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Hermann Müller jun. vom RRC Schliersee deutet auf das, das früher einmal eine Natureisbahn gewesen war. Und bald soll es wieder eine werden. 

So steht‘s um Projekte mit Leader-Förderung

Schritt für Schritt: Bei der Rodelbahn in Schliersee tut sich was

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Die Rodelbahn am Hennerer in Schliersee ist noch nicht abgeschrieben. Das Leader-geförderte Projekt kommt voran. Andere Projekte im Landkreis sind bereits abgeschlossen oder stehen kurz davor.

Landkreis– Bald ist es soweit: Ende Oktober wird ein erster Meilenstein in Sachen Leader-Förderprojekte erreicht. Bis 31. Oktober müssen im Landkreis 500 000 Euro an Einzelprojekten und 150 000 Euro an Kooperationskosten bewilligt sein. Zwar sind noch nicht alle Genehmigungsverfahren abgeschlossen – doch LAG-Managerin Stephanie Stiller kann bereits ein erstes Fazit ziehen.

Gemeinsame Leader-Projekte: Kooperationen mit anderen Regionen

Was die Kooperationsprojekte mit anderen Regionen angeht, wird der Landkreis nicht an die geforderte Summe herankommen. Stiller schätzt, zum angesetzten Datum bei 140 000 Euro zu liegen. „Es gab noch keine offizielle Stellungnahme, wie man mit dem übrigen Geld umgeht“, sagt sie. Stiller weiß, dass die meisten Regionen im Süden Bayerns die Vorgabe von 150 000 Euro nicht erreichen werden. Meilensteine wie diesen gibt es zum ersten Mal, wohl deshalb ist das Konzept nicht ausgereift.

„Wir hätten schon mehr Gelder losbekommen“, sagt Stiller zu dem nicht erreichten Ziel. Schuld war eine Änderung der Richtlinien zum Beginn des Jahres. „Dabei sind viele Projekte herausgefallen.“ Die gravierendste Regelung ist die zum Beihilferecht. Wer ein Projekt startet und damit etwas Gutes für andere tut, beispielsweise für Vereinsmitglieder, der bekommt dafür keine Leader-Förderung. Stiller weiß auch von anderen Kollegen: „Das ist ein Riesen-Problem für Leader in Bayern.“ Dennoch konnte der Landkreis bereits einige Kooperationsprojekte mit einer Leader-Förderung unterstützen:

Daunddort: Das Kooperationsprojekt mit dem österreichischen Verein Zukunftsorte besteht aus sieben Kongressen in drei Jahren. Das Ziel ist voneinander zu lernen. Aus dem Miesbacher Budget sind dafür 12 740 Euro beantragt. Vier Kongresse wurden schon abgehalten, der nächste findet am 5. und 6. Oktober in Nenzing (Vorarlberg) zum Thema Gemeinwohlökonomie statt.

Themenwege am Wendelstein: Die Konzeption der Themenwege ist bereits in einem eigenen Projekt mit der LAG Mangfalltal-Inntal abgeschlossen worden. Dafür hat Miesbach 10 340 Euro bezuschusst. In einem weiteren Projekt soll die Umsetzung abgeschlossen werden. 69 259 Euro werden dann für den Fördertopf in Miesbach noch fällig. Stiller kündigt an: „Mitte September ist der offizielle Projektstart.“

Urlaub auf dem Bauernhof: Die vier Anbietergemeinschaften im Oberland – Pfaffenwinkel-Ammersee-Lech, Zugspitzregion Werdenfelser Land, Tölzer Land und die Alpenregion Tegernsee-Schliersee – planen, sich zu einem gemeinsamen Verband zusammenzuschließen und eine professionell geführte Geschäftsstelle einzurichten. Für dieses Projekt bezuschusst Miesbach 28 815 Euro. Während das Projekt Professionalisierung bereits läuft, steht das nächste schon in den Startlöchern: eine Qualitätsoffensive. Für die gibt’s 10 522 Euro Förderung.

Deisenrieder Stollen: Die Gemeinden Fischbachau und Bad Feilnbach arbeiten schon Jahre an dem Projekt, den Wetterstollen für Besucher zugänglich zu machen. Im Juni gab es nun den Förderbescheid zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn. Ein Gesamtkonzept erstellen zu lassen kostet gut 30 000 Euro – 9069 Euro übernimmt die LAG Miesbach. Wie Fischbachaus Geschäftsleiter Johann Neundlinger erklärt, soll es am 24. August einen ersten Termin zur Besprechung des Konzepts geben. Später folgt eine Besichtigung. „Wir müssen dem Büro erklären, was wir wollen.“ Schließlich kann der Stollen nicht wie anfangs geplant 400 Meter weit erschlossen werden, sondern nur 70 Meter (wir berichteten). Über das Konzept, das im Herbst vermutlich fertig wird, müssen beide Gemeinden dann abstimmen. Neundlinger vermutet, dass die Maßnahmen 2018 verwirklicht werden.

Einzelne Leader-Projekte im Landkreis

Viel besser sieht die Lage bei den Einzelprojekten aus. Da liegt man jetzt bereits bei rund 536 000 Euro, also schon über der geforderten Summe. Einige der Projekte sind schon komplett abgeschlossen. So feierte im Juli Max-Georg Graf von Arco auf Valley mit etwa 100 Gästen die Eröffnung der Erlebnisbrauerei (wir berichteten). Gefördert worden war das Projekt mit 200 000 Euro. Ebenfalls schon zu Ende ist das Projekt zu Barrierefreiheit im Landkreis. Projektträger war dabei die Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) Die Fördersumme lag hier bei 28 698 Euro. Das wenigste Geld hat die Gemeinde Fischbachau mit 6750 Euro beansprucht. Dafür gab es ein touristisches Gesamtkonzept zu „Kräuter-Kraft-Natur – unser Leitzachtal“. Zwei Einzelprojekte laufen derzeit noch:

Radverkehrskonzept: Den Landkreis radfreundlicher zu machen – beispielsweise durch einheitliche Beschilderung und die Verbesserung der Radwegeinfrastruktur –, das hatte sich die Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) auf die Fahnen geschrieben (wir berichteten). Das Vorhaben ist auch so gut wie abgeschlossen. Gefördert wurden von dem 76 800 Euro teuren Projekt 33 284 Euro. Stiller sagt: „Das Projekt steht kurz vor dem Abschluss, es fehlen lediglich noch ein paar Rechnungen.“

Rodelbahn in Schliersee:Schritt für Schritt nähert sich der Schlierseer Renn-Rodelclub (RRC) der seit vielen Jahren ersehnten neuen Rodelbahn. Einen Zuschuss für eine Machbarkeitsstudie gibt es von der Leader-Förderung (wir berichteten): 16 800 Euro. Damit die erstellt werden kann, wird zunächst im Herbst ein geologisches Gutachten gemacht. „Das soll die Beschaffenheit des Berges prüfen“, erklärt RRC-Vorsitzender Hermann Müller jun. In der Zwischenzeit waren die Vereinsmitglieder aber nicht untätig. Im Juli wurde die Holzkonstruktion am Zieleinlauf abgerissen. „Mit dem bewährten Team haben wir das an einem Nachmittag geschafft.“ Sukzessive werden nun die restlichen Holzbauten abgetragen. Im Frühjahr/Sommer 2018 folgt die Studie, frühestens 2019 dann der Neubau. Kleine Schritte, aber immerhin nach vorne.

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