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Hier steht’s geschrieben: Wie im Straßenverkehr gelten auch in Skigebieten Sicherheitsregeln, die der Deutsche Skiverband (DSV) ausgearbeitet hat.

Sicherheitscheck des Deutschen Skiverbands

Prädikat „Geprüftes Skigebiet“: Spitzingsee und Sudelfeld ziehen nach

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23 Skigebiete haben sich dem Sicherheitscheck des Deutschen Skiverbands unterzogen. Die Alpenbahnen Spitzingsee und die Bergbahnen Sudelfeld tauchen nicht in der Liste auf. Warum? 

Spitzingsee/Bayrischzell – Bei Sonnenschein erleichtern sie die Orientierung im Skigebiet, bei dichtem Nebel können sie auch schon mal zum Lebensretter werden: Die kleinen blauen, roten und schwarzen Tafeln am Pistenrand gehören zur Grundausstattung eines jeden Skigebiets. Doch sie sind längst nicht die einzige Sicherheitsmaßnahme für den Brettlsport. So haben die Initiative der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) und der Deutsche Skiverband (DSV) in Kooperation mit dem Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) vor acht Jahren das Prädikat „Geprüftes Skigebiet“ eingeführt.

23 Betreiber in Deutschland haben sich bereits zertifizieren lassen. Die beiden großen Landkreis-Skigebiete Spitzingsee-Tegernsee und Sudelfeld fehlen jedoch in der Liste. Aber nicht mehr lange, wie die Chefs der Bergbahnen auf Nachfrage unserer Zeitung versichern. „Nach den Faschingsferien kommt die Prüfkommission“, sagt Peter Lorenz, Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee. Die Formblätter mit allen wichtigen Daten zum Skigebiet habe man bereits eingereicht. Einen ganzen Tag lang würden die Experten dann die Pisten abfahren und die Pläne, Markierungen und Hinweise auf Gefahrstellen unter die Lupe nehmen. Auch Sicherheitsvorkehrungen am Pistenrand seien ein Thema.

Peter Lorenz ist Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee.

Da habe sich das Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee aber ohnehin nichts vorzuwerfen, ist Lorenz sicher. So würden alle Maßnahmen stets einer gründlichen, internen Prüfung unterzogen. „Aber es ist gut, wenn es sich auch mal jemand anders anschaut.“ Für Verbesserungsvorschläge sei man immer dankbar.

Auch die Bergbahnen Sudelfeld haben sich für die Zertifizierung angemeldet, teilt Geschäftsführer Egid Stadler mit. „Wir sind quasi mittendrin.“ Dass die Prüfung erst jetzt erfolgt, begründet Stadler mit dem stetigen Ausbau des Skigebiets in den vergangenen Jahren. Den habe man erst abschließen wollen, bevor man sich um das Prädikat bewirbt. „Wir haben heuer eine komplett neue Beschilderung und ein neues Leitsystem bekommen“, berichtet Stadler.

Egid Stadler ist Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld.

Andere Tests hat das Sudelfeld hingegen bereits erfolgreich bestanden. Die Prüfer des Online-Portals Skiresort.de haben dem Gebiet 3,7 von fünf Sternen verliehen, und seit neuestem darf sich es sich auch als Testsieger des österreichischen Anbieters Skiarea in den Kategorien Pistenpflege, Beschneiung und eben auch Sicherheit bezeichnen. Braucht es da überhaupt noch das Prädikat des DSV? Ja, meint Stadler. „Das ist auch für Haftungsfragen nach Unfällen wichtig.“

Um das Siegel zu erhalten, müssen die Betreiber laut DSV „nicht nur vollumfänglich ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen, sondern zudem einen Katalog strenger Prüfkriterien erfüllen“. Die erfassten Daten werden analysiert, und anschließend spricht die Kommission eine Empfehlung aus. Das Prädikat „Geprüftes Skigebiet“ werde für drei Jahre vergeben und müsse nach Ablauf dieser Zeit erneuert werden. Die Skiwacht des DSV sorge mit ihren täglichen Kontrollfahrten permanent für die Einhaltung der Richtlinien.

Wann die Skigebiete Spitzingsee-Tegernsee und Sudelfeld mit dem Prädikat werben dürfen, steht noch nicht genau fest. Ein Freibrief für Pistenrowdies ist die Auszeichnung aber ohnehin nicht, betont der DSV. Wie auch im Straßenverkehr müssten die Skifahrer bestimmte Regeln einhalten. Das Stichwort lautet: Eigenverantwortung.

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