Die Insel Wörth im Schliersee
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Schön anzusehen, aber ökologisch „unbefriedigend“: der Schliersee, hier die Insel Wörth

Ökologischer Zustand stark verbesserungswürdig

Schliersee als einziger Alpensee „unbefriedigend“

Schliersee – 14 Alpenseen listet das Umweltbundesamt auf, und einzig der Schliersee ist ökologisch in „unbefriedigendem“ Zustand.

Der Alpensee ist „Gewässertyp des Jahres 2021“, und während den anderen 13 erfassten Seen ein „guter“ (zehn) oder gar „sehr guter“ (drei) guter ökologischer Zustand bescheinigt wird, befindet sich der Schliersee als einziger in einem „unbefriedigendem“ Zustand. Wohlgemerkt: Zwischen „gut“ und „unbefriedigend“ gibt es noch die Kategorie „mäßig“.

Alle außer Schliersee „gut“ oder „sehr gut“

Den Titel hat das Umweltbundesamt anlässlich des Internationalen Weltwassertags an die besonders kühlen klaren – und in Corona-Zeiten besonders von Ausflüglern heimgesuchten – Seen des Alpenvorlandes vergeben. Die Gewässer – darunter Chiemsee, Tegernsee, Starnberger See und Sylensteinsee – seien in gutem ökologischem Zustand, aber vom Klimawandel bedroht, teilte das Umweltbundesamt am Montag mit. Aufgabe in den kommenden Jahrzehnten sei es daher, die Alpenseen auch für künftige Generationen zu bewahren und ihr ökologisches Gefüge zu schützen.

Grund für die schlechte Bewertung: „diffuser Eintrag von Nährstoffen“

Für den Schliersee gilt dies offenbar in besonderem Maße. Der verbesserungswürdige Statut hängt mit Phytoplankton zusammen, hier hagelte es das „unbefriedigend“. Das Umweltbundesamt schreibt hierzu: „Der Schliersee erreicht trotz einer Verbesserung der Wasserqualität in den vergangenen 30 Jahren auf Grund der großen Biomasse einer Blaualgenart nur den unbefriedigenden Zustand. Die Ursache dafür ist im diffusen Eintrag von Nährstoffen aus dem Seeumfeld zu suchen.“

Verbaute Ufer sollen renaturiert werden

Da die Klimaerwärmung mit steigenden Wassertemperaturen die Seen zusätzlich belaste, müssten andere Gefahren minimiert werden, hieß es. Der Eintrag von Nähr- und Schadstoffen sowie die Befestigung von Ufern müssten weiter reduziert werden. Wo möglich, sollten verbaute Ufer renaturiert werden. Das übrigens soll am Schliersee tatsächlich passieren – und zwar an der Seestraße südlich des Schlierseer Hofs.  (dpa/dak)

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