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Schon wieder ein neuer Wirt: Beim Ratskeller in Schliersee bahnt sich nach nur zwei Jahren ein erneuter Pächterwechsel an.

Thomas Stumbeck hört nach zwei Jahren auf

Ratskeller: Erneuter Pächterwechsel steht an

Das fröhliche Wirtewechseln im Schlierseer Ratskeller geht in die nächste Runde. Nach nur zwei Jahren will Pächter Thomas Stumbeck das Gasthaus am Rathaus verlassen.

Schliersee Die Zeit der Riesenknödel ist gezählt im Ratskeller in Schliersee. Keine zwei Jahre wanderte die selbsterklärte Spezialität von Pächter Thomas Stumbeck auf die Teller der Gäste, schon bahnt sich wieder eine Veränderung in der Küche an. „Die Augustiner Brauerei hat uns informiert, dass es einen Pächterwechsel im Ratskeller geben wird“, sagt Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer auf Anfrage unserer Zeitung. Die Gemeinde ist zwar Eigentümer der Gaststätte, hat diese aber langfristig an die Brauerei vermietet. Finanzielle Konsequenzen hätte ein längerer Leerstand also allenfalls für Augustiner.

Wann Unterpächter Stumbeck das Lokal verlassen wird und ob die Brauerei bereits einen neuen Wirt gefunden hat, ist offen. „Meines Wissens ist noch nichts in trockenen Tüchern“, sagt Schnitzenbaumer. Die Brauerei selbst wollte sich auf Nachfrage derzeit nicht äußern, und auch Stumbeck war gestern nicht für eine persönliche Stellungnahme zu erreichen.

Fest steht dafür, dass sich der Turnus der Wirtewechsel im Ratskeller fortsetzt. Nach Michael Matysiak, der im Frühjahr 2015 nach nur zwei Jahren die Schürze an den Nagel hängte, hat sich nun auch sein Nachfolger zu diesem Schritt entschieden. Über die Gründe lässt sich derzeit nur spekulieren. Dass es am mangelnden Geschäft liegt, kann sich der Bürgermeister jedenfalls nicht vorstellen. Zwar habe es nach dem Pächterwechsel etwas gedauert, bis die Leute den Ratskeller wieder für sich entdeckt hätten, aber dann habe sich dieser schnell etabliert – gerade auch bei den Einheimischen. „Und der Biergarten ist gut gelaufen“, sagt Schnitzenbaumer.

Gastronomisch setzte Stumbeck, der fünfzehn Jahre Erfahrung im Veranstaltungs-Catering mit nach Schliersee brachte, voll auf die traditionelle bayerische Wirtshausküche. Neben besagten Riesenknödeln führte er Aktionstage für Schweinshax’n, Ente, Spareribs und Fisch ein – mit vergünstigten Preisen für die jeweiligen Gerichte.

Auch der Ratskeller selbst präsentiert sich nach der grundlegenden Sanierung im Jahr 2013 – Augustiner ließ sich dies eine halbe Million Euro kosten – runderneuert. Insgesamt 140 Personen haben im Gastraum auf zwei Etagen, in der historischen Ratsstube mit Gewölbe und in der Schwämme Platz. Der Biergarten ist auf bis zu 250 Gäste ausgelegt.

An sich günstige Voraussetzungen für einen neuen Wirt. Schnitzenbaumer hofft, dass der Pächterwechsel möglichst reibungslos über die Bühne geht. „Es sollte halt nicht lange geschlossen sein,“ meint der Bürgermeister. Zumal sich auch an anderer, ebenfalls prominenter Stelle im Ort eine Veränderung anbahnt. Wie berichtet, plant Alois Gartenleitner, den Hotelgasthof Terofal Ende Oktober zu verlassen. Auch hier weiß Schnitzenbaumer noch nichts von einem Nachfolger.

Insgesamt sieht er die Gastronomie in Schliersee aber gut aufgestellt. Betriebe wie das Hofhaus, das Zwitscherstüberl oder das Weißwurstglöckerl seien seit Jahren fest im Gemeindeleben etabliert. Schnitzenbaumer: „Man darf nicht immer nur allein auf die großen Leuchttürme schauen.“

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