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Feuerwerke, wie hier beim Seefest in Schliersee, sind einigen ein Dorn im Auge.

Keine hohen Raketen zum Schutz der Tiere

Das sagen die Feuerwerks-Gegner am Schliersee zu Silvester

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Schliersee - Silvester ohne Feuerwerk? Kaum vorstellbar. Den Spaß wollen Maria Faltermann und Gerhard Waas in Schliersee auch niemandem verderben. Aber zum Schutz der Tiere müssen Regeln beachtet werden.

Vier Jahre ist es her, dass sich Maria Faltermann aus Schliersee mit einer Unterschriftenliste an den Gemeinderat gewandt hatte. Ihr Anliegen: Weniger Feuerwerke am See, am liebsten gar keine mehr. Was ist daraus geworden? Das Fazit fällt positiv aus. Vor allem ging es Faltermann und Mitstreiter Gerhard Waas (Grüne) vom Gemeinderat ja um die Knallerei bei Hochzeiten und Privatfeiern im Sommer. Aber auch jetzt, kurz vor Silvester, ist das Anliegen natürlich ein Thema.

In Schliersee habe sich die Initiative auf jeden Fall ausgezahlt, bestätigt Waas. Es werden deutlich weniger private Raketen gezündet. Und: „Die Feuerwerke sind deutlich niedriger geworden“, sagt er. Damit verringert sich auch der Schall und die Blitze sind nicht so weit sichtbar. Wurden die Kracher zuvor etwa 200 Meter in den Himmel hinauf geschossen, sind es jetzt nur noch 100 Meter. Das beobachtet Waas auch an Silvester. „Dramatisch ist es aber immer für die Tiere.“

Die Gemeinde befände sich in einem Kessel, in den Hängen außen herum würden eine Menge Tiere leben. „Für die sind die Feuerwerke eine Katastrophe“, betont Waas. Besonders im Winter. „Es ist eine ständige Bewusstseinsbildung bei den Menschen.“ Die Initiatoren gegen die Knallerei ziehen dabei mit der Gemeinde und den Wirten an einem Strang. „Sie haben den Druck aus der Bevölkerung wahrgenommen“, ist sich Waas sicher.

Waas denkt dabei vor allem an die frei fliegenden Vögel im Gemeindegebiet, viele von ihnen stehen auf der roten Liste. Waas erinnert daran, dass der Mensch am Ende der Nahrungskette stehen würde. „Wer nur an sich denkt, ist eigentlich der beste Naturschützer“, sagt er und lacht. Recht hat er schon irgendwie.

Auf die Ankündigung der Gäste-Info, das Feuerwerk an Silvester im Schlierseer Kurpark schon um 23 Uhr zu zünden, gab es Protest. Tierschützerin Faltermann hat selbst vier Katzen und macht sich Sorgen. „Kaum sind sie aus Angst geflüchtet und fangen sich gerade wieder, gehen Krach und Blitze noch mal von vorne los.“ Derweil wolle sie die Gemeinde eher loben, weil in der Vergangenheit gemeinsam gegen die vielen Feuerwerke vorgegangen worden sei. Deshalb irritiert sie die Knallerei um 23 Uhr erst recht. „Ich bin keine Spaßbremse und will niemandem Silvester verderben“, sagt sie. „Aber möchten wirklich alle Schlierseer bereits um 23 Uhr ein Feuerwerk?“

Ein gemeinsames Feuerwerk zu machen und zwar traditionell um 0 Uhr, das würde ihr besser gefallen. „Das könnte manchen veranlassen, sich selbst weniger oder gar keine Raketen zu kaufen“, sagt Faltermann. Der Umwelt wäre damit geholfen und die Schlierseer könnten sich gemeinsam auf ein neues Jahr einstimmen. Und so kommt es jetzt auch. Die Gäste-Info hat nach Absprache mit Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer die anfänglichen Überlegungen verworfen, wie Kuramtsleiter Mathias Schrön gestern auf Nachfrage mitteilt. „Wir zünden das Feuerwerk wie alle anderen auch um Mitternacht“, sagt er. 

nip

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