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Stolzes Aufgebot: Die Teilnehmer des Almbauerntags ziehen zur Pfarrkirche Sankt Sixtus. Die Teilnehmer aus den 14 Bezirksalmbauernschaften beschäftigte vor allem die Angst vor dem Wolf und damit die Sorge um die Zukunft ihrer Zunft.

Große Sorgen trotz gutem Jahr

Almbauern fürchten um den Wolf und ihre Zukunft

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Wird dem Wolf kein Einhalt geboten, könne er die Almwirtschaft schon bald unmöglich machen, fürchten die Almbauern. Beim Almbauerntag in Schliersee sorgten sie sich um die bayerische Kulturlandschaft.

Schliersee – Es könnte alles so schön sein. Beim 71. Almbauerntag in Schliersee blickten die Mitglieder des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO) auf ein Jahr mit günstigem Wetter und durchwegs guten Erträgen zurück. Auch die Viehkrankheiten hatten die Almbauern weitestgehend im Griff; die internationale Almwirtschaftstagung in Garmisch-Partenkirchen war hervorragend gelaufen. „Für die Almwirtschaft war es ein sehr guter Sommer“, betonte deshalb AVO-Vorsitzender Georg Mair im Festzelt neben der Schlierseer Vitalwelt.

Dennoch hing über allem ein Schreckgespenst: der Wolf. Selbst die sonst hochgelobte Maria Els, Regierungspräsidentin von Oberbayern, konnte den Almbauern nur wenig Mut machen.

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Den hätten sie nötig. „Der Wolf vermehrt sich explosionsartig“, sagte Mair. „Wird er nicht abgeschossen, gibt es schon in zehn Jahren 25 000 Stück und Rudelbildung. Dann wird Weidewirtschaft nicht mehr möglich sein.“ Der AVO-Vorsitzende appellierte an die Verbände, „die Scheuklappen abzunehmen“ und die Konsequenzen ihrer Politik zu bedenken. „Der Wolf schafft Wildnis und zerstört Kulturlandschaft.“ Die Almbauern hielten die Kulturlandschaften offen, in denen die Menschen Erholung finden. Deswegen hätten sie auch die Unterstützung der Politik verdient.

Die Teilnehmer des Almbauerntages in Schliersee.

Diese Hoffnungen ruhen auch auf Els, seit Mai Regierungspräsidentin von Oberbayern. Bisher hatten die Vertreter der 14 Bezirksalmbauernschaften gute Erfahrungen mit Els gemacht, meinte Mair. Etwa, weil sie den Wegebau nach langjährig zäher Planung schnell vorangebracht hatte. Inzwischen sei man trotz einiger offener Baustellen auf einem Stand angelangt, mit dem man zufrieden sein könne. Ähnliche Fortschritte erhoffe er sich in Zukunft auch beim Wolf.

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Els schien in ihrer Rede allerdings bereits einem Konflikt zu befürchten. „Der Wolf ist ein schwieriges Thema“, sagte sie. Zwar sei sie selbst in der Landwirtschaft groß geworden und wisse, wie sehr Bauern um ihre Tiere bangen. Dennoch bleibe der Abschuss ein heißes Thema. „Ein Abschuss ist nicht völlig ausgeschlossen. Aber es sind dabei rechtliche Vorschriften zu beachten. Beispielsweise muss man schauen, was man mit Schutzzäunen machen kann.“

Els hoffte, eine Auseinandersetzung mit den Bauern zu diesem Thema vermeiden zu können, versprach aber ein offenes Ohr, falls es dennoch so weit kommen sollte. Im Gegenzug bat sie um einen respektvollen Umgang miteinander. „Unsere wunderbare Landschaft wird nicht durch Träumerei schön gehalten, sondern durch Ihre harte Arbeit. Davor habe ich größten Respekt.“

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Die Teilnehmer des Almbauerntages in Schliersee.

Das wusste auch Franz Schnitzenbaumer. „Ich brauche euch nichts über die Bedeutung der Almwirtschaft zu sagen“, sagte der Schlierseer Bürgermeister. „Aber ich will, dass ihr wisst, dass wir es auch wissen. Ihr habt unsere volle Unterstützung.“ Ohne die Almwirtschaft, so Schnitzenbaumer, sähe es in Bayern nicht so schön aus.

Warum der AVO für die AfD warb

Einen politischen Aufreger musste der Almwirtschaftliche Verein Oberbayern (AVO) in diesem Jahr verarbeiten: Der Oktoberausgabe der Mitgliederzeitschrift hatte der Verein eine Wahlwerbung der AfD beigelegt. Das hatte zu heftigen Reaktionen geführt, berichtete der Vorsitzende Georg Mair beim Almbauerntag. „Wir wurden als Nazis beschimpft und die rechte Ecke gestellt.“ Das habe den Vorstand schwer getroffen, denn die Beilage sollte nicht als politisches Statement missverstanden werden. „Der AfD-Kandidat ist AVO-Mitglied und hatte uns gebeten, seine Werbung unserer Zeitung beizulegen. Wir hatten das gleiche für den Kandidaten einer anderen Partei getan. Also ließen wir gleiches Recht für alle gelten.“ Hätte der Vorstand gewusst, welche Reaktionen das hervorruft, hätte er es anders gemacht, räumte Mair ein. „Seid versichert, wir haben nach wie vor die gleiche politische Einstellung wie immer. Und das wird auch in Zukunft so bleiben.“

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