+
Hat ausgedient: die Brücke über den Ostergraben in Schliersee.

Brücken-Neubau

Hier geht drei Monate lang nichts

Jetzt ist sie dran: Die Brücke über den Ostergraben in Schliersee wird erneuert. Das hat eine monatelange Umleitung zur Folge.

Schliersee – Den Neubau der Brücke über den Ostergraben hatte Schliersee ja verschoben. Das hat einerseits den Haushalt geschont, nun aber zu wiederholtem Ächzen im Kreise der Gemeinderäte geführt. Ihnen hat Karl Kleiß vom Büro Dippold & Gerold die Planung vorgestellt. Ergebnis: Der Neubau wird wohl unangenehm teuer und dauert Monate.

Vielleicht wollte die Verwaltung, dass den Gemeinderäten nicht schon vorab der Schrecken in die Glieder fährt. In den versendeten Unterlagen jedenfalls fehlte die zweite Seite der Kostenaufstellung. Bei der Nennung der Gesamtkosten von weit über 400 000 Euro ächzten die Gemeinderäte das erste Mal auf. So viel Geld „für dieses Bruckerl, das ist schon brutal“, sagte etwa Gerhard Krogoll (CSU). Der zweite Ächzer war dann eher ein Missverständnis. Kleiß sprach von einem Bauzeitfenster von April bis September, meinte allerdings, dass die beauftragte Firma den Neubau in diesem Zeitraum stemmen könne – allerdings binnen dreier Monate. Die Maßnahme, so die Tendenz bei den Gemeinderäten, sollte eher nicht in die Sommerferien fallen.

Denn die Maßnahme ist mit einer Umleitung verbunden. Wer von der B 307 zu Gsatterberg, Ledersberg oder Kegelsteinweg will, muss während des Baus über die Rothmaurergasse fahren. Weil das Gässchen seinen Namen nicht zu Unrecht trägt und keinen Gegenverkehr duldet, muss eine Ampel her. Es droht also Stau bis auf die Bundesstraße. Die Alternative wäre eine Behelfsbrücke, die aber die Kosten ganz erheblich nach oben treiben würde.

Die Umleitung: Während der Sperrung werden die Autos über die Rothmaurergasse (gestrichelte Linie) fahren. Weil die sehr eng ist, regelt eine Ampel den Verkehr.

Die Kosten liegen dem Gemeinderat ohnehin schwer im Magen. Max Leitner (Die Schlierseer) etwa fragte, ob der Neubau nicht mittels Fertigbauteilen zu machen sei, Florian Zeindl (CSU) erkundigte sich, ob nicht ein überbautes Rohr die Kosten drücken könnte. Alles nicht so einfach, erwiderten Kleiß und Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU). Denn sobald die Gemeinde in den Wasserfluss des Ostergrabens eingreifen möchte, braucht es ein umfangreiches wasserrechtliches Verfahren, das den Baubeginn wesentlich hinauszögert.

Allerdings soll die Brückenerneuerung als letzter Teil der Straßensanierungen im Bereich Gstatterberg nächstes Jahr über die Bühne gehen – das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Und weil die Ausschreibung Mitte Januar starten soll, bleibt dem Planungsbüro nur wenig Zeit, die geforderten Alternativen zu prüfen und vorzulegen. Bis zur Dezembersitzung nämlich.

Daniel Krehl

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Legenden, Promis und leuchtende Kunst
Knallbunte Gemälde im Neo-Pop-Stil zeigt der Künstler Mauro Bergonzoli in einer Ausstellung im Neubau der Kaffeerösterei Dinzler am Irschenberg, direkt neben der A8. Die …
Legenden, Promis und leuchtende Kunst
Die Lederhose waschen? Auf keinen Fall!
Wenn an diesem Samstag das Münchner Oktoberfest beginnt, haben Dirndl und Lederhosen ihre Hochsaison. Tracht – egal ob echte oder Billigware aus dem Supermarkt – gehört …
Die Lederhose waschen? Auf keinen Fall!
Mannhardt (45) soll neuer Miesbacher Dekan werden - so kam es dazu
Die Priester und kirchlichen Bediensteten haben ihre Wahl getroffen. Neuer Dekan soll der Haushamer Pfarrer Michael Mannhardt sein. Walter Waldschütz scheidet nach …
Mannhardt (45) soll neuer Miesbacher Dekan werden - so kam es dazu
Landkreis-Turnhalle wieder offen
Gute Nachricht für alle Sportler: Die Turnhalle des Landkreises in Hausham ist seit Anfang dieser Woche wieder offen für den alltäglichen Einsatz von Vereinen und …
Landkreis-Turnhalle wieder offen

Kommentare