Zugeständnis an den Planer: An die Nordseite des neue Gebäudes mit Rewe und Wohnungen könnte die bestehende Kapelle versetzt werden. Das Ensemble wäre zum Kurpark hin somit gefälliger.
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Zugeständnis an den Planer: An die Nordseite des neue Gebäudes mit Rewe und Wohnungen könnte die bestehende Kapelle versetzt werden. Das Ensemble wäre zum Kurpark hin somit gefälliger. Visualisierung: ADA Plaungs-und Bauconsulting

Planung dauert an

Rewe-Markt in Neuhaus: Es wird wohl Ende 2023

Den Neuhauser ist in Sachen Supermarkt schon einiges an Geduld abverlangt worden. Und sie werden sich weiter in Geduld üben müssen. Vor 2023 wird es nichts mit dem neuen Rewe-Markt an der Ecke Josefstaler-/Dürnbachstraße.

Der Startschuss hätte in der Mai-Sitzung des fallen sollen. Da hätte der Gemeinderat den Bebauungsplan für den Rewe ins Verfahren schicken sollen. Doch weil Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) angesichts der Corona-Infektionszahlen keine Sitzungen einberufen wollte, verzögert sich das Vorhaben, das Projektplaner Dieter Aue ursprünglich schon Endes dieses Jahres gerne abgeschlossen hätte. Wobei: Wirklich verzögern wird sich der Bau nicht. Der Naturschutz am Landratsamt habe ihm zu verstehen gegeben, dass er mit der Vorbereitung des Grundstücks erst am 1. November beginnen dürfe, sagt Aue auf Anfrage. Dann wird ein Großteil der Bäume, die aktuell auf dem Grundstück an der Ecke Josefstaler-/Dürnbachstraße stehen, weichen müssen. Der erste Spatenstich werde aber erst nach der Schneeschmelze im Frühjahr 2022 gesetzt, sagt Aue. Und dann dauert es eineinhalb Jahre, bis die Neuhauser wieder einen Vollsortimenter in ihrem Ortsteil haben. Zur Erinnerung: Der Tengelmann schloss Ende des Jahres 2011 seine Tore.

Diskussion um Backshop-Positionierung: In der Mitte oder im Norden?

„Es ist ein sehr aufwendiges Bauwerk“, sagt Aue. Dies liege unter anderem an der großen Tiefgarage. Wie berichtet soll in Neuhaus ein Vollsortimenter mit 20 Wohnungen darüber entstehen. Als Bebauungsplan-Architekten hat die Gemeinde die Neuhauser Gerhard Krogoll und Heinz Blees beauftragt. Letzterer hatte sich zwischenzeitlich ausgesprochen unglücklich mit dem Vorhaben gezeigt. Er wollte unbedingt einen direkte Anbindung an den Kurpark auf der anderen Seite der Dürnbachstraße und hätte den Backshop gerne am nördlichen Ende des Gebäudes gesehen. Blees erwägte sogar seinen Ausstieg, sollte es anders kommen. Bei einem runden Tisch, so berichtet Schnitzenbaumer, habe man Blees überzeugen können, dass der Backshop mit ein paar Stehtischen zum Haupteingang des Supermarktes gehöre. Unweit des nördlichen Ecks sollen sich Ein- beziehungsweise Ausfahrt befinden. Da noch ein Backshop – „das würde zu einer unübersichtlichen Situation und zu Gedränge führen“, sagt Schnitzenbaumer. Gänzlich weggebügelt haben die Planer Blees Bedenken bezüglich dert unscheinbaren, ja unattraktiven Nordseite jedoch nicht. Aue: „Wir überlegen, ob wir die bestehende Kapelle nicht dorthin versetzen können.“ Eines der Details, an denen mehrere Ingenieurbüros laufend Planen, die für das Bebauungsplanverfahren aber nicht relevant sind. Den Architekten Blees, so Au weiter, habe er „unbedingt weiter im Team“ haben wollen und ihm das auch zu verstehen gegeben.

Vorstellung der neuen Pläne in nächster Gemeinderatssitzung

So die Infektionszahlen niedrig bleiben, wird Schnitzenbaumer im Juni wohl eine Sitzung einberufen. Er meint, dass die aktuelle Planung die Mehrheit des Gemeinderats überzeugen wird. Wie berichtet, gab es im Gremium – und auch von außerhalb – verschiedentlich Kritik insbesondere am Volumen des Vorhaben. Wie schwer diese wiegt, wird sich im Laufe des Bebauungsplanverfahrens zeigen. Im Wesentlichen, so Aue, seien die Pläne unverändert zu jenen, die er zuletzt im Februar vorgestellt hatte.

Bis 2025 muss das Haus stehen, sonst kann Rewe aussteigen

Gibt es Grünes Licht von den Behörden, steht dem Vorhaben nichts im Weg. Laut Aue hat Rewe den Mietvertrag unterschrieben, bis 2025 spätestens muss der Bau stehen, und er selbst ist Eigentümer des Grundstücks. Eine Rückzugsklausel – etwa das der Kauf an einen rechtsgültigen Bebauungsplan bis zum Zeitpunkt x geknüpft wäre – gebe es nicht. In welcher Form dann die Wohnungen auf den Markt kommen – ob zur Miete oder zum Kauf – das, so der Planer, müsse die Zukunft zeigen.

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