Waldfest: Skiclub Schliersee zieht Bilanz

Wie groß war der denn?

Michael Wörfel: Schon recht erheblich. Man darf ja nicht nur die rund 5000 Euro an Anschaffungskosten für Geschirr und Besteck sehen. Auch das Personal hatte mit dem Spülen und Einwickeln von Messer und Gabel in die Servietten mehr Arbeit. Weil wir unsere Bedienungen und Service-Kräfte aber frühzeitig mit ins Boot geholt haben, waren alle gut vorbereitet. Viele sind Porzellan ja aus der Gastronomie oder von anderen Festen her gewohnt.

Stichwort andere Feste: Was passiert mit dem neuen Geschirr außerhalb der Waldfest-Zeit?

Michael Wörfel: Es verstaubt jedenfalls nicht im Schrank. Tatsächlich haben wir es bereits ans Fischbachauer Knödelfest verliehen. Das ist auch für andere Veranstaltungen denkbar. Wenn ein uns nahe stehender Verein wie die Skizunft Neuhaus Interesse hat, stellen wir unser Porzellan gern zur Verfügung.

Aber nur, wenn es auch vollständig und heil wieder zurückkommt, oder?

Michael Wörfel: Da mache ich mir eigentlich keine Sorgen. Ich bin wirklich sehr angetan, wie reibungslos das beim Waldfest geklappt hat.

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